Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet in der Demokratischen Republik Kongo mehr als 900 Ebola-Verdachtsfälle, während WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus vor einer weiteren Zuspitzung der Lage warnt.
Nach Angaben der kongolesischen Regierung sind seit Beginn des Ausbruchs bis Sonntagabend 204 Menschen gestorben. Das sind etwa 30 Tote mehr als am Vortag, die Zahl der Infektionen stieg um mehr als 100 auf über 900. Nur 91 Infektionen sind bisher labordiagnostisch bestätigt, darunter zehn Todesfälle – die meisten Opfer entfallen auf Verdachtsfälle.
Der Ausbruch wurde erst Mitte Mai labormedizinisch bestätigt, nachdem er wahrscheinlich wochenlang unerkannt geblieben war. Kurz darauf erklärte die WHO eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite. Besorgniserregend ist, dass es sich um den seltenen Bundibugyo-Virusstamm handelt – für ihn gibt es weder einen Impfstoff noch eine spezifische Therapie.
Seltener Erreger ohne Impfstoff
Das ursprünglich zuständige Labor in Bunia nahe der Grenze zu Uganda konnte den Bundibugyo-Stamm anfangs nicht als Erreger identifizieren. Erst nach der Untersuchung von Proben in einem Labor in Kinshasa gelang die Bestimmung. Diese Verzögerung trug zur späten Entdeckung des Ausbruchs bei.
