DAX vor Xetra-Start leicht im Plus – Asien-Börsen und Handelsstreit belasten die Stimmung
Frankfurt, 30 Juni 2026
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Kurzfassung
Der Broker IG taxiert den DAX vor dem Xetra-Start 0,3 Prozent höher auf 24.747 Punkte, nachdem der Leitindex am Freitag mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 24.671 Zähler aus dem Handel gegangen war. Belastend wirken schwache Vorgaben aus Tokio und Shanghai sowie die jüngsten Drohungen von US-Präsident Trump gegen europäische Digitalsteuern.
Frankfurt, 30 Juni 2026
Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex DAX vor dem Xetra-Start am Dienstag 0,3 Prozent höher auf 24.747 Punkte, nachdem der Index am vergangenen Freitag mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 24.671 Zähler aus dem Handel gegangen war.
Vorgaben aus Asien fallen verhalten aus
Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start 0,3 Prozent höher auf 24.747 Punkte. Damit würde der DAX einen Teil der Verluste vom Freitag wettmachen, an dem er mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 24.671 Punkten aus dem Handel gegangen war. Im Juni steht damit bislang ein Rückgang um 1,7 Prozent zu Buche. In der ersten Jahreshälfte hat der deutsche Leitindex allerdings noch ein Plus von 0,7 Prozent.
Die Vorgaben aus Asien fielen am Dienstag durchwachsen aus. An der Börse Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,7 Prozent auf 68.869 Punkte nach, während der breiter gefasste Topix mit 3.960 Zählern fast unverändert notierte. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,2 Prozent auf 4.856 Punkte, und auch die Börse Shanghai selbst verlor 0,2 Prozent auf 4.017 Stellen.
Handelsstreit mit den USA und Sommerschwäche
Zur schwachen Stimmung trägt auch der wieder aufgeflammte Handelsstreit mit den USA bei. Wie aus dem Wochenausblick der DZ Bank hervorgeht, fehle es am Aktienmarkt derzeit am positiven Schwung: "Momentan fehle es anscheinend an Kurssteigerungsfantasie", heißt es dort. Die Experten verwiesen zudem auf die saisonale Sommerschwäche; auch von den überhitzten US-Börsen "sind kurzfristig keine Impulse zu erwarten".
Zusätzlich hatte US-Präsident Trump europäischen Ländern mit neuen Zöllen in Höhe von 100 Prozent gedroht, sollten sie beschließen, Digitalsteuern zu erheben. Diese Drohung hatte bereits am Freitag auf die Kurse gedrückt und sorgt auch zu Wochenbeginn für Verunsicherung unter den Anlegern.
Chinesisch-japanische Spannungen verschärfen die Lage
Auch die chinesisch-japanischen Spannungen belasten. Das chinesische Handelsministerium hatte 20 japanische Einrichtungen, darunter Töchter von Mitsubishi und Fujitsu, auf eine Exportkontrollliste gesetzt und Japan eine "Remilitarisierung" vorgeworfen. Diese Maßnahme verstärkt die Sorge vor einer weiteren Eskalation im asiatisch-pazifischen Raum und schürt zugleich die Furcht vor einer Ausweitung des Handelskonflikts.
Vor diesem Hintergrund zeigt sich Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets vorsichtig. "Jede negative Nachricht wird derzeit zum Anlass für Gewinnmitnahmen genutzt, und das ist ein Zeichen, dass der Aktienmarkt vor einer Konsolidierung stehen könnte", kommentierte er die jüngste Schwäche. Lipkow sieht damit Anzeichen für eine bevorstehende Seitwärtsbewegung oder einen leichten Rücksetzer.
Marktbeobachter sehen Konsolidierung und Sommerloch
Auch die Landesbank Helaba sieht den DAX in einer Phase ohne klare Richtung. "Der deutsche Aktienindex befindet sich in einer trendlosen Verfassung", schrieben die Analysten. Der Leitindex oszilliert bereits seit mehr als zwei Wochen in einer Spanne von rund 24.600 bis 25.200 Punkten, ohne dass ein Durchbruch in die eine oder andere Richtung gelungen wäre.
Der Marktbeobachter Jochen Stanzl von Consorsbank sprach von einem klassischen Sommerloch. "Der Dax fällt ins Sommerloch", schrieb er in seiner Analyse. Der Sommer-Blues habe die Börse erfasst, die Kursschwankungen ließen nach und die Handelsumsätze gingen zurück. Damit fehle dem Markt sowohl die Volatilität als auch das Handelsvolumen, das für größere Bewegungen nötig wäre.
Die Vorgaben von der Wall Street fielen am Montag ebenfalls verhalten aus. Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Freitag kaum verändert bei 51.876 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 notierte ebenfalls kaum verändert bei 7.354 Zählern, und der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 25.297 Stellen nach. Damit fehlt auch von den US-Indizes derzeit ein klarer Impuls für die europäischen Märkte.
Siemens Energy und Halbleiterwerte führen den DAX an
Im Fokus der Anleger steht am Dienstag zudem die Siemens Energy-Aktie. Analyst Alasdair Leslie von Bernstein schrieb, dass aktuelle Aussagen des Managements darauf hindeuteten, dass der Auftragseingang in den Sparten Gas Services und Grid Technologies deutlich über den Konsenserwartungen liegen könnte. Diese Einschätzung beflügelte den Kurs: Siemens Energy führte den DAX am Mittag mit einem Plus von fünf Prozent an, nachdem der DAX insgesamt um ein Prozent auf 24.875 Punkte gestiegen war.
Auch andere Technologiewerte profitierten vom starken Nasdaq-Vortag in den USA. Infineon-Aktien legten im DAX um fast drei Prozent zu. Im MDAX stiegen Siltronic, Aixtron und Jenoptik um bis zu drei Prozent. Der MDAX der mittelgroßen Werte rückte insgesamt um 0,7 Prozent auf 31.714 Punkte vor, und der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann knapp ein Prozent auf 6.284 Zähler.
BaFin-Befund bei Mutares
Halbleiterwerte profitierten am Dienstag besonders vom starken Nasdaq-Vortag. Damit setzte sich die Erholung der US-Technologiebörse vom Montag auf hiesige Werte fort. Die zwischenzeitliche Tagesdynamik im DAX wurde damit vor allem von den konjunktursensiblen Tech-Werten getragen.
Mögliche US-iranische Gespräche in Katar
Ein weiteres Thema im Handelsverlauf war der BaFin-Befund bei Mutares. Die Finanzaufsicht hatte im Anhang des Jahresabschlusses 2023 der Beteiligungsgesellschaft ein Fehlen einer Anhangangabe zur Restlaufzeit von Forderungen gegen verbundene Unternehmen festgestellt. Mutares erklärte daraufhin, dass die entsprechende Angabe bereits in den veröffentlichten Abschlüssen 2024 und 2025 ergänzt worden sei, einschließlich einer rückwirkenden Darstellung zum 31. Dezember 2023. Die Mutares-Aktie legte trotz dieses BaFin-Befunds um gut drei Prozent zu, da Anleger die Korrektur als geringfügig einstuften.
International richtete sich der Blick am Dienstag zudem auf die Straße von Hormus. Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Meerenge könnten Gespräche zwischen US- und iranischen Vertretern noch am Dienstag in Katar stattfinden. Der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte, eine Gesprächsrunde werde stattfinden, "sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde". US-Präsident Donald Trump schrieb unterdessen auf Truth Social: "Der Iran hat um ein Treffen gebeten". Sollten die Gespräche tatsächlich zustande kommen, könnte dies die geopolitische Risikolage entschärfen und auch den Ölpreis und damit die Inflation beeinflussen.
Insgesamt zeigt sich der DAX damit in einer Phase der Orientierungslosigkeit: Während auf der einen Seite Tech-Werte von der starken Wall Street profitieren und einzelne Titel wie Siemens Energy oder Infineon deutliche Gewinne verbuchen, belasten die schwachen asiatischen Börsen, der Handelsstreit mit den USA sowie die saisonale Sommerflaute das Gesamtbild. Die Experten sind sich einig, dass kurzfristig keine größeren Impulse zu erwarten sind – weder nach oben noch nach unten.
Fragen & Antworten
Warum wird der DAX am Dienstag nur leicht im Plus erwartet?
Der Broker IG taxiert den DAX vor dem Xetra-Start 0,3 Prozent höher auf 24.747 Punkte. Belastend wirken schwache asiatische Vorgaben, der Handelsstreit mit den USA sowie die saisonale Sommerschwäche.
Was sagt Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets zur aktuellen Lage?
Lipkow erklärte, dass "Jede negative Nachricht wird derzeit zum Anlass für Gewinnmitnahmen genutzt, und das ist ein Zeichen, dass der Aktienmarkt vor einer Konsolidierung stehen könnte". Damit sieht er Anzeichen für eine bevorstehende Seitwärtsbewegung.
Welche Aktien führen den DAX am Dienstag an?
Siemens Energy führt den DAX mit einem Plus von fünf Prozent an, gestützt auf eine positive Analysteneinschätzung von Bernstein. Auch Infineon legte um fast drei Prozent zu, während im MDAX Siltronic, Aixtron und Jenoptik um bis zu drei Prozent stiegen.
DAX Ausblick: Leichtes Plus erwartet – Asien schwach | nachrichten360