Die Netto-Verwaltungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland beliefen sich im vergangenen Jahr auf 13,3 Milliarden Euro, was etwa vier Prozent der Gesamtausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht – eine drastische Verringerung der Anzahl der Kassen würde jedoch nicht zwangsläufig zu niedrigeren Kosten führen, wie eine Expertin betont.

Verwaltungskosten trotz Kassenfusionen stabil

Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ist seit der Jahrtausendwende von 420 auf aktuell 93 gesunken. Dennoch zeigen Beispiele wie Österreich, dass eine weitere Konsolidierung nicht automatisch zu Einsparungen führt. Dort stiegen die Verwaltungskosten nach der Fusion mehrerer Kassen zwischen 2020 und 2024 um 25 Prozent.

„Eine geringere Anzahl von Krankenkassen bedeutet nicht unbedingt geringere Kosten“, erklärt Verena Vogt, Gesundheitsökonomin am Universitätsklinikum Jena. „Die Strukturen werden oft komplexer, und Synergieeffekte bleiben aus.“ Die Krankenkassen haben zudem wenig Spielraum für Einsparungen, da die meisten Leistungen gesetzlich vorgeschrieben sind.

Begrenzte Einsparmöglichkeiten