Hasskriminalität in Österreich 2025: Weltanschauung und Herkunft dominieren als Motive
Wien, 27. Juli 2026
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Kurzfassung
Der neue Lagebericht Hate-Crime des Innenministeriums zeigt: Weltanschauung und ethnische Herkunft waren 2025 die häufigsten Motive für Hassverbrechen in Österreich. Innenminister Karner warnt vor einer Verjüngung und Digitalisierung der Taten.
Weltanschauung und nationale oder ethnische Herkunft waren im Jahr 2025 die häufigsten Motive für vorurteilsmotivierte Straftaten in Österreich, wie aus dem am Montag veröffentlichten Lagebericht Hate-Crime des Innenministeriums hervorgeht.
Laut dem Bericht wurden im vergangenen Jahr 6.751 registrierte Hassverbrechen erfasst, eine Zahl, die annähernd gleich blieb wie 2024 mit 6.786 Delikten. Insgesamt wurden 7.327 Vorurteilsmotive identifiziert, wobei mehrere Motive pro Tat möglich sind. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) führte die Zahlen in einer Aussendung an.
An erster Stelle der Motive steht die Weltanschauung mit 4.009 erfassten Fällen. Das Innenministerium ordnet dieser Kategorie auch die Ablehnung politischer Parteien und westlicher Demokratien zu. Auf Platz zwei folgt die nationale oder ethnische Herkunft mit 1.523 Nennungen.
Motive im Detail
Sexuelle Orientierung wurde in 330 Fällen als Vorurteilsmotiv festgehalten. Weitere Delikte betrafen Verhetzung mit 545 erfassten Motiven, Körperverletzung mit 595, gefährliche Drohungen mit 529 sowie Sachbeschädigungen mit 1.021 Nennungen.
Bei den Straftaten handelte es sich am häufigsten um Verstöße gegen das Verbotsgesetz (2.939 Motive), gefolgt von Sachbeschädigungen (1.021) und gefährlichen Drohungen (529). Bei den hier häufigsten Delikten Körperverletzung, gefährliche Drohung und Nötigung war die nationale bzw. ethnische Herkunft das dominante Motiv.
Am häufigsten fanden die Taten im Internet statt, wo 1.917 Motive registriert wurden. Erst danach folgt der öffentliche Raum mit 1.497 Motiven als zweithäufigster Tatort. Bei den Hasspostings im Internet beliefen sich drei Viertel auf Verstöße gegen das Verbotsgesetz, ein Fünftel auf Straftaten gegen den öffentlichen Frieden wie zum Beispiel Verhetzung.
Tatorte verschieben sich ins Netz
Ein Drittel der Tatverdächtigen war schließlich jünger als 21 Jahre. Diese Entwicklung bewertet Karner als besorgniserregend: Hasskriminalität werde zunehmend jünger und finde verstärkt digital statt. Bei Jüngeren und im Netz setzen auch die Präventionsschwerpunkte wie der sich in Ausarbeitung befindende Nationale Aktionsplan gegen Hasskriminalität an.
Tatverdächtige werden jünger
72 Prozent der Tatverdächtigen besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft. Bei der gewaltbezogenen Hasskriminalität machten Männer 62 Prozent der Opfer aus. Die Aufklärungsquote stieg von 67 Prozent im Jahr 2024 auf 71 Prozent im Jahr 2025.
Aufklärungsquote gestiegen
Karner führt die höhere Aufklärungsquote in einer Aussendung auf "die konsequente Ermittlungstätigkeit der Sicherheitsbehörden" zurück. Die Aufklärungsquote stieg demnach um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Der Bericht weist darauf hin, dass mehrere Vorurteilsmotive auf eine einzelne Tat zutreffen können. Daher übersteigt die Zahl der Motive in der Regel die Zahl der registrierten Straftaten. Die Gesamtzahl von 7.327 Vorurteilsmotiven verteilt sich auf 6.751 Delikte.
Prävention durch Aktionsplan
Mit Blick auf die Prävention verweist das Ministerium auf den Nationalen Aktionsplan gegen Hasskriminalität, der sich derzeit in Ausarbeitung befindet. Dieser soll gezielt jüngere Zielgruppen und digitale Räume adressieren, wo ein Großteil der Taten verübt wird.
Die Statistik unterscheidet zwischen dem Tatort Internet und dem öffentlichen Raum. Während das Internet mit 1.917 Motiven den ersten Platz belegt, folgt der öffentliche Raum mit 1.497 Motiven. Andere Tatorte wie private Wohnräume oder Arbeitsstätten sind in den verfügbaren Daten weniger stark vertreten.
Hasspostings dominieren im Internet
Bei den Hasspostings im Internet zeigt sich eine klare Dominanz von Verstößen gegen das Verbotsgesetz. Dieses Gesetz verbietet unter anderem die Wiederbetätigung nationalsozialistischer Organisationen und die Verbreitung entsprechender Propaganda. Ein Fünftel der Online-Hasspostings betraf Straftaten gegen den öffentlichen Frieden wie Verhetzung.
Der Lagebericht Hate-Crime wird jährlich vom Innenministerium veröffentlicht und dient als Grundlage für politische Entscheidungen im Bereich der Prävention und Strafverfolgung. Er fasst die polizeilich registrierten Fälle vorurteilsmotivierter Kriminalität zusammen und ordnet sie nach Motiv, Tatort und Deliktstypus.
Die Veröffentlichung des Berichts fällt in eine Phase verstärkter Debatten über die Bekämpfung von Hass im Internet. Karner betonte, dass die wachsende Digitalisierung der Taten neue Herausforderungen für die Ermittlungsbehörden mit sich bringe. Der Nationale Aktionsplan soll hier Abhilfe schaffen.
Insgesamt zeigt der Bericht, dass Hasskriminalität in Österreich strukturell verankert ist. Die Tatsache, dass die Zahl der registrierten Fälle kaum gesunken ist und gleichzeitig die Taten zunehmend jünger und digitaler werden, stellt die Sicherheitsbehörden vor anhaltende Herausforderungen.
Die Ermittlungsbehörden registrierten demnach 2.939 Verstöße gegen das Verbotsgesetz, 1.021 Sachbeschädigungen, 595 Körperverletzungen, 529 gefährliche Drohungen und 545 Verhetzungen als häufigste Deliktstypen. Diese Zahlen bilden das Kernbild der Hasskriminalität in Österreich für das Jahr 2025.
Die Kategorie Weltanschauung umfasst dabei ein breites Spektrum: von extremistischen Ideologien bis zur Ablehnung demokratischer Grundordnungen. Mit 4.009 Fällen macht diese Kategorie mehr als die Hälfte aller erfassten Vorurteilsmotive aus.
Der Bericht macht deutlich, dass Hasskriminalität nicht auf einzelne Tatorte oder Tätergruppen beschränkt ist. Sowohl im digitalen Raum als auch im öffentlichen Raum, sowohl durch junge als auch durch ältere Tatverdächtige werden vorurteilsmotivierte Straftaten verübt. Die Bekämpfung erfordert daher ein vielschichtiges Vorgehen.
Fragen & Antworten
Welche Motive waren 2025 am häufigsten für Hasskriminalität in Österreich?
Weltanschauung war mit 4.009 Fällen das häufigste Motiv, gefolgt von nationaler oder ethnischer Herkunft mit 1.523 Fällen. Sexuelle Orientierung wurde in 330 Fällen als Vorurteilsmotiv registriert.
Wie viele Hassverbrechen wurden 2025 in Österreich registriert?
Im Jahr 2025 wurden 6.751 Hassverbrechen registriert, eine Zahl, die annähernd gleich blieb wie 2024 mit 6.786 Delikten. Insgesamt wurden 7.327 Vorurteilsmotive identifiziert.
Welche Maßnahmen plant Österreich gegen die zunehmende Hasskriminalität?
Österreich entwickelt einen Nationalen Aktionsplan gegen Hasskriminalität, der sich derzeit in Ausarbeitung befindet. Dieser soll gezielt jüngere Zielgruppen und digitale Räume adressieren, wo ein Großteil der Taten verübt wird.
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