Einbürgerungen 2025: Rekordwert in Deutschland | nachrichten360
Einbürgerungen in Deutschland erreichen 2025 neuen Höchststand
Wiesbaden, 03. Juni 2026
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Kurzfassung
Im Jahr 2025 haben in Deutschland 332.500 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft erworben – ein Anstieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 2000. Syrische Staatsangehörige stellten mit 65.600 Einbürgerungen die größte Gruppe, gefolgt von türkischen und russischen Staatsangehörigen.
Im Jahr 2025 haben in Deutschland 332.500 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft erworben, womit erstmals seit Beginn der amtlichen Statistik im Jahr 2000 die Marke von 300.000 Einbürgerungen in einem einzigen Jahr überschritten wurde.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte, stieg die Zahl der Einbürgerungen im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Es ist bereits das fünfte Jahr in Folge, in dem die Einbürgerungszahlen in Deutschland wachsen.
Höchststand seit Beginn der Statistik
Die größte Gruppe der eingebürgerten Personen stellten im vergangenen Jahr syrische Staatsangehörige mit 65.500 Fällen, was einem Anteil von rund 20 Prozent an allen Einbürgerungen entspricht. Damit liegen syrische Staatsangehörige zum wiederholten Mal an der Spitze der Statistik, wenngleich ihre Zahl im Vergleich zu 2024 um etwa 21 Prozent zurückging.
Auf Platz zwei folgten türkische Staatsangehörige mit 34.100 Einbürgerungen, die damit rund zehn Prozent aller Fälle ausmachten. Die Zahl der eingebürgerten Türkinnen und Türken stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund die Hälfte. Das Statistische Bundesamt führt diesen Anstieg auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts aus dem Jahr 2024 zurück, die das grundsätzliche Beibehalten der bisherigen Staatsbürgerschaft erlaubt.
Syrische, türkische und russische Staatsangehörige führen
Russische Staatsangehörige bildeten mit 19.700 Einbürgerungen die drittgrößte Gruppe. Das Statistische Bundesamt erklärte hierzu: „Bei beiden Staatsangehörigkeiten stieg die Zahl der Einbürgerungen allerdings um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr“ – gemeint sind türkische und russische Staatsangehörige.
Bemerkenswert ist zudem der starke Anstieg bei Einbürgerungen von bosnischen Staatsangehörigen: Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 126 Prozent auf 8.800. Auch bei US-amerikanischen Staatsangehörigen gab es mit einem Plus von 100 Prozent auf 6.600 Einbürgerungen einen auffälligen Zuwachs, während die Zahl bei albanischen Staatsangehörigen um 97 Prozent auf 6.100 stieg.
Erstmals erfasst die Statistik auch die Zahl der gestellten Einbürgerungsanträge: Für 2025 wurden insgesamt 467.400 Anträge registriert. Vergleichszahlen aus früheren Jahren existieren nicht, sodass sich die Zahl der anhängigen Verfahren nicht ermitteln lässt. Die zuständigen Behörden benötigen für die Bearbeitung von Anträgen nach Angaben des Amtes teils mehr als ein Jahr.
Von den im Jahr 2025 abgeschlossenen 371.100 Einbürgerungsverfahren endeten rund 90 Prozent mit der Verleihung der deutschen Staatsbürgerschaft. Lediglich drei Prozent der abgeschlossenen Verfahren wurden abgelehnt. Fünf Prozent der Antragstellerinnen und Antragsteller zogen ihren Antrag zurück, die übrigen Fälle wurden durch den Tod der antragstellenden Person oder einen Wegzug ins Ausland erledigt.
Ausnahmen bei Verfahren und Anteilen
Die weitaus meisten Einbürgerungen erfolgten nach dem regulären Verfahren mit einer Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren sowie durch Miteinbürgerung von Ehepartnerinnen und Ehepartnern sowie Kindern; diese beiden Wege machten zusammen 91 Prozent aller Fälle aus. Die im Zuge der Reform von 2024 eingeführte sogenannte Turbo-Einbürgerung nach nur drei Jahren für besondere Integrationsleistungen wurde im vergangenen Jahr wieder abgeschafft: Mit dem Auslaufen dieser Regelung Ende Oktober 2025 wurden lediglich 1.500 Personen auf diesem Weg eingebürgert, was weniger als einem Prozent aller Fälle entspricht.
Die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts war Ende Juni 2024 unter der damaligen Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP in Kraft getreten. Kernpunkte waren die Verkürzung der regulären Aufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre, die Möglichkeit der Mehrstaatigkeit sowie die Turbo-Einbürgerung nach drei Jahren bei besonderen Integrationsleistungen. Die schwarz-rote Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD schaffte die Drei-Jahres-Regelung im vergangenen Jahr wieder ab, behielt aber die verkürzte Regelaufenthaltsdauer von fünf Jahren bei.
Reform von 2024 und ihre Folgen
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer zum Zeitpunkt der Einbürgerung variiert je nach Herkunftsland erheblich. Türkische Staatsangehörige lebten im Durchschnitt 24,1 Jahre in Deutschland, bevor sie eingebürgert wurden. Syrische Staatsangehörige hingegen wurden im Mittel nach 7,9 Jahren Aufenthalt eingebürgert, was auf die vergleichsweise kurze Anwesenheitszeit vieler Syrerinnen und Syrer seit dem Beginn der Fluchtbewegung Mitte der 2010er Jahre zurückzuführen sein dürfte.
In der politischen Bewertung der neuen Zahlen gehen die Meinungen auseinander. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, forderte angesichts der veröffentlichten Zahlen Nachschärfungen am Recht. In der SPD wurde der Anstieg hingegen als positives Signal gewertet, dass mehr Menschen, die alle Voraussetzungen erfüllten, den Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft fänden. Grüne und FDP hatten die Reform 2024 mitgetragen.
Politische Reaktionen
Über die genauen Hintergründe der starken Zuwächse bei bestimmten Nationalitäten wie Bosnien und Herzegowina, den USA und Albanien gibt die Statistik keine Auskunft. Auffällig ist jedoch, dass die Gruppe der Personen mit langer Aufenthaltsdauer, etwa aus der Türkei, von der Möglichkeit profitiert, künftig die bisherige Staatsbürgerschaft behalten zu können, während gleichzeitig kürzere Wartezeiten nach der Reform den Weg zur Einbürgerung verkürzten.
Die Statistik zu Einbürgerungen wird in Deutschland seit dem Jahr 2000 geführt. Mit dem Überschreiten der Marke von 300.000 im Jahr 2025 ist erstmals seit Bestehen dieser Erhebung ein sechsstelliger Wert nach oben überschritten worden. Der allgemeine Trend der Einbürgerungszahlen für 2025 war nach Angaben des Amtes bereits Ende Mai 2026 absehbar.
Der vorliegende Bericht stützt sich unter anderem auf die Berichterstattung der Nachrichtenagenturen dpa, AFP und Reuters.
Ausblick auf künftige Entwicklung
Eine Einordnung der langfristigen Entwicklung zeigt, dass die jährliche Zahl der Einbürgerungen in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Der damalige Tiefststand aus dem Jahr 2018 von rund 112.000 Einbürgerungen wirkt aus heutiger Sicht weit entfernt. Fachleute führen den Anstieg auf mehrere Faktoren zurück, darunter die wachsende Zahl langjährig in Deutschland lebender ausländischer Staatsangehöriger, die vereinfachten Regelungen durch die Reform 2024 sowie eine gestiegene Antragsbereitschaft.
Mit dem Wegfall der Turbo-Einbürgerung Ende Oktober 2025 könnte sich der Trend zur Einbürgerung nach besonders kurzer Aufenthaltsdauer allerdings abschwächen. Künftige Statistiken werden zeigen, ob die absolute Zahl der Einbürgerungen auch ohne die Drei-Jahres-Option weiter wächst oder ob der jetzige Höchststand eine vorübergehende Spitze darstellt. Die Behörden stehen dabei vor der Herausforderung, dass die Zahl der offenen Anträge auf 467.400 gestiegen ist, ohne dass Vergleichszahlen aus früheren Jahren verfügbar sind.
Fragen & Antworten
Wie viele Menschen wurden 2025 in Deutschland eingebürgert?
Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 insgesamt 332.500 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert – ein Anstieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 2000.
Wer fordert angesichts der Zahlen Nachschärfungen am Einbürgerungsrecht?
Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, hat nach der Veröffentlichung der Einbürgerungszahlen Nachschärfungen am Recht gefordert. In der SPD wurde der Anstieg hingegen als positives Signal gewertet.
Was hat sich durch die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts 2024 geändert?
Die Reform verkürzte die reguläre Aufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre, erlaubte grundsätzlich den Erhalt der bisherigen Staatsbürgerschaft und führte zeitweise eine Turbo-Einbürgerung nach drei Jahren ein, die Ende Oktober 2025 wieder abgeschafft wurde.