Hitzerekord in Österreich: Wärmste Nacht seit Messbeginn mit 27,5 Grad in Niederösterreich
Wien, 30. Juni 2026
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Kurzfassung
In der Nacht auf Montag hat Österreich den Rekord für die wärmste Nacht seit Beginn der Messungen gebrochen: An der Buchbergwarte in Neulengbach in Niederösterreich sank die Temperatur nicht unter 27,5 Grad. In Wien registrierte die Jubiläumswarte in Ottakring 27,3 Grad als neuen Höchstwert, während tagsüber erneut bis zu 40 Grad möglich sind.
In der Nacht auf Montag hat Österreich den Rekord für die höchste nächtliche Tiefsttemperatur seit Messbeginn gebrochen, während am Tag darauf im Osten des Landes erneut bis zu 40 Grad Celsius erwartet wurden.
An der Buchbergwarte in Neulengbach in Niederösterreich wurde ein nächtlicher Tiefstwert von 27,5 Grad Celsius gemessen – ein neuer Rekord für die höchste je in Österreich registrierte Mindesttemperatur. Damit wurde der bisherige Höchstwert, der seit dem August 2017 in der Wiener Innenstadt mit 26,9 Grad notiert worden war, deutlich übertroffen. Die Wetterzentrale sprach von einer beispiellosen Hitzewelle und warnte: „Achten Sie besonders auf Kinder und vulnerable Personen in ihrer Nähe."
Rekordwerte in Wien und Niederösterreich
Auch in Wien purzelten die Rekorde: Auf der Jubiläumswarte im Bezirk Ottakring sank die Temperatur in der Nacht nicht unter 27,3 Grad Celsius – so hoch lag das nächtliche Minimum an keiner Wetterstation der Republik zuvor. In der Wiener Innenstadt fiel das Thermometer lediglich auf 26,1 Grad; um 23 Uhr zeigte es dort noch 32 Grad, um Mitternacht lagen Wien, Linz und Retz noch immer bei über 30 Grad. In Wien sank das Thermometer die ganze Nacht nicht unter 27 Grad.
Insgesamt registrierte die GeoSphere Austria an rund 90 der etwa 280 betriebenen Wetterstationen eine sogenannte Tropennacht, also eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter die 20-Grad-Marke fällt. „Die Luftmasse ist schon so extrem heiß, dass Tropennächte bis zu einer Seehöhe von 1.000 Metern beobachtet wurden“, erklärte Geosphere-Klimatologe Alexander Orlik. Auch Landeshauptstädte außerhalb Wiens verzeichneten ungewöhnlich hohe Nachtwerte.
Die Liste der betroffenen Städte liest sich wie ein Querschnitt durch Österreich: Eisenstadt meldete 22,3 Grad, Graz-Straßgang und Klagenfurt HTL1 erreichten jeweils 21,7 Grad, Bregenz kam auf 20,8 Grad und Salzburg-Freisaal auf 20,6 Grad. St. Pölten verzeichnete einen Tiefstwert von 24 Grad, dicht gefolgt von Linz mit 24,5 Grad – Platz fünf im Hitze-Ranking der Nacht.
Tropennächte bis in mittlere Berglagen
Bemerkenswert ist die Ausdehnung der Hitze in höhere Lagen. Am Kolomansberg im Salzburger Land auf 1.113 Metern Seehöhe kühlte es ebenfalls nicht unter 21,7 Grad ab. In den Leiser Bergen blieb es bei 25,7 Grad, am Buchberg bei 25,5 Grad. Diese Werte zeigen, dass die Hitzewelle selbst in mittleren Berglagen kaum Abkühlung brachte und die Tropennacht-Definition dort ebenfalls erreicht wurde.
Die laufende Hitzewelle sei beispiellos, sagte Manuel Oberhuber von der ORF-Wetterredaktion: „Eine so warme Nacht hat es in Österreich noch nie gegeben.“ Er bezeichnete die vergangene Nacht in Wien als die „bisher wärmste Nacht seit Messbeginn“. Oberhuber kündigte zugleich eine leichte Entspannung an: In der zweiten Wochenhälfte werde „Zeit zum Durchlüften“ bleiben.
40 Grad in Wien: Erstmals die historische Marke erreicht
Bereits am vorangegangenen Nachmittag hatte die Bundeshauptstadt extreme Hitze vermeldet, die anschließende Nacht brachte kaum Abkühlung. Um 16.35 Uhr registrierte die Messstelle Wien-Innere Stadt exakt 40 Grad Celsius – die höchste jemals in Wien gemessene Temperatur. Damit wurde in Wien erstmals die 40-Grad-Marke erreicht; der bisherige nationale Tagesrekord lag bei 40,5 Grad, gemessen am 8. August in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich.
Der Sonntag war nach Angaben der GeoSphere Austria zugleich der zweitheißeste Tag in Österreich seit Beginn der Messungen nach dem 8. August. In Niederösterreich wurden am Sonntag in Langenlebarn 39,9 Grad gemessen, in Innsbruck waren es 38,7 Grad, in Eisenstadt 38,2 Grad. Die höchste gemessene Temperatur in Oberösterreich war ebenfalls 38,2 Grad: am Sonntag in Enns, Linz und Wels, am Samstag bereits in Bad Goisern.
Auch in der Steiermark und in Salzburg wurden extreme Werte registriert: Im steirischen Mooslandl waren es am Sonntag 37,4 Grad, ebenso auf dem Salzburger Flughafen. In Vorarlberg war es in Bludenz mit 37,3 Grad am heißesten. Die GeoSphere Austria sprach angesichts dieser Werte von einer „beispiellosen“ Hitzewelle, die weite Teile des Landes gleichzeitig betraf.
Anhaltende Belastung am Montag
Am Montag blieb die Lage angespannt: Im Osten Österreichs wurde es erneut brütend heiß mit bis zu 39 Grad, lokal waren im äußersten Osten sogar erneut bis zu 40 Grad möglich. Auch tagsüber waren laut Oberhuber wieder 40 Grad erreichbar, sodass sich die ohnehin historische Nacht unmittelbar in einen weiteren extremen Hitzetag fortsetzte.
Dramatische Lage im Kaunertal
Die anhaltende Hitze hatte bereits am Wochenende konkrete Folgen: Besonders dramatisch war die Lage im Kaunertal in Tirol, wo rund 200 Menschen vorübergehend eingeschlossen waren und zudem das Handynetz ausfiel. Die Kombination aus blockierten Straßen und fehlender Kommunikation machte den Einsatz der Helferinnen und Helfer vor Ort deutlich schwieriger und verdeutlichte die Gefahren, die eine solche Hitzewelle in alpinen Regionen mit sich bringen kann.
Klimatologe Alexander Orlik verwies darauf, dass die aktuellen Nachttemperaturen Ausdruck einer „extrem heißen Luftmasse“ seien, die sich über Mitteleuropa festgesetzt habe. Wenn die nächtliche Abkühlung fehle, könne sich der Körper über Stunden nicht regenerieren, was insbesondere für ältere Menschen, Kranke und Kinder ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstelle. Die Behörden riefen dazu auf, die Wohnungen tagsüber abzudunkeln, viel zu trinken und körperliche Anstrengungen in die Morgen- und Abendstunden zu verlegen.
Der bisherige österreichische Höchstwert für eine Nacht stammte aus dem August 2017 und lag bei 26,9 Grad, gemessen in der Wiener Innenstadt am 2. August. Damals wurden in der Wiener Innenstadt 26,9 Grad als tiefster Nachtwert registriert. Dass dieser Wert nun nicht nur in Wien, sondern auch an der Buchbergwarte in Niederösterreich und auf der Jubiläumswarte übertroffen wurde, unterstreicht die bundesweite Dimension des aktuellen Wetterereignisses.
Einordnung und Ausblick
Mit einem nächtlichen Tiefstwert von 27,3 Grad Celsius auf der Wiener Jubiläumswarte und 27,5 Grad an der Buchbergwarte wurde laut GeoSphere Austria ein neuer österreichischer Rekord aufgestellt. In der Nacht auf Montag wurden die bisherigen Höchstwerte für nächtliche Temperaturen im Land offiziell übertroffen, wie die Behörde mitteilte. Die Republik erlebte damit die heißeste Nacht ihrer Messgeschichte.
Die Entwicklung steht im Einklang mit einer Reihe von Hitzerekorden, die in den vergangenen Jahren in Mitteleuropa verzeichnet wurden. Meteorologinnen und Meteorologen sehen in der Häufung solcher Extremwerte ein deutliches Signal für den Klimawandel. Oberhuber formulierte es zugespitzt: „Eine so warme Nacht hat es in Österreich noch nie gegeben“ – und verwies zugleich darauf, dass erst die zweite Wochenhälfte „Zeit zum Durchlüften“ bringen werde.
Für die kommenden Tage kündigte die ORF-Wetterredaktion schrittweise Linderung an: Nach dem extremen Montag sollen die Temperaturen in den Folgetagen langsam sinken, sodass nächtliche Tiefstwerte wieder unter die 20-Grad-Marke fallen können. Bis dahin gilt die ausdrückliche Empfehlung der Wetterzentrale, besonders auf Kinder und vulnerable Personen in der eigenen Umgebung zu achten und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Fragen & Antworten
Wie lautet der neue österreichische Rekord für die wärmste Nacht?
Den neuen Rekord hält die Buchbergwarte in Neulengbach in Niederösterreich mit einem nächtlichen Tiefstwert von 27,5 Grad Celsius; auf der Wiener Jubiläumswarte in Ottakring wurden 27,3 Grad gemessen.
Was bedeutet der Begriff Tropennacht?
Eine Tropennacht liegt laut GeoSphere Austria vor, wenn die Temperatur in der Nacht nicht unter die 20-Grad-Marke fällt; in der Rekordnacht wurde dies an rund 90 der etwa 280 Messstationen registriert.
Wann wurde in Wien erstmals 40 Grad gemessen?
In Wien wurde erstmals am vorangegangenen Nachmittag die 40-Grad-Marke erreicht – um 16.35 Uhr registrierte die Messstelle Wien-Innere Stadt exakt 40 Grad Celsius.
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