China hat US-Unternehmen mit Sanktionen belegt und Exportbeschränkungen für Drohnen verhängt, wenige Tage vor dem geplanten Besuch von Präsident Xi Jinping in den Vereinigten Staaten.
Hintergrund der Sanktionen
Die chinesische Verwaltung für Marktregulierung (SAMR) erklärte, dass US-Unternehmen, die im Auftrag chinesischer Stellen Nachprüfungen in Fabriken für die CCC-Zertifizierung vornehmen, künftig keine solchen Zertifikate mehr ausstellen dürfen. Die Maßnahme wurde am Dienstag in Peking bekannt gegeben und zielt direkt auf amerikanische Prüfdienstleister, die bislang eine Schlüsselrolle im chinesischen Zertifizierungssystem spielten.
Mit der Entscheidung verschärft Peking den wirtschaftlichen Druck auf Washington unmittelbar vor dem für Ende August erwarteten Besuch von Xi in den USA. Beobachter werten den Schritt als Signal, dass China bereit ist, seine Marktposition als politisches Druckmittel einzusetzen. Die US-Regierung hatte zuletzt ihre eigenen Exportkontrollen ausgeweitet, insbesondere im Halbleiterbereich.
Die chinesische Regierung begründete die Sanktionen mit Hinweisen auf die Region Xinjiang, wo viele Angehörige der muslimischen Minderheit der Uiguren leben. In Xinjiang leben viele Angehörige der muslimischen Minderheit der Uiguren. Peking verweist regelmäßig auf diese Formulierung, wenn es Kritik am Umgang mit der Region zurückweist. Beobachter lesen die Bezugnahme als Versuch, die eigene Position in den laufenden Verhandlungen mit Washington zu stärken.
Drohnen-Exportkontrollen verschärft
Neben den Sanktionen kündigte China neue Exportkontrollen für Drohnen an, die den Export bestimmter Drohnentechnologie in die USA einschränken. Die Maßnahme betrifft sowohl zivile als auch militärisch nutzbare Komponenten. Branchenkreise gehen davon aus, dass die neuen Regeln den Marktzugang amerikanischer Hersteller in China erheblich erschweren werden.
In Washington zeigte man sich zurückhaltend, aber besorgt. Das US-Außenministerium kündigte eine Prüfung der Maßnahmen an und verwies auf laufende Konsultationen mit Verbündeten. Senatoren beider Parteien forderten eine entschiedene Reaktion, falls China die Spannungen weiter verschärfe.
Die wirtschaftlichen Folgen könnten beide Seiten treffen. US-Unternehmen, die auf den chinesischen Markt angewiesen sind, befürchten Umsatzeinbußen, während chinesische Hersteller mit höheren Kosten für unabhängige Zertifizierungen rechnen müssen. Analysten sehen in den Sanktionen ein Zeichen für eine dauerhafte Entflechtung der Wirtschaftsbeziehungen.
Spannungen vor dem Xi-Besuch
Unklar bleibt, ob die Spannungen den geplanten Xi-Besuch in den USA gefährden. Diplomatische Kreise in Peking signalisierten, dass der Besuch weiterhin stattfinden solle. In Washington hieß es, man sei auf verschiedene Szenarien vorbereitet. Beide Seiten halten sich die Tür für Gespräche offen, zeigen aber wenig Bereitschaft zum Einlenken.
Die Ankündigung der Sanktionen fällt in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ohnehin auf einem Tiefpunkt stehen. Handelsfragen, Taiwan und die Lage in Xinjiang bleiben die größten Streitpunkte. Die neuen Maßnahmen dürften die Verhandlungen zusätzlich verkomplizieren.
Internationale Beobachter sehen in dem Vorgehen einen Versuch Chinas, vor dem Gipfeltreffen Verhandlungsmasse aufzubauen. Die chinesische Führung wolle Stärke zeigen, ohne die diplomatischen Kanäle vollständig abzubrechen. Gleichzeitig sende Peking ein Signal an andere Staaten, dass China bereit sei, wirtschaftliche Hebel einzusetzen.
Wirtschaftliche Folgen für beide Seiten
Die US-Industrie reagiert verunsichert. Unternehmen, die bislang CCC-Zertifizierungen für chinesische Kunden ausstellten, prüfen nun rechtliche Schritte und Alternativen. Branchenverbände fordern klare Signale aus Washington, wie sie mit den neuen Anforderungen umgehen sollen.
Marktanalysten rechnen mit kurzfristigen Turbulenzen an den Börsen, falls die Spannungen eskalieren. Aktien von US-Unternehmen mit starkem China-Geschäft gerieten bereits unter Druck. Die kommenden Tage gelten als entscheidend dafür, ob es vor dem Xi-Besuch noch zu einer Entspannung kommt.
Beide Regierungen betonen, dass sie an einer stabilen Beziehung interessiert seien. Die konkreten Maßnahmen sprechen jedoch eine andere Sprache. Der Besuch von Xi wird zum Lackmustest, ob die beiden Mächte in der Lage sind, ihre Differenzen zumindest zu managen.
