Bei einem informellen Treffen in Zypern haben die EU-Außenminister am Donnerstag die Ernennung eines Sondergesandten für mögliche Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg vorerst abgelehnt.

Vor allem Deutschland und Schweden wiesen entsprechende Vorschläge entschieden zurück. Der deutsche Europaminister Gunther Krichbaum, der für den erkrankten Außenminister Johann Wadephul nach Zypern gereist war, warnte davor, den dritten Schritt vor dem ersten zu tun. „Man muss aufpassen, dass man nicht die falschen Diskussionen führt“, sagte Krichbaum.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief die Befürworter eines Sondergesandten dazu auf, die öffentliche Diskussion über das Thema zu beenden. „Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will“, zitierte sie die estnische Politikerin. Die Taktik Moskaus sei es, die EU darüber diskutieren zu lassen, wer mit Russland sprechen solle, damit der Kreml dann auswählen könne, wer geeignet sei und wer nicht.

Kallas warnt vor russischer Falle

Kallas betonte, dass Europa niemals ein neutraler Vermittler sein könne, da es auf der Seite der Ukraine stehe. Statt über Personen müsse nun über strategische Fragen gesprochen werden: die Kerninteressen der EU, zentrale Forderungen und die Bedingungen für Verhandlungen.