Berlin-Trend: CDU fällt erstmals seit 2023 auf Platz vier – Linke vorn
Berlin, 01 Juli 2026
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Kurzfassung
Im neuen Berlin-Trend von Infratest dimap fällt die CDU erstmals seit mehr als drei Jahren von der Spitze auf Platz vier. Die Linkspartei erreicht 20 Prozent, die SPD rutscht auf 13 Prozent ab, und 78 Prozent der Befragten zeigen sich mit dem Senat unzufrieden.
Berlin, 01 Juli 2026
Im neuen Berlin-Trend von Infratest dimap verliert die CDU erstmals seit mehr als drei Jahren ihre Führungsposition in den Umfragen zur Berlin-Wahl und rutscht mit 17 Prozent auf Platz vier ab, während die Linkspartei mit 20 Prozent stärkste Kraft wird.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Die CDU, die mit Kai Wegner den Regierenden Bürgermeister stellt, büßt in der Wählergunst ein und käme mit 17 Prozent auf Platz vier. Wenn am Sonntag gewählt würde, wäre die Linkspartei mit 20 Prozent stärkste Kraft. Dazwischen rangieren die Grünen mit 19 Prozent bei einem Plus von einem Punkt und die AfD mit unverändert 18 Prozent. Die derzeit mit der CDU regierende SPD verliert einen Punkt auf 13 Prozent.
Der Berlin-Trend wurde im Auftrag von RBB24-Abendschau und RBB 88,8 erhoben. Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 25. Juni insgesamt 1.165 Menschen online und telefonisch befragt, wie der RBB mitteilte. Demnach äußerten sich 78 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Berliner Senats unzufrieden.
Bei der Wiederholungswahl 2023 hatte die CDU noch gut 28 Prozent erreicht. Bei einer repräsentativen Erhebung im April im Auftrag des RBB kamen die Christdemokraten noch auf 19 Prozent, Grüne, Linke und AfD auf je 18 Prozent. Innerhalb weniger Wochen hat die CDU damit deutlich an Zustimmung eingebüßt.
Kleine Parteien unter der Fünf-Prozent-Hürde
FDP und BSW könnten mit jeweils 3 Prozent nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen, wie aus der Umfrage hervorgeht. Damit würde das Berliner Landesparlament künftig nur noch von vier Fraktionen besetzt sein, sofern sich dieses Ergebnis am Wahltag bestätigt.
Die Linkspartei um Spitzenkandidatin Elif Eralp erreicht in der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Rundfunk Berlin-Brandenburg 20 Prozent und legt damit seit Ende April um zwei Prozentpunkte zu. Die Linke liegt damit erstmals seit Jahren wieder an der Spitze einer Berlin-Umfrage.
Wegners Reaktion auf die Umfrage
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin und CDU-Mitglied, äußerte sich in einem Interview mit dem RBB zu den Zahlen. Er beschrieb die Stärkung der politischen Ränder in der Umfrage als „Das tut der Stadt nicht gut, das ist gefährlich für die Stadt."
Wegner bezeichnete die Umfragewerte zugleich als Warnsignal: „Sie sind aber auch ein Warnsignal für die Stadt." Er führte aus: „wir haben aber auch eine sehr, sehr starke AfD" und „Die Linkspartei ist jetzt vorn".
Wegner führte den Verlust an Zustimmung teilweise auf den Bundestrend zurück. „Zum anderen schlägt der Bundestrend herein. Wir erleben das gerade in ganz Deutschland, dass die Parteien, die die Koalition tragen – CDU, CSU und SPD –, weiter an Zustimmung verlieren."
Bisherige Erfolge aus Sicht des Senats
Zugleich räumte Wegner Fehler ein: „Zum einen wurden sicherlich Fehler gemacht, die ich auch eingestanden habe." Er kündigte an: „Der Wahlkampf ist mit dem heutigen Tag ein anderer."
Als Errungenschaften der vergangenen drei Jahre nannte Wegner eine Verwaltungsreform, „Bürgerämter, die wieder funktionieren", „deutlich erleichterten Wohnungsneubau" und „schärfere Polizeigesetze". Außerdem sagte er: „Außerdem bekämpfen wir die Clans".
Wegner erklärte zudem: „gerade im Bildungsbereich haben wir vieles vorangebracht". Er fügte hinzu: „Ich glaube, vielen fehlt das Gerechtigkeitsgefühl bei diesen Reformen."
Für die kommenden Jahre nannte Wegner die Ziele: „Dabei geht es um Sicherheit, Stabilität, Sauberkeit und Ordnung." Wegner sagte weiter: „Wir haben ein starkes Wahlprogramm aufgestellt" und „Wir werden jetzt alles daransetzen, dass die Mitte gestärkt wird."
Ausblick auf den Wahlkampf
Wegner kündigte an, gegen ein mögliches Linksbündnis zu kämpfen: „In den kommenden Wochen werden wir deshalb dafür kämpfen, dass Berlin nicht nach links abdriftet und von einem linken Bündnis regiert wird, das die Berlinerinnen und Berliner vor drei Jahren abgewählt haben."
Die Umfrage zeigt zudem eine wachsende Unzufriedenheit mit der Berliner Landesregierung. 78 Prozent der Befragten äußerten sich unzufrieden mit der Arbeit des Senats – ein Wert, der die Debatte über den Zustand der Stadt weiter anheizen dürfte.
Insgesamt verdeutlicht der Berlin-Trend eine politische Verschiebung: Die Linke profitiert, die CDU verliert, die AfD bleibt stabil auf hohem Niveau. Die kommenden Wochen bis zur Berlin-Wahl gelten als entscheidende Phase des Wahlkampfes.
Politische Verschiebungen in der Hauptstadt
Der Berlin-Trend von Infratest dimap gilt als einer der wichtigsten Stimmungsindikatoren für die politische Lage in der Hauptstadt. Die Befragung wurde am Mittwoch veröffentlicht und gibt den Stand vor Beginn der heißen Wahlkampfphase wieder.
Mit dem Verlust der Führungsposition in den Umfragen steht die CDU vor der Aufgabe, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Gleichzeitig muss sie sich gegen die AfD im rechten und die Linke im linken Spektrum behaupten.
Die kommenden Wochen bis zur Wahl werden zeigen, ob der Trend stabil bleibt oder ob sich das Bild noch einmal verschiebt. Fest steht: Die Ausgangslage für die CDU hat sich gegenüber dem Frühjahr 2026 deutlich verändert.
Fragen & Antworten
Warum fällt die CDU in der neuen Berlin-Umfrage auf Platz vier?
Laut dem Berlin-Trend von Infratest dimap verliert die CDU erstmals seit mehr als drei Jahren ihre Führungsposition und kommt nur noch auf 17 Prozent. Kai Wegner führt dies teilweise auf den Bundestrend zurück und räumt zugleich eigene Fehler ein.
Welche Partei liegt laut Berlin-Trend vorn?
Die Linkspartei erreicht mit 20 Prozent den ersten Platz und legt seit Ende April um zwei Prozentpunkte zu. Die Grünen kommen auf 19 Prozent, die AfD auf 18 Prozent, die CDU auf 17 Prozent und die SPD auf 13 Prozent.
Wie zufrieden sind die Berlinerinnen und Berliner mit dem Senat?
78 Prozent der Befragten äußerten sich mit der Arbeit des Berliner Senats unzufrieden. Die Umfrage basiert auf 1.165 online und telefonisch befragten Personen zwischen dem 25. Juni.
Berlin-Wahl Umfrage: CDU verliert Spitzenplatz an Linke | nachrichten360