Washington, D.C., 28. Mai 2026
Die US-Regierung drängt einem Bericht der Washington Post zufolge auf die Einführung eines neuen 250-Dollar-Scheins, der das Porträt von Präsident Donald Trump tragen soll.
Die Zeitung beruft sich auf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des Bureau of Engraving and Printing, der für den Banknotendruck zuständigen Behörde des Finanzministeriums. Demnach hätten hochrangige Beamte des Ministeriums wiederholt die neue Banknote gefordert.
Der britische Maler Iain Alexander sagte der Washington Post, Trump selbst habe seine Entwürfe für das Porträt auf der Banknote genehmigt. Der geplante Schein soll die Farben der US-Flagge und ein Logo zum 250. Jahrestag der Gründung der Vereinigten Staaten am 4. Juli zeigen.
Rechtliche Hürden und Entlassung der Behördenchefin
Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte gegenüber der Washington Post, das Bureau of Engraving and Printing werde „die notwendigen Vorbereitungen und Überprüfungen“ vornehmen. Die Behördenleiterin Patricia Solimene wurde Ende April entlassen.
Solimene hatte dem Bericht zufolge rechtliche Bedenken gegen den 250-Dollar-Schein-Vorschlag geäußert. Im März hatte sie noch Trumps Unterschrift für künftige 100-Dollar-Scheine genehmigt – ebenfalls ein Novum.
Seit 1861 tragen US-Dollar-Scheine die Unterschriften des Finanzministers und des US-Treasurers, nicht die des Präsidenten. Der geplante 250-Dollar-Schein ist Teil einer breiteren Initiative, Trump auf Gebäuden oder Staatssymbolen abzubilden.
Kritik und historische Einordnung
Kritiker werfen dem fast 80-jährigen Trump einen beispiellosen Personenkult vor. Ein Gesetzentwurf für einen 250-Dollar-Schein wurde bereits im vergangenen Jahr im Kongress eingebracht, blieb jedoch folgenlos.
Die größte derzeit im Umlauf befindliche US-Banknote ist der 100-Dollar-Schein. Ein 250-Dollar-Schein wäre der erste neue Nennwert seit Jahrzehnten und würde eine erhebliche Änderung der Währungspolitik bedeuten.
Die Pläne werfen Fragen zur rechtlichen Zulässigkeit auf. Seit 1866 ist es nicht erlaubt, eine lebende Person auf US-Währung abzubilden. Eine Gesetzesänderung wäre notwendig, um das Vorhaben umzusetzen.
Ausblick und politische Reaktionen
Das Bureau of Engraving and Printing steht nach der Entlassung Solimenes unter neuer Führung. Die genauen Zeitpläne für die Einführung des neuen Scheins sind noch unklar, doch der Druck auf die Behörde scheint hoch zu sein.
Die Diskussion um die Banknote fällt in eine Zeit intensiver politischer Polarisierung in den USA. Während Anhänger Trumps die Pläne als angemessene Ehrung sehen, werten Gegner sie als weiteren Schritt zur Selbstverherrlichung.
