Der Rat der EU-Finanzminister (Ecofin) hat am Freitag ein Defizitverfahren gegen Bulgarien eröffnet, nachdem das Land für 2026 ein Haushaltsdefizit von 4,1 Prozent plant.

Hintergrund: Bulgariens Weg in den Euroraum

Die EU-Finanzminister haben am Freitag ein Defizitverfahren gegen Bulgarien eröffnet. Das Land, das erst zu Beginn des Jahres 2026 den Euro eingeführt hatte, plant für das laufende Jahr ein Haushaltsdefizit von 4,1 Prozent sowie für 2027 ein Defizit von mehr als 3 Prozent. Damit überschreitet Sofia die im Stabilitäts- und Wachstumspakt festgelegte Schwelle von 3 Prozent deutlich.

Der Ecofin-Rat begründete seine Entscheidung mit Blick auf diese Defizitprojektionen. Nach den Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts müssen Mitgliedstaaten, deren Defizit die 3-Prozent-Marke übersteigt, mit Korrekturmaßnahmen reagieren. Ein Defizitverfahren ist der formale erste Schritt in einem mehrstufigen Sanktionsmechanismus.