Das umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition für die gesetzliche Krankenversicherung geht am Freitag in die parlamentarische Beratung: Der Bundestag debattiert erstmals über den Entwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), parallel dazu berät der Bundesrat über zahlreiche Änderungswünsche der Länder.
Der Entwurf sieht Ausgabenbremsen für Arztpraxen, Krankenhäuser und die Pharmaindustrie vor und soll die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2027 um mindestens 16,3 Milliarden Euro entlasten. Damit sollen höhere Zusatzbeiträge für die Versicherten verhindert werden. Nach Angaben von Warken fallen die Ausgaben der Kassen im laufenden Jahr 3,5 Milliarden Euro höher aus als erwartet, so dass sich das Defizit nach bisheriger Prognose von 15,3 Milliarden Euro noch weiter vergrößert. Im Entwurf ist bislang nur ein schmaler Puffer von einer Milliarde Euro vorgesehen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach Angaben aus der Bundesregierung die Vorgabe ausgegeben, dass der Einsparpuffer keinesfalls kleiner werden dürfe. Warken erklärte am Donnerstag nach einer Konferenz mit den Gesundheitsministern der Länder in Hannover: „Der Rest muss jetzt dann noch zusätzlich gehoben werden, um Beitragsstabilität zu bekommen.“ Rechnerisch sei eine zusätzliche Einsparsumme von mindestens 2,5 Milliarden Euro nötig, da trotz des bereits eingeplanten Puffers eine Lücke von rund 2,5 Milliarden Euro bleibe.
