Eine Expertenkommission hat 66 konkrete Vorschläge vorgelegt, um das deutsche Gesundheitssystem finanziell zu stabilisieren. Gesundheitsökonom Jürgen Wasem betont dabei die Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten.
Alle müssen Beitrag leisten
"Alle müssen mitwirken, die Finanzen der Krankenkassen zu stabilisieren", sagte Jürgen Wasem, einer der führenden Gesundheitsökonomen Deutschlands. Seine Forderung unterstreicht den ganzheitlichen Ansatz der vorgeschlagenen Reformen. Die Kommission, zu der auch die Finanzkommission Gesundheit gehört, sieht Handlungsbedarf bei Ärzten, Pharmafirmen und Versicherten gleichermaßen.
Die 66 Empfehlungen zielen darauf ab, die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nachhaltig zu senken. Besonders im Fokus stehen dabei strukturelle Änderungen, die langfristige Entlastungen bringen sollen. Die Vorschläge wurden nach monatelangen Beratungen zwischen Ökonomen, Ärztevertretern und Politikern erarbeitet.
Konkrete Einsparungen vorgeschlagen
Einer der wichtigsten Punkte betrifft die Abschaffung der Doppelvergütung für Ärzte. Zusammen mit einer Erhöhung des Herstellerrabatts für Medikamente könnte dies laut Berechnungen der Kommission zu Einsparungen von 3,6 Milliarden Euro führen. Diese Maßnahmen gehören zu den zentralen Empfehlungen des Gremiums.
Die vorgeschlagenen Änderungen würden tief in das bestehende System eingreifen. Die Doppelvergütung, die aktuell sowohl von Krankenkassen als auch vom Bund gezahlt wird, gilt seit langem als ineffizient. Der erhöhte Herstellerrabatt soll zudem die Arzneimittelkosten weiter senken, die seit Jahren einen großen Posten im Gesundheitsetag ausmachen.

