Berlin, 05 Juli 2026
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat die im Entwurf des Bundeshaushalts für 2027 vorgesehene deutlich höhere Neuverschuldung verteidigt und zugleich einen strikteren Sparkurs ab 2028 angekündigt.
Im ARD-„Sommerinterview“ bezeichnete Klingbeil die geplante Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro als notwendig. Demgegenüber war im bisherigen Finanzplan noch eine deutlich geringere Neuverschuldung vorgesehen. Nach seinen Worten wurde die Lücke im Vergleich zur bisherigen Planung um 34 Milliarden Euro geschlossen. „Man kann sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen“, sagte Klingbeil mit Blick auf die sicherheitspolitische Lage.
Zahlen im Überblick
Die Gesamtsumme der Neuverschuldung im Jahr 2027 bezifferte Klingbeil auf knapp 200 Milliarden Euro. Ein erheblicher Teil davon entfällt nach Angaben des Ministeriums auf Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie auf die Bundeswehr. Im Jahr 2026 ist eine Nettokreditaufnahme von 98 Milliarden Euro geplant.
