Die letzten Vermittlungsbemühungen im Streit um das europäische Kampfjetprojekt FCAS sind nach Informationen mehrerer Quellen endgültig gescheitert. Das 100-Milliarden-Euro-Projekt, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien beteiligt sind, steht damit vor einer entscheidenden Weichenstellung.
Streit um Führungsrolle
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hatte das Future Combat Air System (FCAS) bereits im Februar erstmals öffentlich in Frage gestellt. Die Kontroverse dreht sich vor allem um die Führungsrolle zwischen den beteiligten Nationen und Unternehmen. Deutschland pocht auf eine stärkere Beteiligung des Luftfahrtkonzerns Airbus, während Frankreich die Federführung bei Dassault behalten will.
"Jetzt muss die Hängepartie endlich enden", sagte der für die Luftwaffe zuständige Berichterstatter der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Volker Mayer-Lay, dem "Handelsblatt". Der CDU-Politiker drängt auf eine schnelle Klärung der strittigen Punkte, um das Projekt nicht weiter zu gefährden.
Zwei-Fighter-Lösung im Gespräch
Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen mehren sich die Stimmen, die eine alternative Lösung fordern. Mayer-Lay sprach sich deutlich für einen Kurswechsel aus: "Es muss dann zügig in Richtung Zwei-Fighter-Lösung eingegleist werden." Damit bezieht er sich auf die Möglichkeit, dass Deutschland und Frankreich getrennte Wege gehen könnten, anstatt weiter auf eine gemeinsame Plattform zu setzen.

