Ankara, 17 August 2026
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat eine weitere EU-Erweiterung um die Türkei erneut als strategisch nicht vorrangig eingestuft, während seine Regierung wegen des Vorgehens gegen die Opposition unter Druck steht.
Recep Tayyip Erdoğan sagte in Ankara, ein EU-Beitritt der Türkei stehe derzeit nicht auf der Prioritätenliste seines Landes. Mit dieser Aussage knüpfte er an frühere Positionen an, in denen er den Beitrittsprozess als blockiert und für die Türkei als wenig nutzbringend dargestellt hatte. Die Äußerung wird international als Signal an Brüssel und an die europäische Öffentlichkeit gewertet, die Beitrittsverhandlungen faktisch ruhen zu lassen.
Gleichzeitig gerät die türkische Regierung innenpolitisch unter Druck. Kritiker werfen ihr vor, mit der Inhaftierung führender Oppositioneller die politische Konkurrenz systematisch auszuschalten. Im Zentrum der Kritik steht das Vorgehen gegen den Istanbuler Oppositionspolitiker Ekrem İmamoğlu, der in einem Hochsicherheitsgefängnis in Silivri festgehalten wird. Menschenrechtler und Oppositionsparteien sehen darin einen weiteren Schritt zur Einschränkung des politischen Wettbewerbs.
