Die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle in der Demokratischen Republik Kongo hat nach WHO-Angaben die Marke von 900 überschritten, während in Berlin ein aus dem Kongo eingeflogener amerikanischer Patient an der Charité versorgt wird.

Ablauf des Ausbruchs und verspätete Erkennung

Wie die Charité am Montag mitteilte, ist der Zustand des Patienten sehr geschwächt, derzeit aber nicht kritisch. Er hatte sich im Kongo mit dem seltenen Bundibugyo-Virus infiziert.

Der Ausbruch war zunächst nicht erkannt worden, weil ein Labor in Bunia an der Grenze zu Uganda den Erreger nicht identifizieren konnte. Erst nach Untersuchungen in Kinshasa wurde der Virustyp bestätigt.

Die ersten Ebola-Fälle waren Mitte Mai labordiagnostisch bestätigt worden, nachdem sich das Virus bereits wochenlang unbemerkt ausgebreitet hatte. Kurz darauf rief die WHO eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite aus.

Nach Zahlen der kongolesischen Regierung starben seit Beginn des Ausbruchs 204 Infizierte, 91 Ansteckungen sind laborbestätigt, darunter zehn Todesfälle. Der Anstieg von rund 30 Toten und mehr als 100 neuen Infektionen innerhalb eines Tages zeigt die explosive Dynamik.