In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich derzeit die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus aus – die Weltgesundheitsorganisation hat den Ausbruch zur internationalen Gesundheitsnotlage erklärt.
Der Ausbruch begann vermutlich vor etwa zwei Monaten in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes. Es handelt sich um den Bundibugyo-Stamm, der nach Angaben der WHO erst zweimal zuvor aufgetreten ist. Da die vor Ort eingesetzten Testkits diese seltene Form nicht erkennen, wurden Proben nicht rechtzeitig zur weiteren Analyse in die Hauptstadt Kinshasa geschickt – die Diagnose verzögerte sich erheblich.
In der Folge hat sich die Krankheit über Wochen hinweg ausgebreitet. Nach offiziellen Angaben der WHO gibt es inzwischen 82 laborbestätigte Infektionen und 7 Todesfälle. Daneben werden 177 ungeklärte Todesfälle und fast 750 Verdachtsfälle verzeichnet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da nicht alle Fälle gemeldet werden, erklärte die WHO.
Die Weltgesundheitsorganisation hat das nationale Ausbreitungsrisiko in der Demokratischen Republik Kongo auf „sehr hoch“, das regionale Risiko auf „hoch“ und das globale Risiko auf „niedrig“ eingestuft. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus teilte die Risikostufen am Freitag mit. „Wir hinken bei der Eindämmung hinterher“, räumte die WHO-Vertreterin im Kongo, Anne Ancia, ein und sagte, die Fallzahlen würden voraussichtlich weiter steigen.
