Großbrand in Wiener Entsorgungsbetrieb: A23 bleibt nach Feuer in Donaustadt gesperrt
Wien, 04. Juli 2026
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Kurzfassung
Ein Großbrand in einem Entsorgungsbetrieb in der Wiener Deinleingasse hat am Freitagabend einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst und die A23 zwischen Kaisermühlen und Stadlauer Tunnel in beiden Richtungen lahmgelegt. Die Sperre dürfte nach Angaben des ÖAMTC noch bis zum Samstagabend andauern, weil ein Statiker die Stabilität der beschädigten Lagerhalle prüft.
Ein Großbrand in einem Entsorgungsbetrieb in Wien-Donaustadt hat am Freitagabend, dem 3. Juli 2026, einen stundenlangen Großeinsatz der Berufsfeuerwehr Wien ausgelöst und die A23 Südosttangente zwischen dem Knoten Kaisermühlen und dem Stadlauer Tunnel in beiden Richtungen vollständig gesperrt.
Brandhergang und erste Einsatzmaßnahmen
Der Alarm erreichte die Berufsfeuerwehr Wien am Freitag gegen 18.00 Uhr: In der Deinleingasse war eine Lagerhalle eines Entsorgungsbetriebes in Brand geraten, die Flammen griffen rasch auf angrenzende Freilagerflächen im Außenbereich über. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatten das Feuer und der beißende Rauch bereits weite Teile der Halle sowie gelagertes Material auf dem Freigelände erfasst.
Wegen der schnellen Brandausbreitung und der intensiven Rauchentwicklung, die aus weiten Teilen Wiens sichtbar war, rief die Einsatzleitung "Alarmstufe 4" aus. Bis zu 120 Feuerwehrleute mit 31 Fahrzeugen waren gleichzeitig im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Mit mehreren Löschleitungen und Wasserwerfern gingen die Einsatzkräfte gegen die meterhohen Flammen vor, die durch die hohe Brandlast und die Größe der Halle zusätzlich erschwert wurden.
Großeinsatz mit Alarmstufe 4
Die Wiener Berufsfeuerwehr arbeitete bei dem Einsatz Hand in Hand mit der Berufsrettung Wien, der Landespolizeidirektion Wien, der ASFINAG und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Während die Hauptkräfte in Donaustadt gebunden waren, übernahmen die zwei Stadtfeuerwehrverbände und der Katastrophenhilfsdienst des Wiener Landesfeuerwehrverbandes die Grundschutzversorgung der Wiener Bevölkerung und rückten zugleich zu mehreren parallel eingehenden Notfällen in der Stadt aus.
Gegen 21.00 Uhr gelang es den Einsatzkräften, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Vollständige Löscharbeiten und umfangreiche Aufräumarbeiten zogen sich jedoch bis in die frühen Morgenstunden hin. Am Samstag waren Feuerwehrleute noch damit beschäftigt, Glutnester abzulöschen und Sicherungsmaßnahmen an der schwer beschädigten Halle vorzunehmen.
Lob von der Feuerwehrstadträtin
Verletzt wurde bei dem Brand niemand. In der betroffenen Halle hielten sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs keine Personen auf. Die Wiener Feuerwehrstadträtin Barbara Novak (SPÖ) machte sich am Samstag persönlich ein Bild von der Lage und dankte den Einsatzkräften für ihren stundenlangen Einsatz unter herausfordernden Bedingungen.
Ein Statiker prüft die Stabilität der schwer beschädigten Lagerhalle sowie mögliche Auswirkungen auf die unmittelbar angrenzende Autobahninfrastruktur. Erst nach Abschluss dieser Untersuchung kann entschieden werden, wann die A23 Südosttangente zwischen Knoten Kaisermühlen und Stadlauer Tunnel wieder freigegeben wird. Bis dahin bleiben beide Fahrtrichtungen gesperrt.
Sperre der A23 Südosttangente
Der ÖAMTC rechnete ursprünglich damit, dass die Sperre noch zumindest bis zum Samstagabend aufrechterhalten bleibt. Bereits am Samstagvormittag kam es auf den nahen Ausweichrouten Erzherzog-Karl-Straße und Stadlauer Straße zu erheblichen Verzögerungen. Der ÖAMTC empfahl Autofahrerinnen und Autofahrern, weiträumig über die A22 auszuweichen.
Während der Sperre wurde der Verkehr über das umliegende Straßennetz umgeleitet. Da die gesperrte Strecke zu einem der meistbefahrenen Abschnitte des Wiener Autobahnnetzes zählt, waren die Auswirkungen auf den Pendlerverkehr enorm. "Wir empfehlen hier bei Möglichkeit großräumig, wie etwa über die A22, auszuweichen", sagte ein Sprecher.
Ursachensuche steht am Anfang
Novak betonte am Einsatzort: "Oberstes Ziel bleibt der Schutz aller Beteiligten und die Sicherheit aller Einsatzkräfte". Sie sprach den Feuerwehrleuten ihren ausdrücklichen Dank aus und unterstrich, dass diese "unter herausfordernden Bedingungen seit Stunden hervorragende Arbeit leisten".
Die Ursache des Brandes ist nach Angaben der Wiener Feuerwehr Gegenstand laufender Ermittlungen. Hinweise auf eine strafrechtlich relevante Brandstiftung oder auf einen technischen Defekt als Auslöser wurden bislang nicht öffentlich genannt.
Die A23 Südosttangente gilt als eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Bundeshauptstadt. Sie führt unter anderem am Nationalpark Donau-Auen vorbei und verbindet die Bezirke entlang der Donau. Die Vollsperrung in beiden Richtungen ist daher ein gravierender Einschnitt in den Wiener Individualverkehr.
Der Einsatz verdeutlichte auch die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Wiener Feuerwehrstruktur. Während die Berufsfeuerwehr den Großbrand bekämpfte, hielten die Freiwilligen Feuerwehren und der Katastrophenhilfsdienst die Regelversorgung der Stadt aufrecht und rückten gleichzeitig zu mehreren parallel eingehenden Notfällen aus.
Wiener Verkehrsinfrastruktur unter Druck
Beobachter wiesen darauf hin, dass die dichte Rauchsäule am Freitagabend weithin sichtbar war und sogar Anrainerinnen und Anrainer in weiter entfernten Bezirken verunsicherte. Die Wiener Feuerwehr rief deshalb mehrfach über offizielle Kanäle dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr erklärte als oberstes Ziel: "Ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Bereiche verhindern." Diese Priorität habe den gesamten Kräfteeinsatz geleitet und sei auch beim Aufbau der Löschleitungen berücksichtigt worden.
Nach Angaben des Verkehrsdienstes von Ö3 wurde die A23 in der Nacht auf Sonntag nach Abschluss der wesentlichen Sicherungsarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben. Zuvor waren die Einsatzkräfte nach dem eigentlichen Feuer noch stundenlang mit Nachlöscharbeiten und der Sicherung der Halle beschäftigt.
Insgesamt verdeutlicht der Vorfall die Anfälligkeit der Wiener Verkehrsinfrastruktur für lokale Großschadensereignisse: Schon wenige hundert Meter zwischen der Lagerhalle und der Autobahn genügten, um die A23 für rund eineinhalb Tage komplett stillzulegen. Die zuständigen Behörden kündigten an, die Ursache des Feuers lückenlos aufzuklären.
Fragen & Antworten
Was geschah beim Großbrand in Wien-Donaustadt?
Am Freitagabend, dem 3. Juli 2026, brach in einer Lagerhalle eines Entsorgungsbetriebes in der Deinleingasse ein Feuer aus, das rasch auf Freilagerflächen übergriff und einen Großeinsatz der Berufsfeuerwehr Wien auslöste.
Warum blieb die A23 Südosttangente gesperrt?
Die A23 musste zwischen Knoten Kaisermühlen und Stadlauer Tunnel in beiden Richtungen gesperrt werden, weil ein Statiker die Stabilität der schwer beschädigten Lagerhalle sowie mögliche Auswirkungen auf die angrenzende Autobahninfrastruktur prüfte.
Wie ist es der Stadt Wien gelungen, den Brand zu kontrollieren?
Bis zu 120 Feuerwehrleute mit 31 Fahrzeugen brachten das Feuer gegen 21.00 Uhr unter Kontrolle; parallel übernahmen die Freiwilligen Feuerwehren und der Katastrophenhilfsdienst die Grundschutzversorgung der Wiener Bevölkerung.
Großbrand Wien Donaustadt: A23-Sperre nach Brand | nachrichten360