Die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne haben im Jahr 2025 durchschnittlich 12,9 Prozent mehr verdient als im Vorjahr, während einzelne Spitzenmanager wie Volkswagen-Chef Oliver Blume deutliche Gehaltskürzungen hinnehmen mussten.

Gehälter im Überblick

Die Gesamtvergütung der Dax-Chefs belief sich 2025 auf 261,3 Millionen Euro, wie aus aktuellen Unternehmensberichten hervorgeht. Dies entspricht einem Anstieg von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der durchschnittliche Jahresverdienst eines Dax-Vorstandsvorsitzenden liegt damit bei etwa 6,9 Millionen Euro.

Allerdings zeigt die Entwicklung große Unterschiede zwischen den einzelnen Konzernen. Während einige Führungskräfte wie Oliver Blume von Volkswagen eine Gehaltskürzung von 28 Prozent auf 7,4 Millionen Euro hinnehmen mussten, stiegen die Bezüge anderer Vorstände deutlich an. Die starke Diskrepanz unterstreicht die unterschiedliche Bewertung von Unternehmensleistungen und individuellen Verantwortungsbereichen.

Experten warnen vor „Amerikanisierung“

Wirtschaftsexperten äußern sich besorgt über die zunehmende Diskrepanz zwischen den Gehältern von Vorständen und denen der Beschäftigten. „Die Entwicklung erinnert an die Verhältnisse in den USA, wo die Gehaltsschere zwischen Management und Belegschaft seit Jahren extrem auseinandergeht“, kommentiert ein Analyst.

Die Diskussion um angemessene Vorstandsgehälter wird in Deutschland seit Jahren kontrovers geführt. Kritiker fordern stärkere Transparenz und eine engere Kopplung der Vergütung an nachhaltige Unternehmenserfolge. „Es darf nicht sein, dass Spitzenmanager unverhältnismäßig profitieren, während gleichzeitig Stellen abgebaut oder Löhne eingefroren werden“, so ein Gewerkschaftsvertreter.