Die deutsche Justiz will K.o.-Tropfen künftig als "gefährliches Werkzeug" einstufen, um schärfere Strafen für sexualisierte Gewalt zu ermöglichen – doch Betroffene und Experten zweifeln an der Wirksamkeit der geplanten Maßnahmen.
Hintergrund
Der Bundesgerichtshof hatte 2024 entschieden, dass K.o.-Tropfen nicht als "gefährliches Werkzeug" im Sinne des Strafgesetzbuches gelten. Diese Entscheidung soll nun durch eine Gesetzesänderung korrigiert werden. K.o.-Tropfen sind Substanzen, die oft heimlich in Getränke gemischt werden und die Opfer willenlos machen.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) bezeichnete den Einsatz solcher Mittel als "hinterhältig und gefährlich". Sie sagte: "Das ist sexuelle Gewalt in einer besonders schlimmen Form – und sie trifft vor allem Frauen." Hubig betonte, wie wichtig es sei, dass Betroffene bei Verdacht schnell einen Arzt aufsuchen, um Spuren der Substanzen nachweisen zu lassen.

