Das indische Privatunternehmen Skyroot Aerospace hat am Samstag mit der „Vikram 1" seine erste privat gebaute Orbitalrakete erfolgreich ins All gebracht, die rund 15 Minuten nach dem Start vom Weltraumbahnhof Sriharikota eine Umlaufbahn in 450 Kilometern Höhe erreichte.

Erfolgreicher Erstflug vom Weltraumbahnhof Sriharikota

Nach Angaben des Unternehmens hob die 23 Meter hohe „Vikram 1" kurz nach 12 Uhr Ortszeit vom Weltraumbahnhof Sriharikota an der Südostküste Indiens ab. Wie Skyroot auf der Onlineplattform X mitteilte, habe die Rakete ihren ersten orbitalen Testflug erfolgreich absolviert. „Hallo Weltraum, wir sind angekommen!", schrieb das Unternehmen.

Etwa 15 Minuten nach dem Start erreichte die Trägerrakete ihre Umlaufbahn in 450 Kilometern Höhe. Die Rakete ist nach Unternehmensangaben darauf ausgelegt, Satelliten mit einem Gewicht von bis zu 350 Kilogramm in den Orbit zu bringen.

Skyroot im Wettbewerb mit internationalen Anbietern

Mit dem erfolgreichen Flug tritt Skyroot in eine Reihe internationaler Privatunternehmen ein, die eigene kommerzielle Trägerraketen entwickeln. Bisher nutzt das US-Unternehmen für seine Missionen etwa die wiederverwendbare Rakete Falcon 9. Skyroot gehört zu einer neuen Generation indischer Firmen, die unabhängig von der staatlichen Weltraumorganisation ISRO Orbitalflüge anbieten wollen.

Bereits im März 2025 hatte Skyroot mit der kleineren Spectrum-Rakete einen Testflug unternommen. Die Rakete war damals erfolgreich abgehoben, aber nach rund 30 Sekunden planmäßig ins Meer gestürzt. Der jetzige Flug gilt daher als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu regelmäßigen kommerziellen Starts.

Indien öffnet den Markt für private Raumfahrt

Indien hatte in den vergangenen Jahren seine zivile Raumfahrtpolitik geöffnet und Investitionen für private Anbieter ermöglicht. Der wachsende Markt für Kleinsatelliten und die steigende Nachfrage nach preiswerten Startkapazitäten haben in dem Land mehrere Start-ups hervorgebracht, die Raketen, Triebwerke und Satellitentechnik entwickeln.

Skyroot wurde 2018 in Hyderabad gegründet und gehört zu den am weitesten fortgeschrittenen privaten Raketenentwicklern Indiens. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben an mehreren Raketenmodellen und plant weitere Testflüge, um die Technologie für kommerzielle Aufträge zu qualifizieren.

Ausblick auf weitere Testflüge

Mit dem Flug der „Vikram 1" positioniert sich Indien in einem zunehmend von privaten Anbietern geprägten globalen Raumfahrtmarkt. Beobachter sehen den Erfolg als Signal dafür, dass das Land in der kommerziellen orbitalen Raumfahrt künftig eine größere Rolle spielen könnte.

Der Start erfolgte am 18. Juli 2026 und wurde unter anderem im Programm Deutschlandfunk aufgegriffen. Skyroot kündigte an, die bei dem Flug gesammelten Daten auszuwerten und auf dieser Grundlage die nächsten Schritte vorzubereiten.