Mexiko-Stadt, 17 Juni 2026
Der mexikanische Torhüter Guillermo Ochoa hat im Anschluss an die WM 2026 in Kanada, den USA und Mexiko das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere angekündigt und sieht auch für seine Vereinslaufbahn keinen Sinn mehr.
Ochoa gehört mit 153 Länderspielen zu den prägendsten Spielern der mexikanischen Fußballgeschichte. Wie der Weltverband FIFA im Rahmen der Initiative „Briefe, die verbinden" berichtete, sagte der 40-Jährige in einem Interview: „Meine Karriere, diese lange Reise, mit einer Weltmeisterschaft in Mexiko zu beenden, ist fantastisch." Dabei nahm er Bezug auf eine Nachricht seiner 13-jährigen Tochter Lucciana.
Stationen und Zahlen einer Ausnahmekarriere
Der Keeper war 2004 erstmals in den Kader der mexikanischen Nationalmannschaft berufen worden und feierte 2005 sein Debüt zwischen den Pfosten. Bei der Endrunde in seiner Heimat, die am 11. Juni startete, bestritt er bereits seine sechste WM-Teilnahme nach 2006, 2010, 2014, 2018 und 2022. Damit teilt er den Rekord für die meisten WM-Teilnahmen eines Spielers.
Sein erster Verein war CF América, für den er Anfang 2004 im Alter von 18 Jahren in der Liga MX debütierte. 425 Einsätze für den Klub aus Mexiko-Stadt sind der klare Höchstwert in seiner Karriere. Es folgten Stationen beim korsischen AC Ajaccio mit 116 Partien und Standard Lüttich mit 86 Spielen. Seinen höchsten Marktwert erreichte Ochoa zweimal: 8 Millionen Euro, zunächst 2009 bei América und erneut 2014 nach der WM in Brasilien bei seinem damaligen Klub Málaga, wo er erstmals Stammtorwart einer mexikanischen Endrundenauswahl gewesen war.
In Mexiko ist Ochoa eine Kultfigur, sein Spitzname „Memo" ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Vor ihm liegen in der Liste der mexikanischen Rekordnationalspieler nur Andrés Guardado mit 182 Einsätzen und der frühere Verteidiger Claudio Suárez mit 177 Länderspielen. Guardado war einst für Bayer Leverkusen aktiv.
Abschied mit klaren Worten
Ochoa erklärte, dass er sich eine Fortsetzung seiner Laufbahn ohne das Trikot der mexikanischen Auswahl nicht vorstellen könne. „Ich gehe in Frieden, mit hoch erhobenem Kopf und stolz darauf, dies erlebt zu haben", sagte er. Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete er: „Ich sehe keinen Sinn mehr darin, weiterzuspielen."
Vertraglich war Ochoa bis zum 31. Mai 2026 an AEL Limassol auf Zypern gebunden, sein Marktwert wurde zuletzt auf 250.000 Euro taxiert. Bei der WM 2026 gehört Stammkraft Raúl Rangel vom Deportivo Guadalajara zum Kader von Trainer Javier Aguirre, der 26 Spieler umfasst und einen Gesamtmarktwert von 98,20 Millionen Euro aufweist.
Generationswechsel im mexikanischen Tor
Der Generationswechsel im mexikanischen Tor ist auch personell sichtbar: Als Ochoa sein erstes Länderspiel bestritt, war der heutige Jungstar Gilberto Mora noch gar nicht geboren. Mora ist 17 Jahre alt und gilt als eines der größten Talente des Landes.
Mit Blick auf den kommenden Turnierverlauf wird Ochoas Abschied als emotionaler Schlusspunkt einer Ära erwartet. In den sozialen Netzwerken reagierten Fans und Weggefährten mit zahlreichen Würdigungen für den Torhüter, der Mexiko über zwei Jahrzehnte als Stammkraft oder als erfahrenen Backup prägte.
Ausblick nach dem Turnier
Der mexikanische Fußballverband und Ochoas Berater haben sich bisher nicht öffentlich zu möglichen Abschiedsspielen oder einer Rolle im Verband geäußert. Klar ist, dass seine aktive Laufbahn als Spieler mit dem Ende der WM 2026 enden wird – ob in Mexiko oder an einem anderen Ort.
