Bewaffneter Überfall in Wien-Donaustadt: 21-Jähriger zerrt Achtjährige aus Auto und flüchtet mit Wagen
Wien, 02. Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Ein 21-jähriger Ukrainer hat am Mittwochabend im Wiener Bezirk Donaustadt zwei Frauen attackiert, um an deren Autos zu gelangen. Bei einem Überfall drängte er sich zwischen eine Mutter und ihre achtjährige Tochter, zerrte das Mädchen aus dem Wagen und flüchtete mit dem Fahrzeug; der Verdächtige wurde kurz darauf festgenommen.
Ein 21-jähriger ukrainischer Staatsbürger hat am späten Mittwochabend in Wien-Donaustadt zwei Frauen attackiert und im Zuge eines Fahrzeugraubs eine 34-jährige Mutter und deren achtjährige Tochter leicht verletzt.
Erster gescheiterter Raubversuch in der Tiefgarage
Nach Angaben der Polizei ereigneten sich die dramatischen Szenen am Mittwochabend in der Tiefgarage eines großen Einkaufszentrums im 22. Wiener Gemeindebezirk. Zunächst versuchte der Verdächtige offenbar, einer 45-jährigen Frau in der Garage ihren Pkw zu entreißen, indem er versuchte, die Frau aus dem Pkw zu zerren. Die Frau schrie um Hilfe, woraufhin andere Garagenbenutzer auf die Hilferufe der Frau aufmerksam wurden und der Mann ohne Beute flüchtete.
Wenig später schlug der 21-Jährige erneut zu, als eine Mutter (34) gerade dabei war, ihre achtjährige Tochter auf die Rückbank ihres Nissan SUV Qashqai zu setzen. Der Fremde drängte sich einfach zwischen die beiden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand drängte sich der Tatverdächtige zwischen Mutter und Tochter, zog das Mädchen aus dem Fahrzeug und nahm im Zuge der darauffolgenden körperlichen Auseinandersetzung mit der 34-Jährigen die Fahrzeugschlüssel an sich.
Überfall auf Mutter und Tochter
Die Mutter wehrte sich wie eine Löwin und zerkratzte dem Angreifer das ganze Gesicht. Trotzdem konnte dieser mit dem geklauten Nissan flüchten. Sowohl die Mutter als auch ihre Tochter wurden bei dem Angriff leicht verletzt. Der Verdächtige hatte der Frau nach einem Gerangel den Autoschlüssel entrissen.
Die Polizei leitete unmittelbar eine Fahndung ein. Weil das gestohlene Fahrzeug mit einem GPS-Tracker ausgestattet war, konnte der Fluchtweg des Tatverdächtigen rasch verfolgt werden. Kräfte des Stadtpolizeikommandos Donaustadt entdeckten den Wagen kurze Zeit später in der Pirquetgasse und nahmen den Verdächtigen in der Nähe fest.
Der Ukrainer kam jedoch nicht weit, weil das Auto mittels Tracker verfolgt werden konnte. In der Befragung gab der Mann laut Polizei an, er habe lediglich "etwas Neues ausprobieren" wollen. Diese Aussage stieß in den Ermittlerkreisen auf Unverständnis, da sie keinerlei schlüssige Erklärung für die Gewalt gegen Mutter und Kind liefert.
Festnahme und Untersuchungshaft
Der 21-Jährige sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Auf Anordnung der Justiz wurde er in eine Justizanstalt eingewiesen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. Ermittler prüfen insbesondere, ob der Verdächtige erst vor wenigen Tagen nach Wien gekommen war und möglicherweise erst seit kurzem als Kriegsflüchtling in der Stadt lebt. Hinweise auf weitere Mittäter oder eine organisierte Tatbeteiligung liegen derzeit nicht vor.
Die Wiener Polizei stuft die Vorfälle als schwere Gewalt- und Eigentumsdelikte ein. Geprüft werden unter anderem die Vorwürfe des schweren Raubes, der Körperverletzung sowie des Diebstahls in einem besonders schweren Fall. Da eine achtjährige Schülerin unmittelbar betroffen war, fließt in die Bewertung auch der besondere Schutz Minderjähriger ein.
Aus Sicht der Ermittler wirft der Fall Fragen zur Sicherheit in Tiefgaragen und auf Parkflächen von Einkaufszentren auf. Tiefgaragen gelten in der Kriminalstatistik als neuralgische Punkte, weil sich Opfer und Täter dort oft allein und ohne direkte Sichtverbindung zu Passanten begegnen. Die Polizei erinnert in diesem Zusammenhang an Verhaltensregeln wie aufmerksames Beobachten der Umgebung, das Schließen der Autotüren noch vor dem Einsteigen sowie das Mitführen eines Notrufs auf dem Mobiltelefon.
Die Stadt Wien und die Polizei riefen Zeugen, die am Mittwochabend im Bereich der Donaustädter Tiefgarage oder in der Pirquetgasse Beobachtungen gemacht haben, dazu auf, sich beim Stadtpolizeikommando Donaustadt zu melden. Hinweise könnten zur Rekonstruktion des Tathergangs und der Vorgeschichte des Tatverdächtigen beitragen.
Rechtliche Einordnung des Falls
Rechtlich gilt der Beschuldigte als unschuldig, solange ihm nicht rechtskräftig eine Straftat nachgewiesen ist. Die Staatsanwaltschaft Wien führt das Verfahren; ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen dem Mann wegen der Gewaltanwendung gegen Mutter und Kind mehrere Jahre Freiheitsstrafe.
Mittlerweile haben Familienangehörige der 34-jährigen Frau sowie der 45-jährigen Frau aus dem ersten Vorfall Kontakt zur Opferschutzgruppe der Wiener Polizei aufgenommen. Die Opfer werden psychologisch betreut. Insbesondere das Mädchen, das direkt aus dem Fahrzeug gezogen worden war, benötige professionelle Unterstützung, hieß es aus dem familiären Umfeld.
Sicherheitshinweise und Opferschutz
Die Polizei veröffentlichte bisher weder ein Phantombild noch eine genaue Personenbeschreibung des Festgenommenen. Sie sicherte jedoch DNA-Spuren, die am Nissan genommen wurden, sowie Spuren der Verletzungen im Gesicht des Tatverdächtigen. Diese könnten im Falle eines späteren Verfahrens als Beweismittel dienen.
Bei der 34-Jährigen und ihrer Tochter handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen um österreichische Staatsbürgerinnen ohne Vorerkenntnisse im polizeilichen Sinn. Auch die 45-Jährige aus dem ersten gescheiterten Raubversuch war bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Die Polizei wertet die Vorfälle als gezielte, spontane Auswahl zufällig parkender Fahrzeuge.
Politische und gesellschaftliche Reaktionen
Der Fall hat in Wien eine breite Debatte über die Sicherheit in öffentlichen Garagen und über Hilfssysteme für neu ankommende Schutzsuchende ausgelöst. Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien forderten rasche Aufklärung und mehr polizeiliche Präsenz in Einkaufszentren. Sozialorganisationen wiesen zugleich darauf hin, dass Kriegsflüchtlinge besonders häufig Opfer von Ausbeutung und Kriminalität würden und nicht zwangsläufig selbst straffällig würden.
Der genaue Ablauf der beiden Taten wird derzeit noch rekonstruiert. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass es sich um einen Serienzusammenhang handelt, da beide Überfälle innerhalb kurzer Zeit im selben Stadtteil stattfanden und ein vergleichbares Tatmuster aufwiesen. Weitere Erkenntnisse erwartet die Polizei in den kommenden Tagen.
Die Anteilnahme in der Wiener Bevölkerung ist groß. Auf sozialen Netzwerken wurde vielfach der Mut der Mutter hervorgehoben, die sich dem Angreifer körperlich entgegengestellt und ihm das Gesicht zerkratzt hatte. Lokale Initiativen kündigten an, der Familie in den kommenden Wochen finanziell und organisatorisch zur Seite zu stehen.
Fragen & Antworten
Was ist am Mittwochabend in Wien-Donaustadt passiert?
Ein 21-jähriger ukrainischer Mann versuchte laut Polizei zunächst, in einer Tiefgarage einer 45-Jährigen den Pkw zu rauben, und griff kurz danach eine 34-jährige Mutter an, als diese ihre achtjährige Tochter auf den Rücksitz eines Nissan Qashqai setzte.
Wie wurde der Verdächtige gefasst?
Der gestohlene Wagen war mit einem GPS-Tracker ausgestattet; Kräfte des Stadtpolizeikommandos Donaustadt konnten das Fahrzeug in der Pirquetgasse orten und den 21-Jährigen in der Nähe festnehmen.
Welche Konsequenzen hat der Verdächtige zu erwarten?
Der Mann sitzt auf Anordnung der Justiz in Untersuchungshaft; die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt unter anderem wegen schweren Raubes, Körperverletzung und Diebstahls in einem besonders schweren Fall.
Fahrzeugraub Wien-Donaustadt: 21-Jähriger verletzt Mutter | nachrichten360