27-Jähriger nach Gewalt gegen schwangere Partnerin in Wien-Favoriten festgenommen
Wien, 25. Juni 2026
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Kurzfassung
In Wien-Favoriten hat die Polizei einen 27-jährigen tunesischen Staatsangehörigen festgenommen, der seine schwangere Lebensgefährtin attackiert haben soll. Gegen den Mann wurden ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.
Ein 27-jähriger tunesischer Staatsangehöriger ist am Mittwochmittag in Wien-Favoriten festgenommen worden, nachdem er seine 23-jährige schwangere Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung geschlagen, getreten und mit einem Messer mit dem Tod bedroht haben soll.
Hintergrund des Vorfalls
Nach Angaben der Polizei verschafften sich Beamte der Polizeiinspektion Keplergasse gegen 12.15 Uhr Zutritt zu der Wohnung im zehnten Wiener Gemeindebezirk. Dort fanden sie die Frau mit Verletzungen im Gesichtsbereich sowie Schürfwunden am Körper vor. Wie die Polizei in einer Aussendung am Donnerstag berichtete, „fanden sie das Opfer mit Verletzungen im Gesichtsbereich sowie Schürfwunden am ganzen Körper auf, die eindeutig auf eskalierte häusliche Gewalt zurückzuführen waren“.
Die 23-Jährige wurde von der Berufsrettung Wien notfallmedizinisch versorgt und anschließend in ein Spital gebracht. Die Frau klagte zudem über Bauchschmerzen, nachdem ihr der Partner gegen den Bauch getreten haben soll. Da sie schwanger ist, wurden im Krankenhaus weitergehende Untersuchungen vorgenommen.
Ermittlungen und Festnahme
Nach bisherigen Erkenntnissen soll es zu der Gewalttat gekommen sein, weil die 23-Jährige von einem anderen Mann schwanger ist. Wie aus den Ermittlungen hervorgeht, soll sich die Beziehung der beiden in einer Krisensituation befunden haben, als die Frau die Schwangerschaft offenbarte.
Die Polizei schildert den Ablauf der Tat so: Der 27-Jährige habe seine Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung geschlagen, getreten und mit einem Messer mit dem Umbringen bedroht. Die Frau konnte demnach in einem günstigen Moment Kontakt zu Nachbarn aufnehmen, woraufhin diese die verzweifelten Schreie hörten und am Notruf Alarm schlugen.
Hilfsangebote für Betroffene
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte versuchte der Beschuldigte zunächst unterzutauchen. „Der Beschuldigte versteckte sich vor der Polizei am Klo, wurde aber gefunden“, heißt es in der polizeilichen Darstellung. Die Festnahme erfolgte noch in der Wohnung durch die Beamten der Polizeiinspektion Keplergasse.
Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 27-jährigen tunesischen Staatsangehörigen. Er befindet sich nach Angaben der Polizei wieder in Haft. Die Ermittlungen laufen, die Staatsanwaltschaft Wien wurde eingebunden. Gegen den Mann wurden ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.
Die Polizei wies in ihrer Aussendung auf mehrere Hilfsangebote für Betroffene häuslicher Gewalt hin. Der Polizei-Notruf ist unter der Nummer 133 jederzeit erreichbar. Die Frauenhelpline ist unter 0800 222 555 erreichbar, das Gewaltschutzzentrum unter 0800 700 217 und der Opfer-Notruf unter 0800 112 112.
Häusliche Gewalt und Schwangerschaft
Darüber hinaus bietet die Kriminalprävention des Landeskriminalamts Wien persönliche Beratungen unter der Hotline 0800 216346 an. Die Opferschutzorganisation Weisser Ring ist unter 050 50 16 erreichbar. Die Polizei betont, dass sich Betroffene in akuten Situationen jederzeit an die Einsatzkräfte wenden können.
Der Fall reiht sich in eine Reihe von Vorfällen häuslicher Gewalt ein, die zuletzt in Wien Aufmerksamkeit erregt hatten. Fachstellen weisen darauf hin, dass Schwangerschaft und bevorstehende Geburt eines Kindes für Frauen ein erhöhtes Risiko bergen können, Opfer von Gewalt in der Partnerschaft zu werden.
In der polizeilichen Pressemitteilung wird der Beschuldigte als „Ex-Knacki“ bezeichnet: „Der Ex-Knacki befindet sich (wieder einmal) in Haft.“ Damit wird auf eine frühere Haftstrafe des Mannes angespielt. Genauere Angaben zu Vorstrafen oder zum Hintergrund der früheren Inhaftierung machte die Polizei nicht.
Rechtliche Folgen
Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch zur Mittagszeit, die Veröffentlichung der polizeilichen Aussendung folgte am Donnerstag. Wie es der Frau und dem ungeborenen Kind geht, war bis zum Donnerstagabend nicht öffentlich bekannt. Die Behörden stellten medizinische und psychologische Betreuung in Aussicht.
Die Polizeiinspektion Keplergasse hat die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes, der schweren Körperverletzung sowie der gefährlichen Drohung aufgenommen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien bestätigte den Eingang des Aktes.
Mit dem ausgesprochenen Betretungs- und Annäherungsverbot darf sich der Mann der Wohnung und dem Nahbereich der Frau nicht mehr nähern. Das vorläufige Waffenverbot untersagt ihm den Besitz und den Zugang zu Waffen. Verstöße gegen diese Anordnungen sind strafbar.
Hinweise der Polizei
Opferschutzorganisationen raten in solchen Fällen, Beweise wie Verletzungen ärztlich dokumentieren zu lassen und frühzeitig Kontakt zu Beratungsstellen aufzunehmen. Auch Vertrauenspersonen oder Nachbarn könnten wichtige Anlaufstellen sein, wie der aktuelle Fall gezeigt habe.
Die Wiener Polizei kündigte an, die Ermittlungen konsequent weiterzuführen. Man nehme den Schutz von Frauen und Kindern sehr ernst, hieß es. Hinweise aus der Bevölkerung würden jederzeit vertraulich entgegengenommen.
Abschließend verwiesen die Behörden auf die Möglichkeit, sich anonym an die genannten Hotlines zu wenden. Auch wer nicht unmittelbar betroffen ist, sondern einen Verdacht hegt, könne sich jederzeit an die Polizei oder das Gewaltschutzzentrum wenden.
Fragen & Antworten
Wer wurde in Wien-Favoriten festgenommen?
Festgenommen wurde ein 27-jähriger tunesischer Staatsangehöriger, der im Verdacht steht, seine 23-jährige schwangere Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung attackiert und mit dem Tod bedroht zu haben.
Was genau wirft die Polizei dem Mann vor?
Die Polizei wirft ihm vor, die Frau geschlagen, getreten, ihr gegen den Bauch getreten und sie mit einem Messer mit dem Umbringen bedroht zu haben. Die Frau erlitt Verletzungen im Gesicht sowie Schürfwunden am Körper.
An welche Stellen können sich Betroffene in Österreich wenden?
Betroffene können sich an den Polizei-Notruf 133, die Frauenhelpline 0800 222 555, das Gewaltschutzzentrum 0800 700 217, den Opfer-Notruf 0800 112 112 oder den Weisser Ring unter 050 50 16 wenden.
Wien-Favoriten: Festnahme nach Gewalt gegen Schwangere | nachrichten360