Johann Lafer über seine Krebstherapie: „Verdammt hart, aber ich habe guten Mut“
Berlin, 18. Juli 2026
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Kurzfassung
Der TV-Koch Johann Lafer hat im Gastro-Podcast „Rolling Pin Talks“ offen über seine Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung gesprochen. Die Chemotherapie sei „verdammt hart“, dennoch wolle er nicht bemitleidet, sondern so angenommen werden, wie er sei.
Der Fernsehkoch Johann Lafer (68) hat im Gastro-Podcast „Rolling Pin Talks“ erstmals ausführlich über die Auswirkungen seiner Chemotherapie gegen Lymphdrüsenkrebs gesprochen und die Behandlung als „verdammt hart“ beschrieben.
Diagnose und Therapiebeginn
Lafer, der in Rheinland-Pfalz lebt, hatte im Mai öffentlich gemacht, dass er an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Die Chemotherapie hatte er nach eigenen Angaben bereits zu Beginn des Jahres begonnen. In dem Podcast sprach er nun erstmals ausführlich über die körperlichen und seelischen Folgen der Behandlung.
Die Auswirkungen der Chemotherapie seien gravierend, es gebe bessere und schlechtere Phasen, sagte Lafer. Er habe schon einige Zyklen hinter sich und könne inzwischen ungefähr abschätzen, wann schlechtere Tage sein werden. An schlechten Tagen müsse er viele Termine absagen, versuche aber, eine gewisse Grundpräsenz aufrechtzuerhalten. „Ansonsten würde ich mich zu sehr in mein Schneckenhaus verkriechen“, erklärte der Koch.
Geschmacksverlust als besondere Belastung
Besonders belastend sei für ihn nicht die körperliche Konstitution, sondern der Verlust des Geschmackssinns. „Das Schlimmste für mich ist nicht die körperliche Konstitution, sondern ich habe keinen Geschmack und kann nichts essen und habe offene Finger“, sagte Lafer. Das wünsche er niemandem, egal ob der Koch sei oder nicht: „Das wünsche ich niemandem, egal ob der Koch ist oder nicht.“
Als besonders hart beschrieb Lafer die Situation, sich beim Essen helfen lassen zu müssen. „Zu jemandem zu sagen: ‚Kannst Du mir das pürieren‘, weil ich das sonst nicht essen kann, das ist verdammt schwer“, sagte er. Für einen Koch, dessen Beruf und Leidenschaft eng mit Geschmack und Genuss verbunden seien, sei dies eine besondere Belastung.
Kämpferische Haltung trotz Rückschlägen
Trotz der Belastungen zeigte sich Lafer im Podcast kämpferisch. Er fühle sich den Umständen entsprechend so gut wie möglich und sei „sehr guten Willens und sehr guten Mutes“, sagte er. Er versuche, jeden Tag bewusst wahrzunehmen, was um ihn herum passiere. Die Chemotherapie selbst bezeichnete er mit den Worten: „Verdammt hart.“
Lafer hatte sich nach eigenen Angaben entschieden, seine Erkrankung öffentlich zu machen, weil es nach einem Auftritt in der ZDF-Sendung „Fernsehgarten“ viele Spekulationen über sein verändertes Aussehen gegeben hatte. Das offene Bekenntnis zu seiner Krankheit habe ihn befreit, sagte er. Er hoffe, dass seine Geschichte auch anderen Betroffenen Mut machen könne.
Öffentliches Bekenntnis nach Spekulationen
Mitleid wolle er nicht, sagte Lafer. Er wolle so angenommen werden, wie er sei. Diese Haltung durchzieht auch seine Schilderungen im Podcast: Trotz der Schwere der Erkrankung und der teils massiven Nebenwirkungen der Therapie wirkt der 68-Jährige entschlossen, den Alltag nicht vollständig der Krankheit zu überlassen.
Medizinisch äußerte sich Lafer zurückhaltend. Bereits bei der ersten Bekanntgabe seiner Erkrankung hatte er gesagt, der Krebs sei nicht heilbar, aber eingrenzbar. Im Podcast ging er auf den Krankheitsverlauf nicht im Detail ein, betonte aber, dass er die Therapie als langwierigen Prozess erlebe, in dem sich gute und schlechte Phasen abwechseln.
Die Sendung „Rolling Pin Talks“ ist ein Podcast aus dem Gastro-Bereich, in dem regelmäßig Köchinnen und Köche sowie weitere Persönlichkeiten der Branche zu Wort kommen. Dass Lafer ausgerechnet dort ausführlich über seine Krebserkrankung sprach, unterstreicht die Bedeutung, die er dem kulinarischen Kontext beimisst – auch wenn er selbst aktuell kaum etwas schmecken kann.
Mit dem öffentlichen Bekenntnis zu seiner Erkrankung reiht sich Lafer in eine Reihe von Prominenten ein, die ihre Krankheit öffentlich machen, um Spekulationen zu beenden und anderen Betroffenen Mut zu machen. Er betonte, das Reden über die Krankheit habe ihn selbst entlastet. „Offen zu sagen, dass er krank ist, habe ihn befreit“, heißt es dazu in dem Podcast.
Bedeutung für den Alltag eines Fernsehkochs
Der Verlust des Geschmackssinns ist eine bekannte, aber häufig unterschätzte Nebenwirkung vieler Chemotherapien. Für Lafer, der als Fernsehkoch einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist und dessen Marke eng mit Genuss und Geschmack verknüpft ist, wiegt dieser Verlust besonders schwer. Auch die offenen Stellen an den Fingern, die er im Podcast ansprach, sind eine typische Begleiterscheinung bestimmter Chemotherapeutika.
Lafer versuche, sich nicht vollständig zurückzuziehen, sagte er. Auch an schlechten Tagen halte er Termine so weit wie möglich ein, um den Kontakt zur Außenwelt nicht zu verlieren. Diese Strategie – sich nicht in sein „Schneckenhaus“ zurückzuziehen – formulierte er als bewusste Entscheidung gegen die Isolation.
Der Podcast-Auftritt markiert die erste ausführliche Schilderung Lafers über die konkreten Auswirkungen seiner Therapie. Zuvor hatte er lediglich die Diagnose selbst öffentlich gemacht. Mit seinen detaillierten Schilderungen gibt er nun auch einen Einblick in den Alltag einer Krebserkrankung, der über die bloße Diagnose hinausgeht.
Ausblick auf weitere Auftritte
Insgesamt zeichnet Lafer das Bild eines Patienten, der seine Erkrankung annimmt, ohne sie zu verharmlosen. Er spricht offen über Nebenwirkungen wie Geschmacksverlust und offene Finger, benennt die psychische Belastung und formuliert zugleich eine Haltung, die auf Würde und Selbstbestimmung setzt. Mitleid, so sein wiederholt geäußerter Wunsch, sei dafür nicht der passende Rahmen.
Wie es mit seiner öffentlichen Auftrittsarbeit weitergeht, ließ Lafer offen. Er kündigte lediglich an, weiterhin „eine gewisse Grundpräsenz“ aufrechterhalten zu wollen. Damit bleibt abzuwarten, in welchem Umfang der 68-Jährige künftig vor der Kamera oder bei Live-Veranstaltungen zu sehen sein wird.
Fragen & Antworten
Woran ist Johann Lafer erkrankt?
Johann Lafer hat im Mai öffentlich gemacht, dass er an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Die Chemotherapie hatte er nach eigenen Angaben bereits zu Beginn des Jahres begonnen.
Warum hat Johann Lafer seine Krankheit öffentlich gemacht?
Lafer erklärte, es habe nach einem Auftritt in der ZDF-Sendung „Fernsehgarten“ viele Spekulationen über sein verändertes Aussehen gegeben. Das offene Bekenntnis zu seiner Krankheit habe ihn befreit.
Welche Nebenwirkungen der Chemotherapie schildert Lafer?
Lafer sprach im Podcast „Rolling Pin Talks“ unter anderem über den Verlust seines Geschmackssinns, offene Stellen an den Fingern und Phasen starker Erschöpfung. Die Therapie selbst bezeichnete er als „verdammt hart“.
Johann Lafer: Krebs-Therapie „verdammt hart“ – erste | nachrichten360