Ein Gerichtsurteil in Ankara hat die Republikanische Volkspartei (CHP) in eine existenzielle Krise gestürzt, indem es die Wahl von Özgür Özel zum Parteivorsitzenden annullierte und Kemal Kilicdaroglu vorläufig wieder als Parteichef einsetzte.

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit Unregelmäßigkeiten beim Parteitag 2023, insbesondere mit Stimmenkauf. Kilicdaroglu, der die CHP bereits von 2010 bis 2023 geführt hatte, bezog daraufhin sein altes Büro im zwölften Stock der 20-stöckigen Parteizentrale in Ankara.

Am Samstag des Opferfests, zehn Tage nach dem Urteil, trat der 77-Jährige kurz nach 14 Uhr vor Anhänger, die sich vor dem Gebäude versammelt hatten. Er kündigte an, die Partei zu säubern und keine Unregelmäßigkeiten zu dulden – eine kaum verhüllte Kritik am Lager um Özel.