Der Fachverband Energiehandel der Wirtschaftskammer hat vor einem möglichen Treibstoffmangel in Österreich und Europa ab Pfingsten gewarnt. Besonders betroffen ist Diesel, der derzeit international stark nachgefragt und knapp verfügbar ist.

Knappheit bei Diesel verschärft sich

"Diesel ist derzeit ein extrem knappes Gut und international heiß begehrt. Die Ware fließt dorthin, wo mehr bezahlt wird. Das treibt die Preise und verschärft den Wettbewerb um verfügbare Mengen spürbar", heißt es in einer Stellungnahme des Fachverbands. Die Situation sei angespannt, da die Nachfrage nach Diesel weltweit hoch ist und die verfügbaren Mengen begrenzt sind.

Die derzeitigen Lagerbestände in Europa und Österreich seien zwar ausreichend, um die aktuelle Nachfrage zu decken. Allerdings gebe es kaum Spielraum für zusätzliche Störungen, Nachfragespitzen oder eine weitere Eskalation im Nahen Osten. Die kritische Phase stehe noch bevor, insbesondere mit dem Beginn der Pfingstferien und der sommerlichen Reisezeit, wenn der Verbrauch traditionell ansteigt.

Kritik an österreichischer Preisbremse

Der Wirtschaftskammer-Fachverband Energiehandel übt scharfe Kritik an der österreichischen Treibstoffpreisbremse. Diese sei im internationalen Kontext wirkungslos und benachteilige vor allem kleinere Marktteilnehmer. Die Maßnahme könne nicht verhindern, dass Diesel dorthin fließt, wo höhere Preise gezahlt werden.

Bereits im Vorfeld hatte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer vor möglichen Engpässen im Mai gewarnt. Die aktuelle Entwicklung bestätigt diese Befürchtungen. Die Preisbremse scheint angesichts der globalen Marktdynamik wenig Wirkung zu entfalten, da die internationalen Preise weiterhin von Angebot und Nachfrage bestimmt werden.