Die von der schwarz-roten Koalition vereinbarte BAföG-Reform ist nach Äußerungen von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) zum politischen Zankapfel geworden.
Bär hatte in einem Interview mit der Funke Mediengruppe erklärt, sie erwarte keine Erhöhung der BAföG-Sätze mehr, und auf Widerstand aus den Regierungsfraktionen verwiesen. „Ich habe aber auch gehört, dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstützt wird“, sagte die CSU-Politikerin.
Die Ministerin zeigte Verständnis für Sparzwänge im Bundeshaushalt und verwies auf geplante Kürzungen in anderen Bereichen. „Wenn Pflegebedürftige sparen sollen und beim Elterngeld Kürzungen vorgenommen werden, dann ist nachvollziehbar, dass man nicht gleichzeitig an anderer Stelle große zusätzliche Leistungen verspricht“, so Bär wörtlich.
Zudem beschrieb Bär die Situation der Studierenden in Deutschland als privilegiert. Es gebe keine Studiengebühren, und der Staat ermögliche vielen jungen Menschen überhaupt erst ein Studium. „Es wird kein Vollkaskostudium geben, jeder muss seinen Teil dazu beitragen“, betonte sie. Dass Studierende neben dem Studium jobben, sei „kein Drama“ – viele sammelten dabei wichtige Erfahrungen fürs Leben und den Beruf.
SPD weist Bärs Aussagen scharf zurück
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar wies Bärs Darstellung umgehend zurück. „Bärs Äußerungen sind damit schlicht falsch und nicht zutreffend“, sagte Esdar. Die SPD-Bundestagsfraktion stehe geschlossen hinter der im Koalitionsvertrag vereinbarten BAföG-Reform.
Esdar betonte, die Finanzierung der geplanten Reformen sei bereits mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) gesichert. Sie forderte die Union auf, „hier kein Chaos zu verursachen“. Eine einseitige Aufkündigung durch die Union schade nicht nur der Ausbildung von Nachwuchskräften für die Wirtschaft, sondern auch der Koalition.