Internationale Pressestimmen: Hamilton feiert ersten Ferrari-Sieg in Barcelona – die Runde der internationalen Reaktionen
Barcelona, 15. Juni 2026
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Kurzfassung
Lewis Hamilton hat beim Großen Preis von Barcelona-Catalunya seinen ersten Grand-Prix-Sieg für Ferrari gefeiert und damit eine Durststrecke von 40 Rennen beendet. Internationale Medien feiern den Erfolg des siebenfachen Weltmeisters als historischen Moment für die Scuderia.
Lewis Hamilton hat beim Großen Preis von Barcelona-Catalunya seinen ersten Grand-Prix-Sieg für Ferrari gefeiert und internationale Medien mit einer emotionalen Rückkehr auf die oberste Stufe des Podiums beschäftigt.
Spanische Presse: Parallele zu Schumacher
Der 41-jährige britische Rekordweltmeister setzte sich am Sonntag in Montmeló durch und beendete damit eine Serie von 40 Grand Prix ohne Sieg sowie 686 Tage ohne Erfolg. Für Ferrari war es der erste Grand-Prix-Triumph seit Oktober 2024. Hamiltons achter Platz in der Boxengasse nach dem Rennen verwandelte sich in Jubel: Er sprang mit seinen Mechanikern in der Zielgeraden, während „Lewis, Lewis“-Sprechchöre und vereinzelte „Bravissimo“-Rufe durch die Menge hallten. Sein 106. Karriere-Erfolg ist zugleich sein siebter Sieg auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.
Die spanische Sportzeitung Marca feierte Hamiltons Auftritt als legendär: „Hamilton bricht seinen Bann und belebt den WM-Kampf mit einem legendären Sieg in Montmeló neu. Der siebenfache Champion sichert sich seinen ersten Sieg als Ferrari-Pilot und bringt mit einer Meisterleistung bei Renntempo und Boxenstrategie neuen Schwung in die Meisterschaft." Mundo Deportivo betonte die historische Dimension: „Lewis Hamilton schrieb an diesem Sonntag Geschichte. […] Es ist ein Sieg, der ihm für immer in Erinnerung bleiben wird."
Die spanische AS hob vor allem die Parallele zu Michael Schumacher hervor, der vor 30 Jahren an gleicher Stelle seine Ferrari-Erfolgsserie begonnen hatte. In einem Verbatim-Zitat hieß es: „Hamilton verändert die Geschichte. Siege für Ferrari werden gesondert gezählt, und Hamilton holte seinen ersten an diesem Sonntag beim Großen Preis von Barcelona – genau an jenem Ort, an dem Schumacher vor 30 Jahren seine historische Erfolgsserie mit der Scuderia begonnen hatte." Mit seinem siebten Erfolg in Montmeló überbot Hamilton zudem Schumachers Rekord an Siegen auf dieser Strecke.
Italienische Gazetten im Ferrari-Taumel
Die italienischen Gazetten reagierten mit ungewohnter Überschwänglichkeit. Tuttosport titelte in Anlehnung an die Ferrari-Farbe „Roter Hammer. Hamilton, ein Ferrari-Schrei! Barcelona wird rot. Ein perfektes Rennen des siebenmaligen Weltmeisters." Gazzetta dello Sport verkündete: „Ferraris Durststrecke ist endlich vorbei: Hamilton triumphiert! Ein Jubel in Rot mit Lewis." Corriere dello Sport sprach von einem „wahr gewordenen Traum": „König Lewis triumphiert vor Russells Mercedes und bricht mit seinem siebten Sieg in Montmeló Schumachers Rekord."
Auch die österreichischen Medien würdigten den Erfolg. Der Kurier schrieb: „Der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Formel 1 hat ein weiteres Kapitel geschrieben. Sir Lewis Hamilton erfüllte sich und den Tifosi einen Traum und gewann seinen ersten Grand Prix für Ferrari." Oe24.at bezeichnete das Rennen als „Hitze-Krimi", in dem Hamilton „den kühlsten Kopf" behalten habe.
Britische und Schweizer Sicht auf das Debüt
In Frankreich titelte L'Equipe „König Lewis regiert wieder" und sprach von der untermauerten Legende. Le Parisien erinnerte an die lange Wartezeit: „Fast zwei Jahre ohne Sieg – eine Ewigkeit für einen Fahrer seines Kalibers. Lewis Hamilton feierte am Sonntag in Barcelona seinen 106. Formel-1-Sieg, seinen ersten für die Scuderia Ferrari." Die britische Tagespresse widmete sich vor allem dem Kontrast zur bisherigen Debütsaison. The Daily Mail sprach von einer „katastrophalen Debütsaison im Ferrari-Rot", die nun mit dem Triumph in Barcelona finde ihr vorläufiges Ende. The Guardian nannte den Erfolg „emotional" und verwies auf 40 Grand Prix ohne Sieg. The Sun feierte eine „meisterhafte Leistung" und titelte „Hammertime". The Telegraph hob hervor, Hamilton habe „im Titelkampf zurückgemeldet" und „ein deutliches Zeichen gegen seine Kritiker" gesetzt.
Hamiltons bisherige Debütsaison bei Ferrari verlief durchwachsen: In den ersten 24 Rennen hatte er kein Grand-Prix-Podium erreicht, wenngleich er im Sprint in China siegreich war. Vor Barcelona hatte er zuletzt zwei zweite Plätze geholt. Nach dem Rennen sprach er offen über die mentale Belastung der vergangenen Monate: „Es begann mit viel Begeisterung (Sprint-Sieg in China, Anm.), dann folgten ein ganzes Jahr lang viele Zweifel und viel Negativität. Ich habe daran geglaubt, was dieses Team erreichen kann, was wir gemeinsam erreichen können." Auf die Frage nach dem Moment des Sieges sagte er: „Wie findet man die richtigen Worte, um ein Gefühl zu beschreiben, das deine kühnsten Träume übertrifft?" Bereits zuvor hatte er eingeräumt: „Sheesh, vielleicht stimmt es ja, dass man, wenn man einen bestimmten Punkt erreicht, es nicht mehr draufhat."
Wolff kritisiert Mercedes-Auftritt
Der Blick aus der Schweiz fokussierte auf den sportlichen Wendepunkt: „Lewis Hamilton im Ferrari durchbricht die Dominanz von George Russell und Kimi Antonelli und feiert in Barcelona seinen ersten Grand-Prix-Sieg seit Juli 2024 im belgischen Spa – damals noch für Mercedes." Mercedes-Pilot Russell beendete das Rennen nach einer Führung zur Halbzeit auf Platz zwei – sein 100. Grand Prix für das Werksteam. Der 19-jährige Italiener Antonelli, der als WM-Spitzenreiter ins Rennen gegangen war, schied fünf Runden vor dem Ausfall aus, weil sein Auto stehen blieb, und gratulierte Hamilton unmittelbar danach: „Ich freue mich sehr für ihn. Er hat so lange auf diesen Sieg für Ferrari gewartet, das hat er absolut verdient."
Der Wiener Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich im ORF-Interview ungehalten über den Rennverlauf: „Es war ein Scheißrennen für uns. Man kann keine Meisterschaften gewinnen, wenn die Autos ausfallen, weil wir sie fighten haben lassen. Das ist etwas, wo wir unsere Regeln überdenken müssen. Weil wir haben jetzt einen echten Gegner." Über Hamilton sagte Wolff trotz des Frusts anerkennend: „Er hat so lange gewartet und so hart gearbeitet."
Mit Blick auf das nächste Rennen in Spielberg bleibt die Gesamtlage in der Fahrerwertung offen: Antonelli führt vor Hamilton mit 51 Punkten Vorsprung. Hamilton gab sich kämpferisch: „Es ist noch nicht vorbei, so viel ist sicher." Zudem ermahnte er sich und andere: „Man darf sich nie selbst hinterfragen, nie an sich zweifeln. Man muss weiter voll an sich glauben." Am Ziel in Barcelona schloss er mit einem Satz aus Kindertagen den Kreis: „Ich wollte schon als Kind in einem Ferrari gewinnen, das ist großartig."
Die Berichterstattung aus Barcelona unterstreicht, wie sehr dieser Sieg nicht nur eine sportliche, sondern auch eine symbolische Wende für Hamilton und Ferrari markiert – rund ein Jahr nach einem Wechsel, der von vielen Beobachtern als Wagnis eingestuft worden war.
Fragen & Antworten
Welchen Rekord brach Lewis Hamilton mit dem Sieg in Barcelona?
Mit seinem siebten Triumph auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya übertraf Hamilton den bisherigen Rekord von Michael Schumacher an Siegen auf dieser Strecke. Zudem war es sein insgesamt 106. Grand-Prix-Erfolg der Karriere.
Wie lange hatte Hamilton vor Barcelona auf einen Grand-Prix-Sieg warten müssen?
Hamilton beendete mit dem Barcelona-Erfolg eine Durststrecke von 40 Grand Prix ohne Sieg und 686 Tagen ohne Erfolg. Sein letzter Grand-Prix-Sieg datierte vom Juli 2024 in Spa-Francorchamps, als er noch für Mercedes fuhr.
Wie ist die Ausgangslage in der Fahrerwertung vor dem Großen Preis von Österreich?
WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli führt vor Hamilton mit 51 Punkten Vorsprung, obwohl er in Barcelona fünf Runden vor dem Ausfall mit technischem Defekt ausgeschieden war. Hamilton kündigte an, den Rückstand in Spielberg verkürzen zu wollen.
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