WM 2026: Mbappé übertrifft Giroud – Frankreich schlägt | nachrichten360
Frankreichs Auftaktsieg gegen Senegal: Mbappé übertrifft Girouds Torrekord und führt Équipe Tricolore zu 3:1
East Rutherford, 18. Juni 2026
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Kurzfassung
Frankreichs Équipe Tricolore hat ihr Auftaktspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in East Rutherford gegen Senegal mit 3:1 gewonnen. Kylian Mbappé avancierte mit seinen beiden Treffern zum alleinigen Rekordtorschützen Frankreichs und übertraf Olivier Girouds Bestmarke von 57 Länderspieltoren.
Frankreichs Équipe Tricolore hat am Dienstagabend ihr Eröffnungsspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im MetLife Stadium von East Rutherford gegen Senegal mit 3:1 (0:0) gewonnen, wobei Kapitän Kylian Mbappé mit zwei Toren die entscheidenden Akzente setzte.
Die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps tat sich im ersten Gruppenspiel der Gruppe I lange Zeit schwer und lieferte eine über weite Strecken uninspirierte Vorstellung ab. Über die gesamte erste Hälfte brachte die Équipe Tricolore keinen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor – eine bemerkenswert schwache Bilanz für den amtierenden Vizeweltmeister und Mitfavoriten auf den Titel.
Anders als die Franzosen präsentierten sich die Senegalesen, die als frisch gebackene Afrika-Cup-Gewinner in das Turnier gestartet waren, in der Anfangsphase wach und gefährlich. Bereits in der 2. Minute verzeichnete Senegal durch eine Flanke von Malick Diouf an den zweiten Pfosten die erste Torchance, die Théo Hernández klären konnte. In der 8. Minute legte Nicolas Jackson mit einem Hackentrick auf Ismaila Sarr auf, doch Dayot Upamecano blockte den Schuss des Crystal-Palace-Profis entscheidend.
In der 25. Minute hatte Senegal die bis dahin größte Möglichkeit der Partie: Nicolas Jackson, der in der Vorsaison leihweise von Chelsea zu Bayern München gewechselt war, traf nach einem Konter und einem Ballverlust Mbappés aus zentraler Position nur den Pfosten. Der Abpraller prallte von Torhüter Mike Maignan ab und ging ins Toraus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff vergab Ismaila Sarr nach Vorarbeit von Sadio Mané aus kurzer Distanz die nächste Großchance, als er den Ball aus sechs Metern nicht platzieren konnte.
Stockende erste Hälfte
Kalidou Koulibaly, der Kapitän der Löwen der Teranga, lenkte zudem in der 44. Minute eine abgefälschte Flanke von Ousmane Dembélé unfreiwillig mit dem Oberschenkel ins eigene Toraus, was eine weitere brenzlige Szene für Senegal darstellte. Mit 0:0 und sechs Minuten offizieller Nachspielzeit ging es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Frankreich den Druck, blieb zunächst aber weiter glücklos. Désiré Doué scheiterte in der 47. Minute mit einem Schuss aus 19 Metern knapp links am Tor. In der 53. Minute setzte sich Michael Olise vom FC Bayern München gegen Koulibaly durch, scheiterte jedoch am senegalesischen Schlussmann Édouard Mendy, der 2020 zum Welttorhüter gewählt worden war. Nur vier Minuten später parierte Mendy auch einen Schuss von Mbappé aus aussichtsreicher Position.
In der 58. Minute forderten die Franzosen nach einem Tackling von Sadio Mané an Mbappé im Strafraum einen Elfmeter. Der australische Schiedsrichter Alireza Faghani entschied zunächst auf Weiterspielen und bestätigte seine Entscheidung nach Ansicht der Videobilder – eine umstrittene Szene, die im französischen Lager für Unmut sorgte. Wenig später, in der 61. Minute, blieb Faghani auch nach erneuter VAR-Überprüfung bei seiner Linie, keinen Strafstoß zu geben.
Mbappé bricht den Bann
Die Erlösung für die Équipe Tricolore kam in der 66. Minute: Michael Olise spielte einen präzisen Steilpass in den Strafraum, Mbappé drehte sich sieben Meter vor dem Tor und schob den Ball flach ins linke Eck an Mendy vorbei. Für den 27-Jährigen war es bereits sein 13. WM-Tor – womit er Just Fontaines französischen WM-Rekord von 13 Turniertoren einstellte und kurz darauf übertraf.
Nur zwei Minuten später schien Senegal zurück im Spiel, als Nicolas Jackson in der 68. Minute aus kurzer Distanz in den oberen Torwinkel traf, doch der Treffer wurde wegen einer Abseitsposition zu Recht zurückgenommen. In der 80. Minute brachte Deschamps Bradley Barcola für Ousmane Dembélé, und der eingewechselte Angreifer von Paris Saint-Germain schlug sofort zu: In der 82. Minute chipte Barcola den Ball über Mendy zum 2:0 ins Tor.
Als die Partie in der Nachspielzeit noch einmal an Spannung gewann, verkürzte der 18-jährige Ibrahim Mbaye, ebenfalls von Paris Saint-Germain, in der fünften Minute der Nachspielzeit mit einem Schuss ins nahe Eck auf 2:1. Der Ehrentreffer gab den Afrikanern jedoch nur kurz Hoffnung, denn Mbappé stellte den alten Abstand postwendend wieder her: In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf der Stürmer von Real Madrid aus 22 Metern mit einem wuchtigen Schuss ins linke obere Eck zum 3:1-Endstand.
Barcola und Mbaye sorgen für späten Spannungsbogen
Mit seinen beiden Treffern übertraf Mbappé zugleich Olivier Girouds bisherigen Rekord von 57 Länderspieltoren und ist mit nun 58 Treffern alleiniger Rekordtorschütze der Équipe Tricolore. Insgesamt war es sein 14. WM-Tor – damit fehlen dem Franzosen nur noch zwei Treffer auf den Allzeit-Rekord von Miroslav Klose und Lionel Messi (jeweils 16 Tore) bei Weltmeisterschaften.
Vor dem Spiel hatte Mbappé in einem Interview mit dem britischen Komiker James Corden verraten, dass er in seiner Kindheit ein bis zwei Jahre lang Querflöte gespielt hatte. Sein Versprechen einlösend, feierte der Kapitän seinen ersten Treffer mit der Geste, als würde er eine imaginäre Querflöte spielen – eine Anekdote, die rasch durch die sozialen Netzwerke wanderte.
Reaktionen nach dem Schlusspfiff
Im insgesamt von Nervosität geprägten Auftritt der Franzosen zeigte sich auch Bundestrainer Didier Deschamps mit der Defensivarbeit seines Superstars unzufrieden. Wie der Deutschlandfunk-Reporter beobachtete, nahm der 57-jährige Coach seinen Kapitän während einer Trinkpause beiseite und monierte dessen Defensivverhalten vor dem Pfostentreffer Jacksons. Gegenüber dem ORF erklärte Deschamps nach dem Abpfiff: „Wir waren ein bisschen angespannt am Anfang, Senegal ist eine gute Mannschaft. Es ist immer gut, das erste Match zu gewinnen, wenn auch nicht entscheidend. Es ist nur das erste Spiel.“
Der Rekordtorschütze selbst äußerte sich nach dem Schlusspfiff besonnen. „Es ist keine Erleichterung. Wenn ich anfange, über die Leute nachzudenken, die mich kritisieren, höre ich nie damit auf. Ich spiele für mein Land, ich will bis ins Finale“, sagte Mbappé und fügte hinzu: „Wir haben noch nicht voll losgelegt, es ist aber gut, mit einem Sieg zu starten.“ Auch sein Gegenüber, Senegals 45-jähriger Coach Pape Thiaw, zeigte sich als fairer Verlierer: „Wir haben uns leider einige Fehler Ballverluste geleistet, die ein Team mit der Qualität von Frankreich einfach ausnutzt. Wir müssen ihnen zum Sieg gratulieren.“
Ausblick auf die weiteren Gruppenspiele
Das Spiel im MetLife Stadium vor 80.545 Zuschauern war der erste Ernstfall für die Franzosen auf dem Weg zum angepeilten dritten WM-Titel nach 1998 und 2018. Schon am kommenden Montag wartet die nächste Aufgabe: Dann trifft die Équipe Tricolore in Philadelphia auf den Irak (Anpfiff 23:00 Uhr MESZ, live im Ersten und auf sportschau.de). Senegal bekommt es am Dienstag, dem 23. Juni, in New York/New Jersey mit Norwegen zu tun. Sollte Deschamps am Ende erneut den WM-Pokal stemmen, wäre er der erste Teamchef seit Italiens Vittorio Pozzo im Jahr 1938, der zwei Weltmeistertitel als Trainer gewonnen hätte.
Mit dem Erfolg gegen den Gruppengegner aus Westafrika, der bei einer ORF-Umfrage zum Titel nur als Außenseiter gegolten hatte, wahrten die Franzosen ihren Ruf als Mitfavorit. 45 Prozent der abstimmenden Nutzer hatten in der Umfrage des österreichischen Senders Frankreich als ihren WM-Tipp genannt, deutlich vor Spanien und Deutschland mit jeweils elf Prozent. Der Marktwert der französischen Offensivreihe aus Ousmane Dembélé, Kylian Mbappé, Michael Olise und Désiré Doué wird auf insgesamt 550 Millionen Euro beziffert – ein Wert, der die Erwartungen an den Angriff der Équipe Tricolore unterstreicht.
Fragen & Antworten
Welchen Rekord hat Kylian Mbappé mit seinen Toren gegen Senegal gebrochen?
Mit seinen beiden Treffern gegen Senegal übertraf Kylian Mbappé Olivier Girouds bisherige Bestmarke von 57 Länderspieltoren und ist mit nun 58 Treffern alleiniger Rekordtorschütze der französischen Nationalmannschaft. Zudem überholte er Just Fontaine als französischen WM-Rekordtorschützen.
Wie hat Frankreich das Spiel gegen Senegal gedreht?
Nach einer torlosen ersten Hälfte, in der Frankreich keinen Schuss auf das Tor brachte, erlöste Kapitän Kylian Mbappé sein Team in der 66. Minute mit einem Drehschuss nach Vorlage von Michael Olise. Der eingewechselte Bradley Barcola erhöhte in der 82. Minute auf 2:0, ehe Mbappé nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Ibrahim Mbaye mit einem Weitschuss den 3:1-Endstand erzielte.
Wie geht es für Frankreich und Senegal im Turnier weiter?
Frankreich trifft am Montag in Philadelphia auf den Irak, während Senegal am Dienstag, dem 23. Juni, in New York/New Jersey auf Norwegen trifft. Beide Mannschaften spielen damit ihr zweites Gruppenspiel in der Gruppe I der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.