Finsterwalde, 16 Juli 2026

Ein 35 Jahre alter Verdächtiger hat in Finsterwalde im Süden Brandenburgs eine Mitarbeiterin des Jugendamts bedroht und ihr Büro in Brand gesetzt, woraufhin das Gebäude evakuiert werden musste und vier Menschen mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus kamen.

Hintergrund der Tat

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde die Frau bedroht und ihr Büro in Brand gesetzt. Die Feuerwehr evakuierte das Gebäude. Vier Menschen wurden laut Polizei mit Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Der 35-jährige Verdächtige wurde festgenommen. Die Notfallseelsorge wurde eingeschaltet.

Brandenburgs Innenminister Redmann erklärte im RBB, Hintergrund der Tat sei möglicherweise ein Fall von Kindeswohlgefährdung. Er kündigte an, die Sicherheit in Jugendämtern zu erhöhen. Zudem würden Maßnahmen wie Terminvergaben anstelle des offenen Publikumsverkehrs geprüft.

Brandenburgs Sozialminister René Wilke (SPD) zeigte sich tief bestürzt über den Vorfall. „Der ungeheuerliche Vorgang in Finsterwalde sollte uns alle zutiefst beunruhigen. Die Beschäftigten der Behörden hätten "mindestens Respekt" verdient, niemals Bedrohung und erst recht keine Gewalt“, sagte Wilke. Der SPD-Politiker führte aus, Aggressionen gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst hätten in den vergangenen Jahren zugenommen.

Stimmen aus der Landesregierung

Wilke betonte zugleich die Belastung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. „Die Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Dienst tun oftmals unter schwierigen Bedingungen ihr Bestes, um unserem Gemeinwohl zu dienen und für die Menschen vor Ort da zu sein“, erklärte der Minister. Wenn Bürger unhöflich, unverschämt, verbal verletzend oder bedrohend aufträten, hinterlasse das bei den Beschäftigten Spuren. „Wenn, wie jetzt, physische Gewalt gegen Personen ausgeübt wird, dann ist ein Punkt erreicht, an dem wir alle einhalten sollten“, mahnte Wilke.