Iran Visum Torabi: WM-Spiel gegen Belgien in Gefahr | nachrichten360
Iran vor WM-Spielen: Visum von Mehdi Torabi wird zum politischen Stolperstein
Los Angeles, 17. Juni 2026
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Kurzfassung
Nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Neuseeland sorgt die Visumaffäre um den iranischen Offensivspieler Mehdi Torabi für Wirbel. Das Weiße Haus weist die Klagen der iranischen Delegation zurück und verweist auf geltende Einreisebestimmungen.
Ein zunächst ungültig erklärtes Visum für den iranischen Nationalspieler Mehdi Torabi hat nach dem 2:2 Irans gegen Neuseeland die sportliche und politische Diskussion um die Fußball-WM in den USA neu befeuert.
Hintergrund: Visumregelung für iranische Mannschaft
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, das Visum des 31-Jährigen sei nach der ersten Einreise in die USA für ungültig erklärt worden. Damit drohte dem Offensivspieler in den kommenden WM-Gruppenspielen möglicherweise das Aus. Die iranische Mannschaft hatte zum Auftakt in Los Angeles 2:2 gegen Neuseeland gespielt.
Bereits vor dem Turnier war bekannt geworden, dass die iranischen Nationalspieler Irans erst am Spieltag in die USA einreisen und noch am gleichen Tag das Land wieder verlassen dürfen. Nach dem Auftaktspiel beschwerten sich Irans Trainer und Spieler darüber, noch am Abend zurück nach Mexiko reisen zu müssen. Kapitän Mehdi Taremi sagte, die Reise habe mehr als fünf Stunden in Anspruch genommen, obwohl die Distanz mit der Strecke zwischen Stuttgart und München vergleichbar sei. Das Team habe zudem den Eindruck erweckt, mit einer Nacht in Kalifornien gerechnet zu haben.
Taremi kritisierte überdies fehlende Visa für Team-Mitglieder. So sei das Team in den USA ohne die Pressesprecher unterwegs gewesen. Zu den Gründen wollte sich der Kapitän nach dem 2:2 nicht äußern. Der iranische Verband teilte später mit, die Ungereimtheiten um die Visa seien inzwischen geklärt.
Weißes Haus weist Klagen zurück
Die für die Fußball-WM zuständige Task-Force des Weißen Hauses wies die Klagen des Irans zurück. Andrew Giuliani, Andrew Giuliani, erläuterte am Tag nach der Partie das Verfahren für die kommenden WM-Spiele: „Die Mannschaft wird einreisen dürfen (...) also am Tag vor dem Spiel. Sie wird aufgefordert werden, an dem Tag abzureisen, an dem das Spiel endet, also am Abend des Spieltags. Das wird sie in Los Angeles wieder tun können. Dasselbe wird sie auch in Seattle tun können.“ Auf die Frage nach dem konkreten Fall Torabi sagte er: „Dieses Problem wurde gelöst. Sobald wir davon mitbekommen haben, haben wir darauf hingearbeitet, dass der Spieler an jeder Partie teilnehmen kann.“
Giuliani ging nicht ins Detail, verwies aber auf die Aussagen von Marco Rubio. Dieser hatte zuvor klargestellt: „jeder mit einer Verbindung zur IRGC (Anm.: der iranischen Revolutionsgarde) kommt nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika und die WM wird nicht der Grund dafür sein, dass sie reinkommen dürfen.“ Hintergrund ist die angespannte politische Lage zwischen Washington und Teheran sowie die Furcht vor möglichen Sicherheitsrisiken bei Großveranstaltungen.
Zur Problematik um Mehdi Torabi, dem zunächst nur ein Visum mit einmaliger Einreise ausgestellt worden war, hatte es im Vorfeld widersprüchliche Angaben gegeben. Während der iranische Verband die Lage als geklärt darstellte, blieb unklar, welche Behörde die ursprüngliche Annullierung vorgenommen hatte. Giuliani betonte: „Wir waren klar darin, dass das der Ablauf ist.“ Die iranische Seite fühlt sich dennoch benachteiligt, da andere Mannschaften offensichtlich ohne die strengen Tagesvisa-Beschränkungen in den USA weilen dürfen.
Reisestrapazen und organisatorische Belastung
Tatsächlich konnte das iranische Team vor dem Auftakt gegen Neuseeland tags zuvor nach Los Angeles reisen und dort übernachten. Nach dem Spiel mussten die Spielerinnen und Spieler jedoch unmittelbar wieder ausreisen. Die Reise führte sie zurück nach Mexiko, wo die iranische Mannschaft ihr WM-Quartier aufgeschlagen hatte. Diese Praxis soll sich laut Giuliani bei den weiteren Gruppenspielen in Los Angeles und Seattle wiederholen.
Politisch bleibt die Lage heikel: Die USA als Ausrichter der WM stehen unter Druck, die Sicherheit zu gewährleisten, ohne den sportlichen Wettbewerb zu beeinträchtigen. Die Visumsregelung für die iranische Delegation gilt als politisch motiviert, auch wenn dies offiziell nicht bestätigt wird. Die US-Regierung beruft sich auf geltende Einwanderungs- und Sicherheitsgesetze.
Der Zeitdruck für die iranische Mannschaft ist enorm. In den kommenden Gruppenspielen muss das Team gegen starke Gegner antreten, darunter Belgien. Sollte Torabi, der als Offensivspieler eine Schlüsselrolle im iranischen Spiel einnimmt, tatsächlich ausfallen, würde dies die sportlichen Chancen Irans erheblich mindern. Bereits das 2:2 gegen Neuseeland wurde in der iranischen Heimat als enttäuschend empfunden.
Politische Dimension der Visumaffäre
Die Diskussion wirft auch grundsätzliche Fragen auf: Wie geht ein Gastgeberland mit Mannschaften aus politisch angespannten Verhältnissen um? Welche Rechte haben Sportlerinnen und Sportler, die für eine Nationalmannschaft antreten, wenn ihnen die Einreise erschwert wird? Die FIFA hat sich bislang nicht öffentlich zu den Visumproblemen geäußert.
Unterdessen bemühen sich die diplomatischen Kanäle, eine Lösung für die verbleibenden WM-Spiele zu finden. Der iranische Verband steht in direktem Kontakt mit den US-Behörden und dem WM-Organisationskomitee. Ob die aktuelle Visa-Praxis für die gesamte Turnierdauer beibehalten wird, hängt von der weiteren politischen Entwicklung ab.
Aus Sicht der iranischen Spieler ist die Situation belastend. Die ständigen Reisen, die unklare Visumslage und der öffentliche Druck von beiden Seiten machen die Konzentration auf den Sport schwierig. Taremi brachte dies indirekt zum Ausdruck, als er sich zu den konkreten Gründen der Visumprobleme ausschweigen wollte.
Ausblick auf die weiteren Gruppenspiele
Für die kommenden Spiele in Los Angeles und Seattle gilt laut Giuliani der gleiche Modus: Einreise am Vortag, Ausreise am Spieltagabend. Damit bleibt das Prozedere für die iranische Mannschaft strikt reglementiert. Die USA betonen, dies sei mit allen beteiligten Verbänden im Voraus kommuniziert worden.
Die Visumaffäre ist ein Beispiel dafür, wie politische Spannungen selbst in den Sport hineinwirken. Die WM in den USA wird ohnehin von einer intensiven Debatte über Sicherheit, Einwanderung und die Rolle des Sports begleitet. Die iranische Delegation steht dabei im besonderen Fokus, da die Beziehungen zwischen Washington und Teheran seit Jahren belastet sind.
Am Ende bleibt abzuwarten, ob die sportlichen Wettbewerbe trotz der politischen Hindernisse stattfinden können. Für die iranische Mannschaft und insbesondere für Mehdi Torabi geht es um die Teilnahme am wichtigsten Fußballturnier der Welt. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die diplomatischen Bemühungen erfolgreich sind und der Offensivspieler an allen Partien teilnehmen kann.
Fragen & Antworten
Wer ist Mehdi Torabi und warum steht sein Visum im Fokus?
Mehdi Torabi ist ein 31 Jahre alter iranischer Offensivspieler, dem laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna nach der Einreise in die USA das Visum für ungültig erklärt wurde. Damit drohte ihm das WM-Aus für die kommenden Gruppenspiele.
Was hat Andrew Giuliani zu den Vorwürfen aus dem Iran gesagt?
Andrew Giuliani, Andrew Giuliani, erklärte, die Visumprobleme seien gelöst worden und Torabi könne an allen Partien teilnehmen. Er verwies zudem auf die Aussagen von Marco Rubio zur IRGC-Thematik.
Wie sieht der konkrete Reisemodus für die iranische Mannschaft aus?
Laut Giuliani darf die iranische Mannschaft am Tag vor dem Spiel einreisen und muss am Abend des Spieltages wieder ausreisen. Dieses Prozedere gelte sowohl für die Spiele in Los Angeles als auch in Seattle.