Wien, 17 Juni 2026

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) hat am Samstag in Wien ihr 70-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Hofburg und einem parallelen Volksfest am Stephansplatz gefeiert, zu dem Mandatare aus acht europäischen Ländern sowie prominente Gäste aus Politik und Unterhaltung erwartet wurden.

Was ist neu

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) beging am Samstag ihr 70-jähriges Bestehen mit einem zweigeteilten Festprogramm in der Wiener Innenstadt. Wie die Partei angekündigt hatte, fand in der Hofburg ein Festakt statt, parallel dazu lief am Nachmittag auf dem Stephansplatz ein sogenanntes Volksfest. Damit stellte die FPÖ den Jahrestag ihrer Gründung vor 70 Jahren in den Mittelpunkt einer breit angelegten Feier, die über eine parteiinterne Veranstaltung hinaus auch öffentliche Symbolwirkung entfalten sollte.

Bei der Feier wurden Mandatare aus acht europäischen Ländern erwartet, wie die FPÖ im Vorfeld mitgeteilt hatte. „Mandatare aus acht europäischen Ländern werden beim Festakt zu Gast sein, kündigte die FPÖ an.“ Damit unterstrich die Partei ihre Einbindung in ein europäisches Netzwerk rechtsstehender Parteien, das sich bereits in den vergangenen Jahren bei gemeinsamen Kongressen und Wahlkämpfen formiert hatte. Das Programm in der Hofburg und auf dem Stephansplatz sollte diesen Zusammenhängen auch visuell Ausdruck verleihen.

Gäste aus Europa

Unter den angekündigten Gästen aus dem europäischen Ausland befand sich der frühere ungarische Ministerpräsident und FIDESZ-Vorsitzende Viktor Orbán. Er wird in der Berichterstattung als „der mittlerweile abgewählte ungarische Ministerpräsident und FIDESZ-Vorsitzende Orbán“ beschrieben. Orbán galt in den vergangenen Jahren als einer der wichtigsten internationalen Bezugspunkte der FPÖ. Auch der niederländische PVV-Vorsitzende Geert Wilders, „der niederländische PVV-Vorsitzende Geert Wilders“, wurde als Teilnehmer des Festakts erwartet.

Aus Deutschland reiste das Führungsduo der Alternative für Deutschland an: „Darunter das deutsche AfD-Führungsduo Weidel und Tino Chrupalla“. Zudem hieß es, „darunter FIDESZ-Chef Viktor Orban und Alice Weidel von der AfD“. Damit war die Präsenz der AfD, die als gesichert rechtsextrem eingestufte Beobachtungsobjekte deutscher Verfassungsschutzbehörden kennt, auf dem höchstrangigen europäischen Parkett der FPÖ-Jubiläumsfeier fest eingeplant. Weidel und Chrupalla vertritt die Partei gemeinsam als Co-Vorsitzende.

Aus Frankreich wurde Marine Le Pen erwartet, die in der Berichterstattung als „rechte Polit-Promis wie Marine Le Pen oder Alice Weidel“ charakterisiert wurde. Damit reihte sich die Chefin des Rassemblement National in das Feld der prominenten europäischen Rechtspolitiker ein, die der FPÖ zum runden Geburtstag gratulierten. Le Pen selbst hatte in den vergangenen Jahren wiederholt die inhaltliche und strategische Nähe zu Kickls FPÖ betont.

Aus Tschechien kam eine besondere Form der Gratulation: Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš gratulierte der FPÖ nicht persönlich, sondern „mittels Videobotschaft“. Damit übermittelte er seine Glückwünsche aus der Ferne, während zahlreiche andere europäische Parteivertreter den Weg nach Wien persönlich antraten. Babiš' ANO-Bewegung wird in europäischen Politikanalysen dem weiteren rechtspopulistischen Spektrum zugeordnet.