Deutsche Bank Q2 2026: Milliardengewinn übertrifft Erwartungen
Frankfurt, 29 Juli 2026
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Kurzfassung
Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal 2026 einen Vorsteuergewinn von 2,68 Milliarden Euro erzielt und damit die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Konzernchef Christian Sewing kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Euro an und sieht die Bank auf Kurs, ihre Ziele für 2028 zu übertreffen.
Frankfurt, 29 Juli 2026
Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal 2026 einen Vorsteuergewinn von 2,68 Milliarden Euro erzielt, die Erwartungen von Analysten übertroffen und ihre Prognosen für das Gesamtjahr bekräftigt.
Das Vorsteuerergebnis des Dax-Konzerns lag nach Angaben der Bank nur minimal unter dem Wert des Rekordjahres 2007. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Vorsteuergewinn um 11 Prozent. Unter dem Strich steht ein Konzerngewinn von 1,64 Milliarden Euro – zehn Prozent mehr als im Vorjahr, aber etwas weniger als 2007.
Die Erträge legten um 9 Prozent auf 8,48 Milliarden Euro zu und fielen damit deutlich stärker aus als erwartet. Analysten hatten laut dem vom Unternehmen veröffentlichten Konsens lediglich mit 2,27 Milliarden Euro Vorsteuergewinn und 8,09 Milliarden Euro Erträgen gerechnet. Die Aufwand-Ertrags-Relation sank auf 63,0 Prozent nach 63,6 Prozent, was bedeutet, dass die Bank für einen Euro Ertrag 63 Cent aufwenden musste.
Investmentbank als Wachstumstreiber
Getragen wurde das Wachstum vor allem von der Investmentbank. Deren Erträge stiegen um knapp ein Fünftel auf 3,2 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn der Sparte legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 60 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu. Das Segment verdient unter anderem Geld mit Finanzierung und Beratung von Unternehmen sowie mit der Begleitung von Börsengängen und Wertpapieremissionen. Die Deutsche Bank profitierte dabei von einer spürbaren Belebung der weltweiten Fusions- und Übernahmeaktivität, wie sie auch bei großen US-Banken zu beobachten war.
Die Bank war eigenen Angaben zufolge an großen Börsengängen beteiligt, darunter am IPO des Raumfahrtunternehmens SpaceX, was zum Wachstum beitrug. Auch die Finanzsparte lieferte mit einem Ebit-Plus von 70 Prozent einen wichtigen Ergebnisbeitrag. Das operative Ergebnis (Ebit) der Bank legte auf 1,5 Milliarden Euro zu, das bereinigte Ebit stieg auf 2,3 Milliarden Euro.
Kostendisziplin und Risikovorsorge
Die Risikovorsorge lag mit 460 Millionen Euro 9 Prozent über dem Vorjahreswert, ging jedoch gegenüber dem ersten Quartal zurück. Einsparungen im Rahmen des Sparprogramms «Next Level Performance» schlugen sich in den Verwaltungskosten nieder, die um 14 Prozent sanken, während die Forschungs- und Entwicklungsausgaben um 12 Prozent zurückgingen.
Die Eigenkapitalrendite lag im zweiten Quartal bei 11 Prozent. Der Manager, der die Führung des Geldhauses nach etlichen Krisenjahren im April 2018 übernommen hatte, hat das Ziel ausgegeben, die Eigenkapitalrendite auf mehr als 13 Prozent zu steigern. Für das laufende Jahr rechnet die Deutsche Bank weiterhin mit einem Anstieg der Erträge auf 33 Milliarden Euro nach 32,1 Milliarden Euro im Vorjahr.
Konzernchef Christian Sewing zeigte sich entsprechend zuversichtlich. «Zusammen mit unseren bisherigen Rekordergebnissen in diesem Jahr stärken diese Entwicklungen unsere Zuversicht, dass wir unsere Ziele für 2028 übertreffen können», sagte er. Zudem erklärte er: «Unsere Rekordergebnisse im zweiten Quartal wurden von einer starken Wachstumsdynamik und konsequenter Kostendisziplin getragen».
Eigenkapitalrendite und Strategie
Sewing bekräftigte zudem, dass Künstliche Intelligenz (KI) «neue Möglichkeiten, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und zusätzliche Einsparungen zu erzielen», eröffne. Die Bank sieht darin einen Hebel, um ihre Effizienz weiter zu verbessern und das Wachstum in den kommenden Jahren zu stützen.
Für das zweite Halbjahr kündigte die Bank weitere 500 Millionen Euro für den Rückkauf eigener Aktien an. Nach Abschluss des laufenden Aktienrückkaufprogramms im Volumen von 1 Milliarde Euro legt die Deutsche Bank damit ein weiteres Programm über 500 Millionen Euro auf. Solche Rückkäufe sollen den Aktionären zugutekommen und den Aktienkurs stützen.
Aktienrückkäufe und Kapitalrückgabe
Die Tochtergesellschaft DWS erreichte im zweiten Quartal ein neues Rekordniveau beim verwalteten Vermögen, das Ende Juni auf 1,19 Billionen Euro stieg. Treiber waren vor allem Zuflüsse in passive Indexfonds. Die Nettomittelzuflüsse der DWS summierten sich im ersten Halbjahr auf 35,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn der DWS fiel jedoch im Quartalsvergleich um 10 Prozent auf 237 Millionen Euro, die Erträge schrumpften um 6 Prozent auf 773 Millionen Euro. Die DWS führt den Rückgang unter anderem auf eine Performancegebühr zurück, die im ersten Quartal im Infrastruktursegment verbucht worden war. Einschließlich Cash-Produkten sammelte die DWS im zweiten Quartal frische Mittel von 24,8 Milliarden Euro ein.
Tochter DWS mit Rekord beim verwalteten Vermögen
Am Markt wurden die Zahlen positiv aufgenommen. JPMorgan Chase & Co. stufte die Aktie der Deutschen Bank am 22. Juli 2026 mit «Overweight» ein. Andere Häuser bewerteten das Papier zurückhaltender: Goldman Sachs Group Inc. bewertete es am 10. Juli 2026 mit «Neutral», die DZ BANK empfahl am 20. Mai 2026 den Titel zum Kauf.
Analysteneinschätzungen und Marktreaktion
Die Deutsche Bank ist nach eigener Darstellung die größte Bank Deutschlands. Nach Steuern und Anteilen Dritter verdiente sie 1,9 Milliarden Euro und damit 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Handel notierte der Titel am Tag der Bekanntgabe deutlich im Plus, getragen von den überraschend starken Quartalszahlen und dem angekündigten Rückkaufprogramm.
Die Bank hatte in den vergangenen Jahren mehrere Krisen durchlaufen, darunter hohe Strafzahlungen und Skandale im Zusammenhang mit Geldwäsche und Steuerbetrug. Unter Sewings Führung wurde ein umfassendes Spar- und Restrukturierungsprogramm aufgelegt, das die Kostenstruktur nachhaltig verändern sollte. Die nun vorgelegten Zahlen gelten als Beleg dafür, dass dieser Kurs aufgeht.
Mit Blick auf das Gesamtjahr 2026 zeigt sich die Bank zuversichtlich, ihre Ziele zu erreichen. Die Ertragsprognose von 33 Milliarden Euro sowie die mittelfristige Eigenkapitalrendite von mehr als 13 Prozent sind nach Darstellung des Managements in Reichweite. Sollte die Investmentbank ihren Wachstumskurs beibehalten, könnte das Institut das Rekordjahr 2007 beim Vorsteuergewinn übertreffen.
Der Geschäftsbericht zum zweiten Quartal wurde am 29. Juli 2026 in Frankfurt veröffentlicht. Die nächste ordentliche Hauptversammlung der Bank wird voraussichtlich im Frühjahr 2027 stattfinden, auf der die Aktionäre über die Verwendung des Bilanzgewinns entscheiden.
Insgesamt zeichnen die Quartalszahlen das Bild eines Geldhauses, das nach Jahren der Krise wieder zu alter Stärke zurückfindet. Die Kombination aus wachsender Investmentbank, disziplinierter Kostenkontrolle und einer strategischen Ausrichtung auf neue Technologien wie Künstliche Intelligenz bildet nach Darstellung des Vorstands das Fundament für weiteres Wachstum.
Fragen & Antworten
Was plant die Deutsche Bank mit den Gewinnen aus dem zweiten Quartal?
Nach Abschluss des laufenden Aktienrückkaufprogramms über 1 Milliarde Euro kündigte die Bank für das zweite Halbjahr 2026 ein neues Programm über 500 Millionen Euro an. Damit sollen Aktionäre am Unternehmenserfolg beteiligt und der Aktienkurs gestützt werden.
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