Der ORF-Stiftungsrat hat den bisherigen APA-Chef Clemens Pig am Freitag kurz nach 13 Uhr zum neuen Generaldirektor des ORF gewählt, nachdem die Sitzung mit mehr als 14 Stunden die längste in der Geschichte des Gremiums gewesen war.

Die Entscheidung über die neue Führungsspitze des öffentlich-rechtlichen ORF in Österreich zog sich über fast 15 Stunden hin. Wortgefechte, Anschuldigungen und Befragungen, die ins Unsachliche abdrifteten, prägten den Sitzungsverlauf und lieferten am Ende ein Ergebnis sowie ein Sittenbild des Medienunternehmens und seines wichtigsten Aufsichtsgremiums. Clemens Pig setzte sich nach Mitternacht im ersten Wahlgang durch.

Auf den früheren APA-Geschäftsführer entfielen 21 der 35 Stimmen. Er war einer von neun Kandidatinnen und Kandidaten, die sich dem 35-köpfigen Gremium stellten. Eine Wahl war erst gegen Mitternacht erwartet worden. Mit der Entscheidung endete eine Sitzung, die laut Beteiligten zeitweise kaum noch den Charakter einer geordneten Bewerbungsbefragung hatte.