Russlands Wirtschaft ist in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 um 1,8 Prozent geschrumpft, während das Haushaltsdefizit im ersten Quartal auf ein Rekordhoch von umgerechnet über 50 Milliarden Euro stieg.

Wirtschaftliche Talfahrt trotz Rüstungskonjunktur

Die russische Wirtschaft steckt in einer anhaltenden Flaute: Wie auf einer Regierungssitzung in der vergangenen Woche bekannt wurde, ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten zwei Monaten des Jahres um 1,8 Prozent zurück. Diese Entwicklung steht im krassen Gegensatz zur Prognose der Zentralbank, die noch ein Plus von 1,6 Prozent für das erste Quartal erwartet hatte.

Der hohe Leitzins von 15 Prozent hemmt die Investitionstätigkeit im Land massiv. Besonders betroffen ist der zivile Sektor, während die Rüstungsindustrie weiter boomt. Doch selbst dieser Aufschwung kann die strukturellen Probleme kaum mehr kaschieren. Bereits 2025 zeigte sich, dass der Waffenproduktionsboom die Krise in anderen Bereichen nur notdürftig übertünchen konnte.

Haushaltskrise trotz steigender Öleinnahmen

Trotz einer Verdoppelung der Einnahmen aus der wichtigsten Ölsteuer auf fast 8 Milliarden Euro im April steht der russische Haushalt unter enormem Druck. Das erste Quartal schloss mit einem Defizit von umgerechnet gut 50 Milliarden Euro – ein Minus, das 21 Prozent über den Planungen für das gesamte Jahr liegt.