Frankreich trifft am Dienstag (21:00 Uhr, ZDF und MagentaTV) in Arlington bei Dallas im Halbfinale der Fußball-WM 2026 auf den Europameister Spanien – es ist das 26. WM-Spiel von Didier Deschamps als Trainer und damit ein neuer Rekord.
Didier Deschamps ist 57 Jahre alt und betreut die französische Nationalmannschaft seit 2012. Am Dienstagabend könnte der Coach einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher erhalten: Mit einem Sieg im Halbfinale gegen Spanien wäre er der erste Trainer, der mit derselben Mannschaft in drei aufeinanderfolgende WM-Endspiele einzieht. Das Spiel findet im AT&T Stadium in Arlington nahe Dallas statt, das Endspiel ist für East Rutherford geplant.
Frankreich reist als doppelter Weltmeister und mit einer eindrucksvollen Bilanz in das Halbfinale. Nach dem Gruppensieg gegen Senegal (3:1) und einem kurzfristigen Rückflug Deschamps' zur Beerdigung seiner Mutter – die Mannschaft gewann das dritte Gruppenspiel gegen eine norwegische B-Auswahl 4:1 ohne ihn – setzten sich die Franzosen im Achtelfinale gegen Schweden und im Viertelfinale gegen Marokko durch. Kapitän Kylian Mbappé, der bei Real Madrid als Stürmer spielt, widmete nach dem Tod von Deschamps' Mutter einen Torjubel der Verstorbenen.
Rekordjagd und Historie
Deschamps' Bilanz als Spieler und Trainer sucht ihresgleichen. 1998 führte er Frankreich als Kapitän zum WM-Titel, 2000 gewann er die Europameisterschaft. 2018 krönte er seine Trainerkarriere mit dem zweiten WM-Titel für Frankreich. Damit gehört er zu einem exklusiven Kreis: Nur Mario Zagallo und Franz Beckenbauer hatten zuvor die Weltmeisterschaft sowohl als Spieler als auch als Cheftrainer gewonnen. Den Rekord von Vittorio Pozzo – zwei WM-Titel als Trainer mit Italien 1934 und 1938 – könnte Deschamps in dieser Turnier-Endphase zwar nicht brechen, aber mit dem Finaleinzug Geschichte schreiben.
Mit der Partie gegen Spanien bestreitet Deschamps sein 26. Spiel bei einer WM-Endrunde als Trainer – ein neuer Rekord. Damit überholt er Helmut Schön, mit dem er zuvor bei 25 Einsätzen gleichauf lag. Auch Jürgen Klopp, selbst ein profilierter Trainer, hob die Wirkung von Deschamps auf seine Spieler hervor: „Mit diesen Spielern muss jemand gesprochen haben, dass sie das machen. Von allein machen die das nicht“, sagte Klopp und verwies dabei auf Michael Olise vom FC Bayern München als Beispiel. Mats Hummels bestätigte: „Er weiß, wie man Mannschaften führt.“
Ein Abschied mit Anspruch
Trotz aller Erfolge steht das Turnier für Deschamps im Zeichen eines Abschieds. Er hatte vor dem Turnier angekündigt, nach der WM als französischer Nationaltrainer aufzuhören. Mbappé hatte versprochen, ihm „die beste WM aller Zeiten“ zu schenken. Als möglicher Nachfolger wird Zinédine Zidane gehandelt, der seit langem als Wunschkandidat der Verbandsführung gilt. Deschamps selbst sagte über die Mannschaft: „Alle kämpfen für die Gruppe“ und „Ich bin stolz, dieses Team zu haben“. Mbappé bezeichnete er als „Vorbild“, auf und neben dem Platz.
Spanien als letzte Hürde vor dem Endspiel
Frankreich erreichte das Halbfinale zum dritten Mal in Folge – eine Konstanz, die in der Geschichte des französischen Verbands nicht selbstverständlich ist. 2010 hatte es unter Raymond Domenech einen öffentlichen Bruch mit der Mannschaft gegeben; 2016 verlor Frankreich das EM-Endspiel gegen Portugal in Paris. Nun wartet mit Spanien der aktuelle Europameister, dessen Halbfinale gegen Belgien am 10. Juli stattfand. Sollte Frankreich gewinnen, würde das Endspiel am französischen Nationalfeiertag stattfinden – eine Konstellation, die in Paris für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen dürfte.
Seine eigene Philosophie hat Deschamps über die Jahre immer wieder knapp zusammengefasst: Es gehe ihm um „nur das Gewinnen“, weniger um den schönen Fußball. Als Spieler war er defensiver Mittelfeldspieler, der bei Olympique Marseille, Juventus Turin und der AS Monaco alle großen Vereinstitel holte. Diese Mischung aus Siegermentalität und taktischer Disziplin prägt auch seine Arbeit als Trainer – eine Eigenschaft, die ihn laut Klopp von vielen Kollegen unterscheidet.
