Berlin, 30. März 2026
Das Krankengeld ist mit 21,6 Milliarden Euro der viertgrößte Kostenfaktor der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland – doch das aktuelle System gilt als starr und wenig praxisnah.
Eine Expertengruppe schlägt vor, das Krankengeldsystem durch eine gestufte Teilkrankschreibung zu reformieren. Dabei könnten Beträge in Stufen von 25, 50, 75 oder 100 Prozent ausgezahlt werden, um den tatsächlichen Verläufen von Erkrankungen besser gerecht zu werden. Bisher fehlt diese Flexibilität, obwohl ähnliche Modelle etwa in Schweden bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Dort können Arbeitnehmer seit der letzten Reform ihre Arbeitsstunden auch eigenständig verteilen.
Ralf Hermes und Nina Warken, zentrale Akteure der Debatte, betonen die Dringlichkeit einer Anpassung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützt Teilkrankschreibungen als möglichen Lösungsansatz. Thomas Drabinski verweist auf internationale Beispiele wie Norwegen oder Griechenland, wo flexible Modelle die Belastung der Gesundheitssysteme verringert haben.
Die Kommission sieht in der Reform einen Weg, die Kostenexplosion im Gesundheitswesen einzudämmen. Kritiker warnen jedoch vor bürokratischen Hürden. Die Diskussion dürfte in den kommenden Monaten an Fahrt aufnehmen.

