Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ermittelt gegen zwei Justizbedienstete im Zusammenhang mit dem Suizid eines psychisch kranken Häftlings in der Justizanstalt Josefstadt im Mai 2025.
Hintergrund des Falls
Der 23-jährige Inhaftierte war Ende April 2025 festgenommen worden, nachdem er seine Mutter angegriffen und eine Störung in einem Einkaufszentrum verursacht hatte. Aufgrund der Gefahr weiterer Straftaten wurde er in Untersuchungshaft genommen.
Sebastian Lesigang, ein in den Fall involvierter Experte, kritisierte die Unterbringung des Mannes im Gefängnis statt in einer forensisch-therapeutischen Einrichtung. Er sagte wörtlich: *"Er hatte einen psychotischen Schub. Es lagen deutliche Hinweise auf eine Erkrankung und eine mögliche Zurechnungsunfähigkeit vor. Er hätte nach der StPO in einem forensisch-therapeutischen Zentrum untergebracht und dort behandelt werden müssen."*
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Die St. Pöltner Staatsanwaltschaft prüft nun, ob die beiden Justizbediensteten ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind. Der Suizid des Häftlings wirft Fragen nach dem Umgang mit psychisch kranken Inhaftierten auf.
Die Justizanstalt Josefstadt steht bereits seit längerem in der Kritik wegen ihrer Bedingungen für Häftlinge mit psychischen Erkrankungen. Der aktuelle Fall könnte weitere Untersuchungen nach sich ziehen.

