Iran und USA laut Pakistan kurz vor Friedensabkommen: Endgültiger Text vereinbart
Islamabad, 13 Juni 2026
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Kurzfassung
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif hat am Freitag mitgeteilt, dass sich die USA und der Iran auf einen endgültigen Text eines Friedensabkommens geeinigt haben. Eine Unterzeichnung in Genf noch am Sonntag gilt Insidern zufolge als möglich.
Islamabad, 13 Juni 2026
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif hat am Freitag auf der Plattform X mitgeteilt, dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran vorliegt und Pakistan nun eng mit beiden Seiten zusammenarbeite, um die nächsten Schritte zu finalisieren.
Vermittlungserfolg aus Islamabad
Mehr als drei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs rückt ein Abkommen zwischen Washington und Teheran zur Beendigung der Kämpfe in greifbare Nähe. Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif schrieb am Freitag im Onlinedienst X, beide Seiten seien sich über ein Abkommen einig. Pakistan, das zwischen den Konfliktparteien vermittelt, bereitet sich nach eigenen Angaben auf die elektronische Unterzeichnung des Friedensabkommens unmittelbar nach der Finalisierung vor. "Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens vorliegt", erklärte Sharif. "Da mit der Finalisierung voraussichtlich in den nächsten 24 Stunden zu rechnen ist, bereitet sich Pakistan auf die elektronische Unterzeichnung des Friedensabkommens unmittelbar danach vor."
Auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bestätigte am Freitag, dass ein Abkommen zum Greifen nah sei. "Die Absichtserklärung von Islamabad stand noch nie so kurz vor dem Abschluss", schrieb er auf X und bezog sich dabei auf die pakistanische Hauptstadt, in der zuvor Friedensgespräche stattgefunden hatten. Araghtschi rief die Medien zugleich zur Zurückhaltung auf: "Bis zur endgültigen Fertigstellung sollten sich die Medien mit Spekulationen über ihren Inhalt zurückhalten." Beide Erklärungen – jene Araghtschis und jene Sharifs – wurden am Freitag veröffentlicht.
Aus Washington und Teheran gab es zunächst keine direkte Bestätigung dieser Angaben. Ein hochrangiger US-Vertreter machte am Freitag aber auch klar, dass noch immer nicht final feststehe, ob es wirklich dazukomme. Die meisten Verantwortlichen im Iran seien für eine Vereinbarung, "aber nicht alle". Eine US-Regierungsvertreterin sagte amerikanischen Medien, man gehe zu "80 bis 85 Prozent" von einer baldigen Unterzeichnung aus.
Unterschiedliche Darstellungen der Verhandlungsmasse
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Donnerstag Hoffnungen auf einen Durchbruch geweckt. Die Dokumente für ein erstes Rahmenabkommen sollten in Kürze fertiggestellt und vielleicht schon am Wochenende in Europa unterzeichnet werden. Trump erklärte am Donnerstag, eine Einigung sei schon am Wochenende möglich. Zugleich dementierte er weitreichende Zugeständnisse gegenüber dem Iran und warf Teheran später vor, Falschinformationen über mögliche Verabredungen mit den USA zu verbreiten. "Die den Lügenmedien zugesteckten Bedingungen haben nichts mit den Punkten zu tun, denen wir schriftlich zugestimmt haben", schrieb der Republikaner auf Truth Social. Die iranischen Angaben zum Inhalt eines Abkommens "entbehren jeglicher Realität".
Inhaltlich zeichnen sich nach den bisher bekannten Elementen erhebliche Differenzen zwischen den Darstellungen ab. Nach US-Angaben soll das iranische Atomprogramm zurückgebaut werden, die Vereinigten Staaten das angereicherte Material erhalten und dieses vor Ort vernichtet sowie anschließend aus dem Land gebracht werden. "Drittens führt sie dazu, dass die Vereinigten Staaten das angereicherte Material erhalten. Wir treffen eine Vereinbarung, dass dieses Material vor Ort vernichtet und anschließend aus dem Land gebracht wird", sagte ein hochrangiger US-Vertreter. Zudem habe der Iran zugestimmt, Terrorgruppen in der Region nicht weiter zu finanzieren, hieß es aus den USA. Eingefrorene iranische Vermögenswerte im Ausland könnten demnach erst dann freigegeben werden, wenn Teheran zuvor Gegenleistungen erbracht hat. Bei entsprechender Kooperation seien im weiteren Verlauf auch Lockerungen von Sanktionen denkbar.
Die iranische Darstellung klingt teilweise anders. Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte zuvor über 14 Eckpunkte berichtet, die in einem Abkommen vereinbart worden seien. Darin heißt es unter anderem, dass die Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen geöffnet werde. Im Gegenzug sollten die USA ihre Seeblockade aufheben. Eine Einigung im Atomstreit solle demnach innerhalb von 60 Tagen erzielt werden. Die iranischen Agenturen Irna und Mehr berichteten zudem über ein Memorandum of Understanding, das ein Ende der Kämpfe im Libanon, iranische Kontrolle über die Straße von Hormus, die Freigabe iranischer Vermögen und die Fortsetzung der Urananreicherung vorsehe. Die iranische Darstellung spricht auch von der Aufhebung von Sanktionen, der Freigabe von Milliardenvermögen und Reparationszahlungen an den Iran.
Streit gibt es unter anderem um Irans Atomprogramm, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, den Krieg im Libanon, Sanktionen gegen den Iran und eingefrorene iranische Vermögen im Ausland. Die US-Seite setzt auf ein Gesamtpaket, das der Libanon, Israel und die Golfstaaten mittragen könnten. Teil der Verabredungen soll demnach auch sein, die territoriale Souveränität des Irans zu respektieren. US-Kreisen zufolge soll zudem ausgehandelt worden sein, dass die Straße von Hormus geöffnet und die US-Seeblockade iranischer Häfen aufgehoben werde.
Genf im Fokus – Schweiz bietet sich als Unterzeichnungsort an
Als wahrscheinlichster Ort für die Unterzeichnung gilt nach Angaben eines westlichen Insiders, der am Freitag zur Nachrichtenagentur Reuters sprach, Genf. Die Schweiz hatte bereits angeboten, als Ort für die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran zu dienen. Das Schweizer Außenministerium erklärte, man stehe in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten und dem Iran. Insider berichteten, die Vereinbarung könne noch am Sonntag unterzeichnet werden. Den Angaben zufolge sollen US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf das Abkommen unterzeichnen.
Ungeachtet der diplomatischen Annäherung blieb die Lage in der Region angespannt. In den vergangenen Tagen hatte es trotz einer seit Anfang April geltenden Waffenruhe mehrfach gegenseitige Angriffe gegeben. Das US-Militär habe Ziele im Iran angegriffen, Teheran habe mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait reagiert, hieß es. Das US-Militär schoss nach eigenen Angaben zwei iranische Drohnen ab. Das US-Central Command (Centcom) erklärte auf X, man habe sämtliche Drohnen in den letzten Stunden abgeschossen, während der Schiffsverkehr durch die Meerenge ungehindert weiterlaufe. Allerdings wurden demnach Handelsschiffe in der Meerenge am Persischen Golf mit Drohnen angegriffen. Centcom stellte klar, die Meerenge bleibe für den Schiffsverkehr geöffnet.
Trotz Annäherung: Gewalt in der Region dauert an
Im Libanon fordert der Iran ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz. Die Hisbollah lehnt Verhandlungen mit Israel ab. Zwischen Israel und der libanesischen Regierung gilt seit April eine Waffenruhe. Beide Parteien werfen sich gegenseitig vor, gegen die Bestimmungen der Vereinbarung fortlaufend zu verstoßen. Israelische Truppen sind im Südlibanon im Einsatz und haben Gebiete einseitig zu "Sicherheitszonen" erklärt. Israel ordnete am Samstag wiederum die Evakuierung von 20 Orten im Südlibanon an. Die israelische Armee meldete mehrere Drohnenangriffe der Hisbollah auf Nordisrael seit dem Freitagabend. Der israelische Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf X, die Bewohner und Bewohnerinnen sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit unverzüglich verlassen und sich nördlich des Flusses Sahrani begeben.
Israels Regierung schenkt den Beteuerungen Teheran, keine Atomwaffen anzustreben, keinen Glauben. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, solange er Regierungschef sei, "wird der Iran keine Atomwaffen besitzen. Präsident Trump und ich sind uns in dieser Frage vollkommen einig." Das Büro des israelischen Regierungschefs hatte zuvor mitgeteilt, Israel sei in das Abkommen in keiner Weise eingebunden. Das US-Nachrichtenportal Axios bezeichnete das Abkommen als "bittere Pille" für Netanjahu. In Israel wird demnach befürchtet, dass der Iran nach einer Unterzeichnung des Rahmenabkommens und dem Ende des Krieges die Verhandlungen in die Länge ziehen könnte, ohne echte Zugeständnisse in der Atomfrage zu machen.
Israelische Bedenken und innenpolitische Spannungen
Eine indirekte finanzielle Dimension hat unterdessen eine Reuters-Information aus den Golfstaaten aufgeworfen. Insidern zufolge sollen die Vereinigten Arabischen Emirate bereits Gelder in Höhe von mehr als drei Milliarden Dollar für den Iran freigegeben haben. Insgesamt hätten die VAE Zahlungen über zehn bis 20 Milliarden Dollar zugesagt, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Hintergrund ist, dass die Islamische Republik im Gegenzug ihre Angriffe auf den Golfstaat einstellen solle.
Trump hatte mitgeteilt, die geplanten Angriffe gegen den Iran seien abgesagt worden. Grund sei, dass die Diskussionen mit dem Iran über ein Abkommen vorangekommen seien. An den Börsen sorgten die Berichte über ein Rahmenabkommen für eine positive Reaktion. Eine Sprecherin der US-Regierung bezeichnete das sich abzeichnende Abkommen als "leistungsbasiert". Damit solle sichergestellt werden, dass Teheran die vereinbarten Schritte auch tatsächlich umsetze, bevor Vergünstigungen – etwa die Freigabe eingefrorener Vermögen – gewährt würden. Ein hochrangiger US-Vertreter beschrieb das Abkommen demnach als "leistungsbasiert".
Märkte reagieren, Verhandlungen gehen weiter
Die Eckpunkte, die in den vergangenen Tagen durch iranische Medien bekannt wurden, sorgten in Washington für Verstimmung. Trump nannte die iranischen Stellungnahmen "schwach und erbärmlich" und bezeichnete Iraner als "sehr unehrenhafte Menschen". Auf Truth Social erklärte er, es sei unmöglich, "in guten Glauben zu verhandeln". Gleichzeitig sprach er von einer bevorstehenden Einigung und stellte einen Erfolg für das Wochenende in Aussicht. Pakistan, das sich auf Gespräche auf technischer Ebene in der kommenden Woche vorbereitet, sieht sich in seiner Vermittlerrolle gestärkt. "Wir sind zuversichtlich, dass dieses historische Friedensabkommen eine solide Grundlage für dauerhaften Frieden bilden wird", schrieb Sharif auf X.
Trotz der positiven Signale bleiben Risiken: Ein hochrangiger US-Vertreter betonte, dass nicht alle Verantwortlichen im Iran hinter einer Vereinbarung stünden. Zudem ist offen, in welchem Zeitrahmen die einzelnen Schritte umgesetzt werden sollen. Sollte das Abkommen unterzeichnet werden, wäre es die erste umfassende Beilegung des Konflikts seit Kriegsbeginn am 28. Februar, als Israel gemeinsam mit den USA den Krieg gegen Iran startete. Beobachter werten die aktuelle Dynamik als möglichen Wendepunkt in einem Konflikt, der die gesamte Region erfasst hat. Die Verhandlungen stehen nun im Zeichen der Frage, ob aus der Absichtserklärung von Islamabad ein verbindlicher Friedensschluss wird.
Diese Nachricht wurde am 13.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Fragen & Antworten
Wer ist Shehbaz Sharif und welche Rolle spielt er in den Verhandlungen?
Shehbaz Sharif ist der Premierminister Pakistans. Pakistan vermittelt zwischen den Konfliktparteien und Sharif erklärte am Freitag, dass ein endgültiger Text des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran vorliege.
Welche Streitpunkte stehen im Mittelpunkt der US-Iran-Verhandlungen?
Streit gibt es unter anderem um Irans Atomprogramm, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, den Krieg im Libanon, Sanktionen gegen den Iran und eingefrorene iranische Vermögen im Ausland.
Was ist über den möglichen Unterzeichnungsort des Abkommens bekannt?
Genf gilt nach Angaben eines westlichen Insidern als wahrscheinlichster Ort; die Schweiz hat offiziell angeboten, als Unterzeichnungsort zu dienen.
Iran USA Friedensabkommen: Pakistan meldet Einigung | nachrichten360