Antonelli erobert Monaco-Pole und fährt historischen Sieg ein
Monte Carlo, 06. Juni 2026
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Kurzfassung
Kimi Antonelli hat sich im Qualifying die Pole Position für den Großen Preis von Monaco gesichert und das Rennen als jüngster Sieger der Geschichte gewonnen. Der 19-jährige Mercedes-Pilot baute seine Führung in der Weltmeisterschaft mit 66 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton deutlich aus.
Kimi Antonelli hat sich am Samstag in Monte Carlo die Pole Position für den Großen Preis von Monaco gesichert und am Sonntag auch das Rennen gewonnen, womit er als jüngster Fahrer aller Zeiten in die Annalen des Fürstentums einging.
Qualifying-Ergebnis in der Übersicht
Der 19-jährige Mercedes-Pilot Kimi Antonelli sicherte sich die Pole Position mit einer Zeit von 1:12,051 Minuten und lag dabei 0,043 Sekunden vor Max Verstappen im Red Bull, der auf 1:12,094 kam. Lewis Hamilton im Ferrari belegte mit 1:12,279 den dritten Platz, Charles Leclerc komplettierte im zweiten Ferrari in 1:12,351 die zweite Startreihe. Auf den Plätzen fünf und sechs folgten Isack Hadjar im zweiten Red Bull und George Russell im zweiten Mercedes, der die Qualifying-Session als Sechster beendete.
Antonellis schnellste Runde kam in den letzten Sekunden des Qualifyings. Der Italiener sprach hinterher von einer magischen Runde: „Das ist eine dieser Runden, die man als magisch bezeichnen kann. Da muss einfach alles passen, das ist das intensivste Qualifying des Jahres.“ Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der in Wien geborene Österreicher, bezeichnete die Runde als „eine Runde für die Geschichtsbücher“ und fand anerkennende Worte: „Er ist gerade so frei, hat einen guten Rückenwind und dann kannst du es gerade hier in Monaco fliegen lassen.“
Stimmen nach dem Qualifying
Max Verstappen, der vierfache Weltmeister, hatte die zweite Position inne und sprach die Probleme des Freitags und des Vormittags offen an: „Gestern haben wir Probleme gehabt und auch in der Früh hat es so gut nicht ausgeschaut. Jetzt sind wir natürlich glücklich. Der Start morgen muss gelingen, dann werden wir schauen, was geht.“ Lewis Hamilton, der siebenfache Weltmeister und 41-jährige Brite, zeigte sich im Ferrari kämpferisch, musste aber einräumen: „Ich habe schon geglaubt, dass meine Leistung für ganz vorne reichen würde, aber dann sind die anderen noch schneller gewesen. Jetzt müssen wir überlegen, wie wir an denen vielleicht vorbeikommen können.“
Die Ausgangslage vor dem Wochenende war ungewöhnlich: Ferrari galt vielen Beobachtern auf dem engen Stadtkurs als Favorit, nachdem das Team am Freitag dominiert hatte. Doch die Konkurrenz, vor allem Mercedes, zog noch vor dem entscheidenden Qualifying vorbei. Antonelli selbst verwies auf die besonderen Bedingungen in Monaco: „Das ist das intensivste Qualifying des Jahres hier. Du musst immer am Limit sein, die Mauer kommt immer näher, es ist nicht einfach.“
Verlauf des Rennens
Das Rennen am Sonntag, das um 15:00 Uhr begann und live auf ORF 1, Sky und RTL übertragen wurde, begann unter schwierigen Vorzeichen: George Russell, Teamkollege von Antonelli, erhielt im Laufe des Rennes eine Drive-Through-Strafe und blieb ohne Punkte. Auch Hamilton und Russell kassierten jeweils eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse während eines Reifenwechsels.
Auf der Stätte selbst kam es zu mehreren Unterbrechungen. Charles Leclerc, der in seiner Geburtsstadt startete, schied zehn Runden vor Schluss aus, als er in einer Podiumsposition liegend von der Strecke abkam. Kurz nach dem Restart verlor Leclerc die Kontrolle über seinen Wagen, was eine Inspektion des beschädigten Asphalts in Kurve 19 und einen etwa 37-minütigen Rennabbruch nach sich zog. Das Rennen wurde mit einem stehenden Start wieder aufgenommen. Später kam es zu einer weiteren Safety-Car-Phase, als Lance Stroll seinen Aston Martin in die Leitplanken setzte.
WM-Stand und Auswirkungen
Für Mercedes lief das Wochenende dennoch rund: Antonelli gewann das Rennen, sein fünfter Grand-Prix-Sieg in Folge, und wurde damit auch zum jüngsten Sieger des Großen Preis von Monaco. Auf dem Podium standen Lewis Hamilton als Zweiter für Ferrari und Isack Hadjar als Dritter für Red Bull. Antonelli baute seine Führung in der Fahrerwertung mit 66 Punkten Vorsprung vor Hamilton deutlich aus, der wiederum George Russell in der Gesamtwertung überholte. Bereits vor dem sechsten Saisonlauf hatte Antonelli 43 Punkte mehr als sein Mercedes-Teamkollege auf dem Konto.
Verstappens bitterer Tag
Max Verstappen erlebte einen gebrauchten Tag. Der Niederländer, der als Zweiter ins Rennen gegangen war, musste früh aufgeben. „Was soll ich jetzt machen?“, fragte der vierfache Weltmeister über die Boxenfunk, woraufhin die Box antwortete: „Komm einfach nach Hause.“ Verstappen parkte seinen Wagen in der Garage, stieg aus und kündigte an, direkt in seine rund 500 Meter von der Strecke entfernte Wohnung zu gehen. Später hatte er Antonelli scherzhaft geraten, beim Start eine Sekunde zu warten, doch Verstappen selbst kam am Rennsonntag nicht gut weg.
Auch Lando Norris, der amtierende Weltmeister, schied aufgrund eines technischen Defekts aus, wie schon zuletzt in Kanada. McLaren bestritt in Monaco nach eigenen Berechnungen den 1000. Grand Prix der Teamgeschichte, erlebte auf der Strecke aber ein enttäuschendes Wochenende: Oscar Piastri und Lando Norris waren im Qualifying nur Siebter und Achter geworden.
Hinter den Spitzenpositionen bot das Qualifying weitere bemerkenswerte Ergebnisse. Nico Hülkenberg, 38 Jahre alt, erreichte für Audi das Q2 und wurde Dreizehnter. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto, 21 Jahre alt, crashte im ersten Abschnitt Q1, als er die Leitplanke touchierte, die Aufhängung brach und die Rote Flagge geschwenkt wurde. Der Brasilianer wird das Rennen am Sonntag von Rang 17 aufnehmen. Beide Audi-Piloten schieden in Q2 aus. Williams mit Carlos Sainz und Alexander Albon, Haas mit Esteban Ocon und Oliver Bearman sowie Cadillac mit Sergio Perez und Valtteri Bottas gehörten ebenfalls zu den Teams, die den Sprung in den abschließenden Qualifying-Abschnitt verpassten.
Verlierer und Überraschungen im Mittelfeld
Fernando Alonso und Lance Stroll im Aston Martin bildeten mit den Plätzen 21 und 22 das Ende des Feldes. Alonso erhielt eine Zeit von 1:15,349, Stroll von 1:16,061. Hinter Strolls Crash wurde später die Safety Car ausgerufen. Nico Hülkenberg überquerte die Ziellinie im Rennen zwar als Achter, wurde aber mit einer Zehn-Sekunden-Strafe auf Rang 14 zurückgestuft und verpasste damit seine ersten Meisterschaftspunkte des Jahres.
Am Rande des Renngeschehens sorgten zahlreiche prominente Gäste für Aufmerksamkeit. Reality-TV-Star Kim Kardashian sah das Rennen auf Einladung Hamiltons und erschien damit erstmals „offiziell“ an der Seite des siebenfachen Weltmeisters; ihre Schwester Khloe war ebenfalls vor Ort. Auch die Skistars Marco Odermatt, Lucas Pinheiro Braathen und Lindsey Vonn waren angekündigt oder anwesend. Odermatt bezeichnete den Monaco-Grand-Prix als das „Kitzbühel der Formel 1“. Unter den weiteren Gästen an der Strecke befanden sich die Hollywood-Schauspieler Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones sowie die deutschen Fußball-Weltmeister Mario Götze, Mats Hummels und Lukas Podolski.
Prominenz an der Strecke
Ferrari erlebte ein durchwachsenes Wochenende. Teamchef Frédéric Vasseur, 58 Jahre alt und Franzose, hatte bereits am Samstag wegen gesundheitlicher Probleme in einer Klinik unter medizinischer Beobachtung gestanden. Ferrari teilte am Morgen mit, dass Vasseur weiter überwacht werde, und gab keine weiteren Informationen zu seinem Zustand bekannt. Am Rennsonntag war er wieder an der Boxenmauer. Trotz des Podiums mit Hamilton als Zweitem verlief das Qualifying aus Sicht der Scuderia enttäuschend. Hamilton selbst räumte ein: „Es ist definitiv sehr eng zwischen uns allen. Wir haben irgendwas verloren heute vor dem Qualifying, das müssen wir uns in der Fabrik ansehen.“
Vasseurs gesundheitliche Probleme
Leclerc verhinderte durch eine Gelbphase in den entschlossenen Sekunden von Q3 eine schnellere Runde und wurde als Lokalmatador und leicht übermotivierter Fahrer beschrieben. Der Monegasse, der in seiner Geburtsstadt Vierter wurde, riss die Chance auf eine bessere Platzierung auf den letzten Metern. Charles Leclerc schied später im Rennen aus, als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor.
Toto Wolff warnte trotz aller Euphorie vor zu großer Selbstsicherheit seines Schützlings: „Wir müssen aufpassen, dass er nicht Ikarus wird, wir müssen ihn auf dem Boden halten.“ Antonelli steht nach vier Poles in dieser Saison und dem fünften Sieg in Serie nun deutlich an der Spitze der Weltmeisterschaft. Der 19-Jährige ist voll auf Kurs in Richtung Titel und hat in der Fahrerwertung 66 Punkte Vorsprung vor Lewis Hamilton. Die Siegerehrung fand in der königlichen Loge von Fürst Albert II. statt.
Ausblick
Vor dem sechsten Saisonlauf hatte Antonelli 43 Punkte mehr als sein Mercedes-Teamkollege Russell auf dem Konto. Da Überholen in Monaco auf dem engen Stadtkurs fast unmöglich ist, hatte der Mercedes-Pilot am Sonntag beste Chancen auf den Rennsieg, was sich am Ende auch bewahrheiten sollte. Der Grand Prix wurde nach dem ursprünglichen Zeitplan gestartet, eine Übertragung lief unter anderem auf SRF zwei ab 14:20 Uhr Ortszeit. Die Renndistanz über die traditionsreiche Strecke durch das Fürstentum geriet durch die mehrfachen Unterbrechungen und Safety-Car-Phasen zu einem Geduldsspiel für die Teams, endete aber mit einem historischen Ergebnis.
Fragen & Antworten
Wer ist Kimi Antonelli?
Kimi Antonelli ist ein 19-jähriger italienischer Rennfahrer, der für Mercedes in der Formel 1 startet und mit dem Monaco-Sieg zum jüngsten Sieger des Rennens in der Geschichte wurde.
Warum war die Pole Position in Monaco so wichtig?
Auf dem engen Stadtkurs in Monte Carlo ist Überholen fast unmöglich, weshalb die Startposition aus dem Qualifying den Rennausgang maßgeblich bestimmt.
Was ist mit Max Verstappen und Charles Leclerc beim Rennen passiert?
Max Verstappen schied früh mit einem Motorproblem aus, Charles Leclerc verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug nach einem Restart rund zehn Runden vor Schluss und schied aus.
Antonelli Monaco Pole und Sieg: Jüngster Monaco-Champion | nachrichten360