Beim CDU-Treffen in Meschede hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst Bundeskanzler Friedrich Merz demonstrativ den Rücken gestärkt und Gerüchte über einen Kanzleraustausch als Unsinn zurückgewiesen.

Meschede als Bühne der Geschlossenheit

Am Montag empfing Wüst den Bundeskanzler im „Welcome Hotel" am Hennesee in Meschede im Sauerland zu einer Klausur des CDU-Landesverbands Nordrhein-Westfalen. Das Treffen war seit Monaten geplant, rückte aber durch Medienberichte über angebliche Überlegungen in der Union, Merz noch in der laufenden Legislaturperiode aus dem Kanzleramt zu verdrängen, in den Mittelpunkt des politischen Interesses. In mehreren Berichten war Wüst als aussichtsreichster Nachfolgekandidat genannt worden. Der Ministerpräsident wies dies in Anwesenheit Merz' erneut entschieden zurück.

„Um es noch einmal ganz klar zu sagen: Die Spekulationen der vergangenen Tage sind einfach Quatsch. Ich kann vor solchen Gerüchten und Personalspekulationen auch nur warnen", sagte Wüst laut dpa. Auf der Veranstaltung wiederholte er: „Ich habe es am Mittwoch öffentlich gesagt, ich habe es am Freitag öffentlich gesagt und ich wiederhole es nochmal: Solche Personalspekulationen sind nicht nur Quatsch, ich will auch ausdrücklich davor warnen." Mit Blick auf Merz fügte er hinzu: „Dabei hast Du, lieber Friedrich, meine volle persönliche Unterstützung und die volle Unterstützung der gesamten CDU Nordrhein-Westfalen."

Wüsts klare Worte in Richtung Berlin

Merz, der aus dem Sauerland stammt, hielt sich nach WDR-Angaben knapp eine Stunde bei den Beratungen auf. Er dankte der NRW-Landesregierung laut Teilnehmerkreisen für ihre Arbeit in schwierigen Zeiten. Zugleich hob er hervor, dass die NRW-Regierung bei Künstlicher Intelligenz, Innovation und Verwaltungsmodernisierung eine Vorreiterrolle einnehme. Den Landesverband der CDU in Nordrhein-Westfalen bezeichnete er als so einflussreich wie nie zuvor: Unter Wüst sei dessen Gewicht in der Bundespolitik größer als je zuvor.