Ein vierjähriges Mädchen aus Österreich ist am Samstagnachmittag nach einem Badeunfall im norditalienischen Adria-Badeort Milano Marittima ums Leben gekommen, wie die Behörden mitteilten.
Was geschah in Milano Marittima?
Nach ersten Erkenntnissen bemerkte zunächst niemand, dass das Mädchen im Wasser war. Das Mädchen soll ins Wasser geraten sein, als der Vater kurz in sein Hotelzimmer ging. Alarm schlugen schließlich mehrere Jugendliche, die sich im Bereich des Pools aufhielten und den regungslos halb untergetauchten Körper des Mädchens entdeckten.
Der Unfall ereignete sich nach dem Unglück in einem Schwimmbad einer Hotelanlage in Milano Marittima in der Region Emilia-Romagna. Rettungskräfte versuchten erfolglos, das Kind zu reanimieren. Letztlich verstarb das Kind im Krankenhaus von Cesena, wie die Behörden mitteilten. Ein Arzt konnte nur noch den Tod der Vierjährigen feststellen.
Zweiter tödlicher Badeunfall binnen Tagen
Der tödliche Unfall ereignete sich nur einen Tag nach dem Tod einer elfjährigen Schülerin in einem Schwimmbad in Sestri Levante in Ligurien. Das Mädchen war dort mit den Haaren in einer Ansaugvorrichtung des Beckens hängen geblieben und später im Krankenhaus gestorben. Die Häufung schwerer Badeunfälle innerhalb weniger Tage hat in Italien eine breite Debatte über die Sicherheit von Poolanlagen ausgelöst.
Der Bürgermeister von Cervia, Mirko Boschetti, bezeichnete den Vorfall als Tragödie und sprach den Angehörigen des Mädchens sein Mitgefühl aus. Cervia ist die Nachbargemeinde von Milano Marittima; der Bürgermeister zeigte sich tief bestürzt über den Tod des Kindes. Die Gemeinde steht den Angehörigen in der akuten Phase bei.
Italien reagiert mit Gesetzentwurf
Vor dem Hintergrund mehrerer tödlicher Badeunfälle drängt die italienische Regierung auf eine rasche Verabschiedung eines Gesetzes im Parlament, das strengere Sicherheitsvorschriften für öffentliche und private Schwimmbäder vorsieht. Nach Angaben von Zivilschutzminister Nello Musumeci wird der Gesetzesentwurf derzeit im Parlament beraten. Ziel ist es, insbesondere die Ansaugvorrichtungen und Aufsichtsregeln in Hotelanlagen zu überarbeiten.
Der Fall verdeutlicht eine grundsätzliche Gefahr: Kinder können binnen Sekunden unbemerkt in Schwimmbecken geraten, wenn keine ausreichende Aufsicht gewährleistet ist. In beiden aktuellen Fällen vergingen nach ersten Erkenntnissen wertvolle Minuten, bis Außenstehende auf die Situation aufmerksam wurden. Die Rettungsketten an den jeweiligen Anlagen werden von den Ermittlern geprüft.
Ermittlungen und Betreuung der Familie
Die genauen Umstände des Unglücks in Milano Marittima sind noch Gegenstand der Ermittlungen. Italienische Behörden prüfen unter anderem, ob das Schwimmbad der Hotelanlage zum Zeitpunkt des Vorfalls ausreichend gesichert und ob Rettungspersonal vor Ort war. Auch die Rolle des Hotelpersonals wird in die Untersuchungen einbezogen.
Die österreichischen Behörden wurden konsularisch informiert, da das verstorbene Kind österreichische Staatsbürgerin war. Die Familie wurde nach italienischen Angaben psychologisch betreut. Die Identität des Mädchens wurde von den Behörden nicht öffentlich gemacht, um die Privatsphäre der Angehörigen zu schützen.
