DAX gibt leicht nach – Rheinmetall stürzt ab, TKMS schießt nach oben, Micron überrascht positiv
Frankfurt am Main, 25. Juni 2026
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Kurzfassung
Der deutsche Leitindex DAX ist am Donnerstag um 0,62 Prozent auf 24.740 Punkte gefallen. Während Rheinmetall nach dem Aus für das F126-Fregattenprogramm um 18,65 Prozent einbrach, legte TKMS nach Auftragsaussichten für Meko-A-200-DEU-Fregatten um 16,10 Prozent zu. In den USA schoss Micron Technology nach starken Quartalszahlen im nachbörslichen Handel um 15,78 Prozent nach oben.
Der DAX hat am Donnerstag 0,62 Prozent auf 24.740 Punkte verloren, getrieben von einem Kurseinbruch bei Rheinmetall nach dem Ende des F126-Fregattenprogramms, während TKMS nach Großauftragsaussichten deutlich zulegte und Micron Technology mit starken Quartalszahlen die US-Indizes nach Börsenschluss beflügelte.
Am deutschen Aktienmarkt standen vor allem Verteidigungswerte im Mittelpunkt. Rheinmetall rutschte mit einem Minus von 18,65 Prozent an das Ende des DAX, nachdem die Stornierung des F126-Fregattenprogramms einen wichtigen Marineauftrag zunichtegemacht hatte. Der Rüstungskonzern verlor damit deutlich an Gewicht im Leitindex, während die Auftragsvergabe an den Wettbewerber TKMS dessen Geschäftsaussichten spiegelbildlich verbesserte.
Rüstungswerte unter Druck: Rheinmetall verliert, TKMS profitiert
TKMS selbst gehörte mit einem Plus von 16,10 Prozent im MDAX zu den größten Gewinnern. Hintergrund war die geplante Beschaffung von Meko-A-200-DEU-Fregatten, die dem Schiffbauunternehmen nach Darstellung des Marktes ein deutlich höheres Auftragsvolumen in Aussicht stellt. Während Anleger also bei Rheinmetall Marineaufträge abstraften, honorierten sie bei TKMS den erwarteten Auftragsschub.
Auch jenseits der Rüstungsbranche verlief der Handelstag durchwachsen. Über die drei großen Indizes hinweg standen 46 Gewinnern 54 Verlierer gegenüber, das Verkaufsvolumen lag bei 54 Prozent. MDAX und TecDAX gaben um 0,65 beziehungsweise 0,53 Prozent nach. Spürbare Verluste verzeichneten zudem die Deutsche Bank mit minus 2,58 Prozent und die Volkswagen-Vorzugsaktien mit minus 2,44 Prozent.
Gemischtes Bild im DAX: MTU vorne, Banken schwach
An der Spitze des DAX landete MTU Aero Engines mit einem Aufschlag von 5,95 Prozent, gestützt von positiven Analystenkommentaren von JPMorgan und sinkenden Treibstoffkosten. Ohne erkennbaren Unternehmensanlass legten zudem Qiagen um 4,28 Prozent und Beiersdorf um 3,79 Prozent zu. Infineon verlor unterdessen 1,24 Prozent, da Anleger vor den am Abend anstehenden Quartalszahlen von Micron Technology vorsichtig agierten.
Diese Vorsicht erwies sich im Nachhinein als unbegründet: Micron Technology schoss im US-Nachhandel um 15,78 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen starke Quartalszahlen und einen positiven Ausblick präsentiert hatte. Die S&P-Futures stiegen daraufhin um 0,55 Prozent, die Nasdaq-100-Futures sogar um 1,74 Prozent. Der Dow Jones Industrial schloss zuvor 0,35 Prozent höher bei 51.849 Punkten, während der S&P 500 um 0,10 Prozent auf 7.358 Punkte und der Nasdaq 100 um 0,43 Prozent auf 29.220 Punkte nachgaben.
Micron beflügelt die US-Futures
An den asiatischen Märkten zeigte sich vor dem Hintergrund der Entwicklungen in den USA ein gemischtes Bild. Südkoreas Kospi stieg um 5,75 Prozent, der japanische Nikkei 225 legte um 4,36 Prozent zu, während der Hang Seng um 1,24 Prozent nachgab. Der MSCI Asia Pacific Index notierte 1,74 Prozent höher bei 279,68 Punkten. Die anstehenden US-Konjunkturdaten – darunter der PCE-Preisindex, das Bruttoinlandsprodukt, Auftragseingänge langlebiger Güter, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie persönliche Einkommen und Ausgaben – dürften nach Einschätzung von Beobachtern die weitere Richtung bestimmen.
An den Rohstoffmärkten fielen die Notierungen überwiegend. Brent-Ör gab um 1,64 Prozent auf ein Vier-Monats-Tief von 72,53 US-Dollar nach und kehrte damit auf das Niveau vor dem Iran-Krieg zurück. WTI-Ör verbilligte sich um 2,32 Prozent auf 74,82 US-Dollar, Gold an der Comex verlor 3,61 Prozent auf 3.999,60 US-Dollar. Der Euro fiel gegenüber dem US-Dollar um 0,21 Prozent auf 1,14 US-Dollar, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um 8 Basispunkte auf 4,41 Prozent.
Rohstoffe und Devisen: Öl und Gold unter Druck
Die Vorzeichen für den weiteren Handelstag sind indes verhalten optimistisch. Die DAX-Vorindikation stand bei 24.761 Punkten und deutete damit auf einen leicht positiven Handelsstart hin. Der VDAX-Volatilitätsindex fiel um 0,54 Punkte auf 17,36. Die Analysten verwiesen zudem auf laufende Hauptversammlungen bei Porsche Automobil Holding und GFT Technologies; Hennes & Mauritz und Darden Restaurants stehen mit ihren Quartalszahlen noch aus.
Im DAX-Futures-Markt waren unter anderem Faktorzertifikate auf Rheinmetall gelistet – long mit einem WKN-Kurs von 11,02 Euro und short mit einem WKN-Kurs von 1,99 Euro, Faktor 3, open-end. Dazu hieß es von Produkseite: "Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen" – diese Produkte seien komplex und mitunter schwer zu verstehen.
Stärkste DAX-Sektoren waren Konsumwerte mit plus 2,70 Prozent, Pharma mit plus 1,93 Prozent und Einzelhandel mit plus 1,18 Prozent. Schwächste Sektoren waren Banken mit minus 2,34 Prozent, Industriewerte mit minus 1,95 Prozent und Versorger mit minus 1,56 Prozent. An der NYSE standen 53 Prozent steigende 45 Prozent fallenden Titeln gegenüber, das Aufwärtsvolumen lag bei 47 Prozent, das Abwärtsvolumen bei 53 Prozent; 117 neue 52-Wochen-Hochs standen 83 neuen Tiefstständen gegenüber.
Fragen & Antworten
Warum ist die Rheinmetall-Aktie um 18,65 Prozent eingebrochen?
Rheinmetall brach um 18,65 Prozent ein, nachdem die Stornierung des F126-Fregattenprogramms einen wichtigen Marineauftrag zunichtegemacht hatte. Damit verlor der Konzern einen zentralen zukünftigen Umsatzträger.
Was hat den Kursanstieg von TKMS um 16,10 Prozent ausgelöst?
TKMS legte um 16,10 Prozent zu, weil die geplante Beschaffung von Meko-A-200-DEU-Fregatten dem Schiffbauunternehmen ein deutlich höheres Auftragsvolumen in Aussicht stellt. Damit profitierte TKMS direkt von der Auftragsvergabe, die Rheinmetall verlor.
Welche Wirkung hatten die Quartalszahlen von Micron auf die US-Märkte?
Micron Technology stieg im US-Nachhandel um 15,78 Prozent, nachdem das Unternehmen starke Quartalszahlen und einen positiven Ausblick vorgelegt hatte. Die S&P-Futures legten daraufhin um 0,55 Prozent und die Nasdaq-100-Futures um 1,74 Prozent zu.