Wegen eines mutmaßlichen Drohnensichtung hat der Münchner Flughafen am Samstagmorgen für etwa eine Stunde sämtliche Starts und Landungen ausgesetzt.
Gegen 9:00 Uhr meldeten zwei Piloten unabhängig voneinander eine verdächtige Wahrnehmung, bei der es sich möglicherweise um Drohnen gehandelt habe, wie ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte. Die Sicherheitsbehörden sperrten daraufhin in Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung beide Start- und Landebahnen.
Zwei Piloten melden verdächtige Sichtung
Ein Sprecher des Flughafens sagte, Starts und Landungen seien nach der verdächtigen Sichtung gegen 9:00 Uhr ausgesetzt worden. Der Alarm sei aber gegen 10:05 Uhr wieder aufgehoben worden. „Nachdem nichts Verdächtiges gefunden wurde, sei die Sperrung aufgehoben worden“, so der Flughafensprecher.
Während der Sperrung wurde ein Polizeihubschrauber zur Suche nach möglichen Drohnen eingesetzt. Zahlreiche Kräfte der Bundes- und Landespolizei durchkämmten das gesamte Flughafengelände, um nach weiteren Hinweisen auf ein unbemanntes Flugobjekt zu suchen.
Großangelegte Suche ohne Ergebnis
Die Suche blieb ohne Ergebnis. Es wurde kein verdächtiges Objekt gefunden. Nach rund einer Stunde gab die Bundespolizei Entwarnung und beide Pisten wurden wieder für den Flugverkehr freigegeben.
Die „Bild“-Zeitung hatte über die Sperrung berichtet und sich dabei auf die Bundespolizei bezogen. Auch das Magazin „Focus“ zitierte einen Sprecher der Bundespolizei mit der Bestätigung der Vorfälle.
Erste Anfragen der Nachrichtenagentur Reuters an den Münchner Flughafen, die zuständige Bundespolizei und die Deutsche Flugsicherung blieben zunächst unbeantwortet.
Auswirkungen auf den Reiseverkehr
Während der rund einstündigen Unterbrechung des Flugbetriebs konnten keine Flugzeuge in München starten oder landen. Der Flughafen selbst blieb jedoch geöffnet: Passagiere konnten das Terminal weiterhin betreten, parken, einchecken und die Sicherheitskontrollen passieren.
Insgesamt 26 Flüge, die während der Sperrung nicht in München landen konnten, wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. Zu den Ausweichflughäfen zählten unter anderem Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt, Linz, Salzburg und Leipzig.
Der Vorfall ereignete sich während der bayerischen Pfingstferien, einer der reisestärksten Zeiten des Jahres. Ein Flughafensprecher betonte die Dimension des betroffenen Betriebs: „An einem Tag wie heute starten und landen zusammen insgesamt rund 900 Flüge mit insgesamt rund 120.000 Passagieren.“
Münchner Flughafen als zentrale Drehscheibe
Der Münchner Flughafen ist nach Frankfurt am Main der zweitgrößte Flughafen Deutschlands und ein bedeutendes Drehkreuz der Lufthansa. Nahezu 100 Fluggesellschaften bedienen von hier aus mehr als 200 Ziele in 72 Ländern.
Der aktuelle Alarm reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Bereits im Oktober 2025 war der Münchner Flughafen innerhalb von 24 Stunden zweimal wegen möglicher Drohnensichtungen geschlossen worden. Dutzende Flüge wurden damals gestrichen oder umgeleitet, tausende Reisende waren betroffen, einige mussten die Nacht im Terminal verbringen.
Serie von Drohnenalarmen in München und Europa
Auch im November 2025 gab es einen kurzen Drohnenalarm am Münchner Flughafen. In den vergangenen Monaten wurden zudem in mehreren EU- und NATO-Staaten wiederholt Drohnenflüge über sicherheitskritischen Einrichtungen gemeldet.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kündigte angesichts der zunehmenden Vorfälle die Einrichtung eines Drohnenabwehrzentrums und eine Verschärfung der Luftsicherheitsgesetze an.
Politische Reaktionen und Ermittlungen
Die genaue Dauer der aktuellen Sperrung und die endgültige Bestätigung des Drohnenverdachts waren zum Zeitpunkt der ersten Meldungen noch unklar. Die Ermittlungen der Bundespolizei zu den gemeldeten Sichtungen dauern an.
