Belarus entlässt Journalisten Andrzej Poczobut
Der in Belarus inhaftierte Journalist Andrzej Poczobut, der zur polnischen Minderheit des Landes gehört, ist nach fünf Jahren Haft freigelassen worden.
Politisch motivierter Prozess
Der 53-jährige Poczobut wurde im Frühjahr 2021 festgenommen und blieb seitdem ohne Freilassung in Haft. Im Juli 2023 verurteilte ihn ein belarussisches Gericht zu acht Jahren Strafkolonie in einem Prozess, der international als politisch motiviert eingestuft wurde. Poczobut, der auch als Aktivist für die Rechte der polnischen Minderheit in Belarus bekannt ist, hatte zuvor regelmäßig über Menschenrechtsverletzungen im Land berichtet.
Die Freilassung erfolgte im Rahmen einer größeren Entlassungswelle politischer Gefangener, die seit 2025 mehrfach von belarussischen Behörden durchgeführt wurde. Dies war jedoch der erste Fall, in dem ein so prominenter Journalist und Minderheitenvertreter die Freiheit wiedererlangte.
Internationale Reaktionen
Die Freilassung wurde von polnischen und europäischen Politikern begrüßt. Radosław Sikorski, polnischer Außenminister, nannte die Entscheidung einen "wichtigen Schritt", betonte jedoch, dass weiterhin Druck auf das Regime in Minsk ausgeübt werden müsse. Auch Donald Tusk, der polnische Ministerpräsident, äußerte sich erleichtert über die Nachricht und forderte die Freilassung aller noch inhaftierten politischen Gefangenen in Belarus.

