Der italienische Fußballverband FIGC hat Gespräche mit Pep Guardiola über die Nachfolge von Gennaro Gattuso als Cheftrainer der italienischen Nationalmannschaft bestätigt.
Die Bestätigung erfolgte am Mittwoch über Verbandskreise. Präsident Giovanni Malagò hatte zuvor wiederholt betont, dass der Verband „mit Hochdruck" an einer Lösung arbeite. Die Gespräche mit Guardiola seien demnach konkret, aber noch nicht abgeschlossen.
Guardiola steht derzeit ohne Verein da, nachdem er Manchester City nach mehreren Titeln in der Premier League verlassen hatte. Zuvor hatte er unter anderem Bayern München und den FC Barcelona trainiert. Sein Name stand in den vergangenen Wochen ganz oben auf der Wunschliste der FIGC-Verantwortlichen.
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Aus FIGC-Kreisen heißt es, dass für eine Verpflichtung Guardiolas eine Ausnahme beim Budget nötig sei. Ein Verbandsoffizieller sagte, die Gehaltsvorstellungen des Spaniers lägen deutlich über dem, was im Etat für einen Nationaltrainer vorgesehen ist. Verbandspräsident Malagò sei aber bereit, „die nötigen Schritte" einzuleiten.
Mit der Berufung Guardiolas würde Italien einen prominenten Ausländer auf der Trainerbank installieren. In der Verbandsgeschichte wäre dies ungewöhnlich, da die FIGC in der Vergangenheit überwiegend auf italienische Übungsleiter setzte. Diskutiert wird deshalb auch über mögliche Alternativen.
Hintergrund: Die Suche nach Gattusos Nachfolger
Als Kandidaten für die Nachfolge von Gattuso waren zuletzt auch Paolo Maldini und Gianluigi Buffon gehandelt worden. Beide gelten als Ikonen des italienischen Fußballs. Buffon hatte sich öffentlich nicht festgelegt, ob er sich die Aufgabe als Cheftrainer vorstellen könne.
Die sportliche Lage der Squadra Azzurra gilt seit dem verpassten Turnier als angespannt. Der Verband steht unter Druck, vor der nächsten großen Turnierphase einen sportlichen Neuanfang einzuleiten. Die Erwartungen an den neuen Trainer sind entsprechend hoch.
Guardiolas Berater sollen nach Informationen aus Italien bereits Kontakt zur FIGC aufgenommen haben. Ein erster persönlicher Termin in Rom sei für die kommenden Wochen im Gespräch. Verbandsseitig wollte man einen Termin jedoch weder bestätigen noch dementieren.
Budget und Verhandlungen
Gattuso hatte das Amt nach der gescheiterten Qualifikation für das vergangene Großereignis niedergelegt. Seither führt Interimscoach Alberto Gilardino die Mannschaft. Eine dauerhafte Lösung steht aus, weshalb die FIGC die Suche intensiviert hat.
Sollte Guardiola zusagen, wäre er einer der prominentesten ausländischen Trainer in der Geschichte der italienischen Nationalmannschaft. Die endgültige Entscheidung wird laut FIGC in den kommenden Wochen erwartet.
Mit Blick auf die kommenden Länderspielpausen plant der Verband, vor dem nächsten Pflichtspiel Klarheit zu schaffen. Sollte Guardiola absagen, gilt Maldini als aussichtsreichster Kandidat für den Posten.
