DAX über 25.000 Punkten: KNDS-IPO verschoben | nachrichten360
DAX pendelt um 25.000 Punkte – KNDS verschiebt Börsengang und Anleger warten auf US-Jobbericht
Frankfurt, 02. Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Der DAX hat am Vortag die Marke von 25.000 Punkten knapp zurückerobert und bei 25.040 Zählern 0,2 Prozent zugelegt. Der Rüstungshersteller KNDS hat angesichts schwacher Rüstungsaktien seinen geplanten Börsengang verschoben, während Anleger den US-Arbeitsmarktbericht für Juni erwarten.
Der deutsche Leitindex DAX hat am Vortag mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 25.040 Punkte erneut die Marke von 25.000 Zählern überschritten, während der deutsch-französische Rüstungshersteller KNDS seinen Börsengang verschiebt und der US-Arbeitsmarktbericht für Juni mit Spannung erwartet wird.
Gestern hatte der DAX wieder über der 25.000-Punkte-Marke geschlossen. Er legte 0,2 Prozent auf 25.040 Punkte zu. Seit Tagen hatte der DAX sich in einer Spanne von 24.550 bis 25.200 Punkten ohne klaren Trend bewegt. „Immer wenn Anleger darauf hoffen, dass der Weg jetzt frei sein und der deutsche Leitindex nachhaltig über die runde Marke springen könnte, ziehen aus einer Richtung dunkle Wolken auf“, kommentierte der Broker CMC die Lage.
Der Markt bleibe in einer Phase, in der positive Impulse zwar kurzfristig stützten, aber noch nicht ausreichen würden, um eine neue Trendbewegung einzuleiten, meint Analyst Martin Utschneider vom Broker Robomarkets. Europas Börsen dürften am Donnerstag wenig verändert in den Handel starten. Damit bleibt die Stimmung insgesamt abwartend.
Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS schiebt seinen Börsengang angesichts der Wertverluste bei Rüstungsaktien auf. Das Unternehmen hatte eigentlich noch vor der Mitte Juli beginnenden Sommerpause an die Börsen in Paris und Frankfurt gehen wollen. Die Aktionäre hätten dem Unternehmen mitgeteilt, sie wollten die Börsenpläne erst wieder aufnehmen, wenn sich das Marktumfeld für Rüstungsaktien in Europa wieder verbessert habe, teilte KNDS mit.
KNDS verschiebt den Börsengang
Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann sowie des französischen Staates. KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Das nächste Fenster öffnet sich nun frühestens im September, wenn die Investoren zurückkommen. Der Bund hält an seinen Plänen für einen Einstieg bei KNDS fest, der sich mit der Verschiebung aber ebenfalls verzögern dürfte.
Angesichts des vom Iran-Krieg ausgelösten Inflationsschubs in den USA rechnen viele Anleger damit, dass die Fed die Zinsen unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh im Laufe des Jahres anheben wird. Er werde jedoch trotz der Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen strikt am Inflationsziel der Federal Reserve von zwei Prozent festhalten und all jene enttäuschen, die eine lockere Geldpolitik erwarteten, hatte Warsh erklärt. US-Notenbankchef Kevin Warsh hatte erklärt, die Inflationsrisiken hätten sich zuletzt abgeschwächt.
US-Notenbank hält an Inflationsziel fest
Höhepunkt des Tages ist die Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten für Juni. Von Reuters befragte Experten erwarten ein Stellenplus von nur noch 110.000, nach 172.000 im Mai. Hier wird ein Anstieg der Zahl der Beschäftigten von 115.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,3 Prozent verharren. Private Unternehmen schufen im Juni netto 98.000 Stellen, Ökonomen hatten mit 110.000 neu geschaffenen Stellen gerechnet.
Arbeitsmarktbericht im Fokus
Die US-Notenbank hat diese Kennzahl im Blick, da die Währungshüter für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen sollen. Vor diesem Hintergrund wird der heutige monatliche US-Arbeitsmarktbericht für den Juni mit Spannung erwartet. Am Freitag bleiben die Börsen in den USA wegen der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli geschlossen.
An den US-Indizes zeigte sich am Vortag ein gemischtes Bild. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss unverändert auf 52.305 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 7.485 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,7 Prozent auf 26.044 Punkte nach.
Bayer bündelt Glyphosat-Geschäft
Auf Unternehmensseite bündelt Bayer ihr US-Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Einheit. Die Ruveon LLC soll als Teil des Bayer-Konzerns ihren Sitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri haben und für Preisgestaltung und Markteinführungsstrategien bis hin zu Produktion und Logistik für alle Aspekte des US-Glyphosatgeschäfts zuständig sein. Auf Tradegate werden die Titel 1,4 Prozent fester gehandelt.
Im Handel ist von einem positiv aufgenommenen nachbörslichen Pre-Close-Call von Continental die Rede. Das Unternehmen habe sich zudem zuversichtlich geäußert, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Am Vormittag veranstaltet Kion einen Pre-Close-Call.
An den Rohstoff- und Devisenmärkten zeigten sich unterschiedliche Bewegungen. Brent notiert nur noch knapp über der Marke von 70 Dollar das Fass. Brent/ICE 70,85 -1,0 -0,72 71,57. WTI/Nymex 67,93 -1,0 -0,65 68,58. Gold 4.068,69 +1,0 38,80 4.029,89. Silber 59,91 +1,3 0,77 59,14. Platin 1.612,37 +2,3 35,50 1.576,87. Bitcoin/USD 60.457,39 +0,6 379,52 60.077,87 60.248,76. EUR/USD 1,1386.
Fragen & Antworten
Warum verschiebt KNDS seinen Börsengang?
Die Aktionäre des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS haben mitgeteilt, dass sie den geplanten Börsengang in Paris und Frankfurt erst wieder aufnehmen wollen, wenn sich das Marktumfeld für europäische Rüstungsaktien verbessert hat. Ursprünglich sollte das IPO noch vor der Sommerpause Mitte Juli stattfinden.
Welche Erwartungen gibt es an den US-Arbeitsmarktbericht für Juni?
Von Reuters befragte Experten erwarten ein Stellenplus von 110.000 nach 172.000 im Mai, andere Ökonomen rechnen mit 115.000 neuen Stellen. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,3 Prozent verharren.
Was hat Kevin Warsh zur Geldpolitik der Fed gesagt?
Der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh erklärte, er werde trotz der Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen strikt am Inflationsziel der Federal Reserve von zwei Prozent festhalten. Damit werde er all jene enttäuschen, die eine lockere Geldpolitik erwarteten.