Die SPD-Chefin Bärbel Bas hat in einer TV-Sendung die im europäischen Vergleich niedrigen deutschen Renten kritisiert und auf die deutlichen Unterschiede zu Nachbarländern wie Österreich oder der Schweiz hingewiesen.
Höhere Renten in Österreich und der Schweiz
In Österreich erhalten Männer im Schnitt rund 2.400 Euro Rente pro Monat, Frauen etwa 1.700 Euro. Zudem werden die Beträge dort 14 Mal jährlich ausgezahlt, was nach Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung etwa 30 Prozent der höheren Zahlbeträge erklärt. Der Rentenbeitragssatz liegt mit 22,8 Prozent deutlich über dem deutschen Niveau von 18,6 Prozent, und der Staat schießt mehr Geld in die Rentenkasse.
In der Schweiz liegt die höchstmögliche Rente bei vollen Beitragsjahren derzeit bei 2.520 Franken (rund 2.750 Euro) monatlich. Das Rentenalter für Frauen wird schrittweise auf 65 Jahre angehoben, um es dem der Männer anzugleichen.
Bas verwies in der TV-Sendung "Maischberger" auf das Beispiel ihres Vaters: "Mein Vater, der 45 Jahre oder länger als Busfahrer eingezahlt habe, bekommt in Deutschland wohl nur die Hälfte von dem Betrag seiner Berufskollegen in Österreich."
Reformen und Proteste in Frankreich und Großbritannien
Frankreich hat 2023 unter massiven Protesten beschlossen, das gesetzliche Rentenalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre anzuheben. Ende 2023 gingen die Menschen dort im Schnitt mit 62 Jahren und 9 Monaten in Rente. Die volle Rente gab es ab 67 Jahren ohne Abschläge, unabhängig von der Einzahldauer.

